Mit der Planung für das neue Kinderhaus ist die Gemeinde Allensbach einen Schritt weiter. Nun liegen die Entwürfe von drei beauftragten Architekturbüros vor für die dringend nötige Einrichtung auf einem Grundstück nahe der Bodanrückhalle.

Der Planer Helmut Hornstein, der die Gemeinde in dieser Sache berät, hat die Vorschläge geprüft. Alle würden die Vorgaben erfüllen etwa zum Raumkonzept, dem Schallschutz oder des hohen Energiestandards, sagte er im Gemeinderat: „Die drei Arbeiten weisen durchweg eine hohe Qualität auf.“

Zahlreiche Gemeinsamkeiten in den Entwürfen

Es gebe Ähnlichkeiten durch die Vorgaben und die Topografie des Grundstücks in leichter Hanglage, aber auch markante Unterschiede. Alle drei Büros würden das Gebäude an die südliche Grundstücksgrenze platzieren, alle würden über die Schulstraße im Osten erschlossen, und alle hätten die Freianlagen im Norden, also aus Schallschutzgründen abgewandt von der Wohnbebauung.

Alle setzen stark auf Holzbauweise und auf energiesparendes Bauen. „Die Kosten erscheinen auf den ersten Blick nachvollziehbar“, meinte Hornstein. Die Schätzungen der drei Büros liegen zwischen 2,1 und 3,28 Millionen Euro.

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Egenhofer: „Bevor ich für den Kindergarten den Finger hebe, will ich wissen, was es kostet“

Doch Hornstein sagte auch, gerade bei den Außenanlagen sei es schwierig, eine Endsumme zu nennen, weil dies stark von der Ausstattung abhänge. „Daher ist eine Plausibilitätsberechnung wichtig.“ (Siehe Info) Über inhaltliche Details müsse zudem diskutiert werden. „Sie werden noch einigen Gesprächsbedarf haben.“

Zu den Kostenschätzungen der Büros meinte Bürgermeister Stefan Friedrich, diese seien nicht repräsentativ und würden von einem unabhängigen Planerbüro vergleichbar berechnet. „Uns interessiert die Zahl unterm Strich“, so Friedrich, also die Gesamtkosten inklusive Freianlagen und Nebenkosten. Ludwig Egenhofer (CDU) kündigte schon mal an: „Bevor ich für den Kindergarten den Finger hebe, will ich wissen, was es kostet.“

Großzügiger Außenspielbereich im Norden

Büro Lanz/Schwager, Konstanz: Der Entwurf sieht einen lang gestreckten, zweigeschossigen Baukörper praktisch komplett in Holzbauweise vor. Es gebe einen großzügigen Foyerbereich, der durch flexible Trennwände zum Veranstaltungsraum werden könne, so die Architekten Markus Lanz und Nicolas Schwager.

Der Entwurf von Markus Lanz (rechts) und Nicolas Schwager sieht Kosten von rund 3,28 Millionen Euro vor.
Der Entwurf von Markus Lanz (rechts) und Nicolas Schwager sieht Kosten von rund 3,28 Millionen Euro vor. | Bild: Zoch, Thomas

Die Hauptaufenthaltsräume seien im Süden wegen der Beleuchtung, so Lanz. U3 solle im Erdgeschoss sein, Ü3 im Obergeschoss mit größeren Rüumen.

Die Gruppenräume hätten auf beiden Etagen den Blick nach Nord und Süd. Nach Süden seien viele Fenster vorgesehen. „Die Kinder haben größtmögliche Freiheiten“, meinte Lanz insgesamt.

Der Entwurf des Büros Lanz/Schwager sieht einen lang gestreckten kompakten Baukörper vor – das braune Modell. Links ist die Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße.
Der Entwurf des Büros Lanz/Schwager sieht einen lang gestreckten kompakten Baukörper vor – das braune Modell. Links ist die Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße. | Bild: Zoch, Thomas

Im Norden gebe es einen großzügigen Außenspielbereich mit Blick in die Landschaft. Im Gebäude sind eine Lüftungsanlage, Fußbodenheizung und eine Luftwasserwärmepumpe vorgesehen, auf dem Dach Photovoltaik. Das Gebäude werde nicht höher sein als das Nachbarhaus. Kostenschätzung: rund 3,28 Millionen Euro.

