Alle zwei Sekunden ist ein Mensch auf eine Blutspende angewiesen, doch in Allensbach wollen sich einfach keine Helfer für die drei Spendetermine im Jahr finden. „Wir sind am Kämpfen“, sagt Christina Hohner, Referentin für Spenderbindung und -gewinnung beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Seit sich die Allensbacher DRK-Ortsgruppe Ende 2017 aufgelöst hat, wird es immer schwerer, Ehrenamtliche zu finden, die sich bei der Organisation vor Ort engagieren.

Im vergangenen Jahr halfen die Auszubildenden der Sparkasse Reichenau mit

Für 2019 sieht es allerdings schlecht aus – und der erste Spendetermin steht bereits am 30. Januar an. „Momentan haben wir ein paar freiwillige Helfer, die uns auch 2018 unterstützt haben, wir suchen aber noch dringend Leute fürs Catering sowie den Auf- und Abbau“, sagt Hohner. Sie hofft mittelfristig auf einen Verein, der helfende Hände für die drei jährlichen Termine in der Bodanrückhalle stellt.

„Vielleicht können wir auch eine Interessensgemeinschaft ins Leben rufen“, sagt Hohner, die zuletzt mit Flyern auf Helfersuche gegangen war und bei der ersten Spende dieses Jahres selbst in der Küche stehen wird. Sollte sich bis dahin niemand finden, werde die Gemeinde beim Auf- und Abbau helfen, um den Termin zu garantieren, verspricht Bürgermeister Stefan Friedrich.

Mit jeder Konserve kann bis zu drei Menschen geholfen werden

„Der Aufwand lohnt sich, jede Spende ist wichtig“, sagt Christina Hohner. „Was viele nicht wissen: Das Spenderblut wird für weit mehr als nur Unfälle gebraucht, am häufigsten für Thrombozyten-Präparate von Krebspatienten“, erklärt die DRK-Referentin.

Seit 1971 wird in Allensbach Blut gespendet. Zuletzt ist es auch schwerer geworden, Spender zu finden. „Früher war die Beteiligung höher, sie ist aber überall rückläufig“, sagt Hohner. „In Süddeutschland spenden nur drei Prozent der Bevölkerung und die anderen 97 Prozent verlassen sich darauf. Bundesweit sind es vier Prozent“, fährt Hohner fort.

Waren es Anfang der 90er Jahre noch 300 Spender pro Termin in Allensbach, kommen inzwischen nur noch zwischen 120 und 140

Bürgermeister Stefan Friedrich würde sich jedenfalls freuen, wenn die Allensbacher auch künftig vor Ort spenden könnten. „Ich bin dem DRK und den Ehrenamtlichen dankbar“, sagt er, „es wäre aber schön, wenn sich auch Leute engagieren, die nicht organisiert sind.“ Die Helfer müssten nicht die gesamte Zeit in der Halle sein, sagt Christina Hohner vom Roten Kreuz. „Berufstätige können auch nach Feierabend kommen und zwei Stunden beim Abbau mit anpacken“, sagt sie. Das Engagement sei nicht unentgeltlich und werde mit einer Pauschale verrechnet.

Wer sich bei der Blutspende in Allensbach engagieren will, kann sich per E-Mail unter c.hohner@blutspende.de melden oder sich am 30. Januar vor Ort in der Bodanrückhalle informieren.