Eine positive Tourismusbilanz zieht das Allensbacher Verkehrsbüro fürs Jahr 2018. Bei den Übernachtungszahlen habe es wie in den Vorjahren eine weitere Steigerung gegeben, so Leiterin Sabine Schürnbrand und ihre Mitarbeiterin Ulla Hirschböck.

Insgesamt registrierten sie die bislang noch nie erreichte Zahl von 261.981 Übernachtungen – ein Zuwachs von rund 4,9 Prozent. Gegenüber dem Jahr 2015 liegt die Steigerung sogar bei 12,7 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer der Gäste sei mit 3,7 Tagen leicht gestiegen.

Quelle: Gemeinde Allensbach. Grafik: Kerstan
Quelle: Gemeinde Allensbach. Grafik: Kerstan | Bild: Achim Mende

Schürnbrands Fazit: „Man sieht, dass der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, von dem auch Einheimische profitieren.“

Und sie finde zudem, dass dies ein gesundes und verträgliches Wachstum sei.

Positiv ausgewirkt habe sich, dass es schon im Frühjahr ziemlich warm war. „Bis Mai gab es unglaubliche Zuwächse“, berichtet die Tourismuschefin. Nach Steigerungen bereits von Januar bis März sei im April die Zahl um zirka 2000 und damit um rund zehn Prozent höher gewesen als im Vorjahr. Im Mai bedeuteten dann knapp 10.000 mehr Übernachtungen sogar ein Plus von rund 50 Prozent.

Sabine Schürnbrand (links), die Leiterin des Verkehrsbüros, und ihre Mitarbeiterin Ulla Hirschböck.
Sabine Schürnbrand (links), die Leiterin des Verkehrsbüros, und ihre Mitarbeiterin Ulla Hirschböck. | Bild: Zoch, Thomas

„Es ist perfekt, wenn die Vorsaison gut ist“, bilanziert Schürnbrand. „Es sah nach einem Jahrhundertjahr aus.“

Allerdings habe es dann im Juni, in dem keine Schulferien waren, etwa 3500 Übernachtungen weniger gegeben (minus zwölf Prozent). Im Juli dann ein leichtes Plus, im August etwas weniger, wobei in diesen Sommermonaten die Unterkünfte und Campingplätze jedes Jahr fast ausgebucht seien. Da könne es keine großen Steigerungen geben.

Und die große Hitze habe vielleicht auch manchen potenziellen Gast veranlasst, zu Hause Urlaub zu machen, zumal der niedrige Wasserstand das Baden und Bootfahren erschwerte. Erfreulicherweise habe es dann aber im September noch einmal ein Plus von 1800 Übernachtungen (sieben Prozent) gegeben.

Campingplätze machen ein Drittel der Übernachtungszahlen aus

Wie in der Gesamtbilanz habe es auf den Campingplätzen Allensbach und Hegne, die wie üblich etwa ein Drittel der Übernachtungszahlen ausmachten, von Mai bis September ein Auf und Ab bei der Belegung gegeben, so Schürnbrand.

Insgesamt eine Steigerung habe es aber bei den Ferienwohnungen (plus zehn Prozent) und den Hotels (plus sechs) gegeben. Letzteres dürfte auch daran gelegen haben, dass beim Haus St. Elisabeth des Klosters Hegne der Anbau erstmals das ganze Jahr über in Betrieb war, meint die Büroleiterin. Dieses Haus sei ein Aushängeschild für die Gemeinde. Dennoch wäre es gut und wichtig, im Kernort ein größeres Hotel zu haben. „Das täte uns wirklich gut.“

Veranstaltungen in Allensbach sind ein Plus bei vielen Touristen

Als Plus für den Tourismus und auch für Einheimische habe sich zudem einmal mehr das umfassende Angebot an Kulturveranstaltungen und Führungen erwiesen, berichten Schürnbrand und Hirschböck. Sehr gut nachgefragt gewesen seien der neue Rundgang Markt, Kirche und Frühwein mit Ludwig Egenhofer und das Schaukochen mit regionalen Produkten von Klaus Neidhart, ebenso die neue Wanderung Natur trifft Seele in Hegne.

Diese Angebote werde es daher auch in diesem Jahr geben – und ein paar weitere neue zusätzlich.

So werde Ira Brust die Tour Schätze der Natur rund um Hegne machen, Neidhart Kochkurse anbieten. Und der Ur-Allensbacher Ludwig Egenhofer, dessen Streifzüge durch den Ort seit Jahren bei Gästen wie Einheimischen sehr beliebt seien, werde nun auch zu einer Gässletour auf den Spuren des alten Allensbach einladen.

Und für viele Gäste noch attraktiver als die bisherige VHB-Gästekarte sei die neue Bodensee Card West, so Hirschböck, weil noch mehr Orte kostenlos mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar sind.

Schürnbrand betont: „Wir hatten ein unglaubliches Kulturjahr, prägend war 20 Jahre Jazz am See.“

Alle Veranstaltungen seien ausverkauft gewesen. Und viele Gäste seien wieder gezielt zu einem Kulturtermin gekommen, hätten beim Kauf der Karte auch gleich Übernachtungen gebucht. Auch die Umsonst-und-draußen-Reihe im Seegarten habe sehr großen Zuspruch gefunden. Im vergangenen Jahr habe man auch nur ein Konzert wetterbedingt nach drinnen verlegen müssen.

„Das Kulturangebot ist ein wichtiger Aspekt“, folgert Schürnbrand. Sie und ihr Team würden mit großem Engagement und neuen Ideen in die neue Saison gehen, kündigt die Büroleiterin an – und blickt schon auf 2020 voraus. Dann soll die neue Seegartenbühne stehen, und zudem wolle man einen neuen Rundwanderweg über den Bodanrück anbieten.