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„Wir können die Betriebskosten auf Null bringen“

Büro Schaller/Sternagel, Allensbach: Auch diese Büro sieht einen lang gestreckten, zweigeschossigen Baukörper vor, allerdings mit Ausformung in der Mitte nach Norden und einem eingeschossigen Anbau im Osten.

Der Entwurf von Till Schaller sieht Kosten von 2,1 Millionen Euro vor.
Der Entwurf von Till Schaller sieht Kosten von 2,1 Millionen Euro vor. | Bild: Zoch, Thomas

„Das Gebäude legt sich wie eine schützende Hand um die Freibereiche“, sagte Till Schaller. Und es solle sich wie ein Puzzlestück einfügen und den Blick auf die Streuobstbäume frei bleiben.

Auch er sieht den U3-Bereich im EG, Ü3 im Obergeschoss, allerdings mit Brücken und Rutschen in den Freibereich. Dieser solle aufgeteilt werden: für Kleinere nah beim Haus, Ältere in naturnahen Robinsongebieten.

Der Entwurf Till Schaller sieht einen lang gestreckten Baukörper mit einer Ausbuchtung im Norden und einem kleinen Anbau vor. Links ist die Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße.
Der Entwurf Till Schaller sieht einen lang gestreckten Baukörper mit einer Ausbuchtung im Norden und einem kleinen Anbau vor. Links ist die Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße. | Bild: Zoch, Thomas

Das Foyer wäre eher klein, aber auch durch mobile Wände erweiterbar. In Ü3-Räumen sieht er Oberlichter vor. Doppelschalige Wände könnten als Spielhöhlen genutzt werden. Auch Schaller sieht PV auf dem Dach vor, aber geht beim Thema Energie noch weiter mit Erdreichwärmepumpen, um Passivhaus-Standard zu erreichen. „Wir können die Betriebskosten auf Null bringen.“ Kostenschätzung: 2,1 Millionen Euro. 

Die deutlichsten Unterschiede zu den anderen Entwürfen

Büro Schlude/Ströhle/Richter, Stuttgart: Der Entwurf der Architekten Martina und Hans Schlude weicht in einem Punkt deutlich ab von den anderen beiden. Sie schlagen zur Anpassung an die Topografie ein Sockelgeschoss aus Stein oder Beton vor, das teils in den Hang gebaut sein soll.

Der Entwurf von Martina und Hans Schlude sieht Kosten von 2,2 Millionen Euro vor.
Der Entwurf von Martina und Hans Schlude sieht Kosten von 2,2 Millionen Euro vor. | Bild: Zoch, Thomas

Darüber ist als Obergeschoss eine Holzkonstruktion mit Räumen für Ü3 und U3 mit ebenerdigem Zugang zum Freibereich im Norden. Ein weiterer Unterschied: Sie planen zum Schallschutz im Süden nur dienende Räume wie Sanitär oder Ruhebereich. „Das schirmt nach Süden alles ab“, so Hans Schlude.

Der Entwurf von Martina und Hans Schlude sieht einen lang gestreckten Baukörper mit zwei Anbauten im Norden vorl. Links ist die Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße.
Der Entwurf von Martina und Hans Schlude sieht einen lang gestreckten Baukörper mit zwei Anbauten im Norden vorl. Links ist die Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße. | Bild: Zoch, Thomas

Gruppenräume planen sie im Norden, wo zwei Anbauten zudem einen Innenhof bilden sollen. Um den Außenbereich sehen sie eine Pergola vor, die verschiedene Funktionen erfüllen könne. Auch sie schlagen eine Fußbodenheizung sowie eine winddichte, hoch gedämmte Gebäudehülle vor und eventuell die Nutzung von Erdwärme, wenn möglich. Kostenschätzung: 2,2 Millionen Euro.