Christian Bücheler vertrat 25 Jahre lang die CDU im Allensbacher Gemeinderat. Der 59-Jährige ist geschäftsführender Gesellschafter der Speditionsfirma Transco.

Warum treten Sie nicht mehr an, Herr Bücheler?

Ich bin umgezogen von Freudental nach Kaltbrunn. Von daher habe ich einen
neuen Lebensabschnitt für mich und meine Familie. Da ist es konsequent, wenn man einen Strich zieht unter die politischen Aktivitäten. Man muss auch jungen Leuten Platz machen. Wobei es mir immer Spaß gemacht hat.

Welche Projekte und Entscheidungen waren für Sie besonders wichtig?

Was mich die ganze Zeit begleitet hat, ist die B 33. Das waren unzählige Sitzungen. Aus meiner Sicht ist es nicht die beste Lösung, aber es ist eine. Und man sieht, dass es voran geht. Da haben wir viel dem Alt-Bürgermeister zu verdanken. Im Sport ist viel passiert wie Fußballplätze und Riesenberghalle. Auch die Seniorenwohnanlage, Campingplätze, Mühlenwegmuseum, Gewerbegebiet – alles ist neu gemacht worden. Zu den Ortsteilen: Dass wir Glasfaser haben in Langenrain und Freudental ist nicht selbstverständlich. Das ist ein schöner Erfolg. In jeder Periode war ein dickes Projekt. Wobei wir auch mal eklatant sparen mussten. Heute schöpfen wir aus dem Vollen – noch.

Was wäre Ihnen sonst noch wichtig gewesen, was aber nicht realisiert wurde?

Die B 33 hätte ich gern im Norden gesehen. Beim Gasthaus Adler haben wir über Jahre keine Lösung herbeiführen können. Und beim Kindergartenneubau haben wir viel Zeit verloren. In den Ortsteilen ist es der Proberaum für die Musikkameradschaft, wo wir seit Jahren dran sind. Ich hoffe, dass das die Nachfolger bewerkstelligen können.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Gemeinde in diesen 25 Jahren?

Sehr positiv. Die Gemeinde hat einen sehr guten Ruf. Wir decken alle Sparten ab: vom qualitätsvollen Tourismus über die bauliche Entwicklung bis hin zu Gewerbe und Dienstleistung. Auch beim Wohnraum ist Allensbach gut aufgestellt, wobei bezahlbarer Wohnraum knapp ist. Da ist die Frage: Wer baut’s und an wen wird’s gerecht vergeben? Da einen Mittelweg zu finden, wird sicher schwierig. In Summe bin ich schon stolz, was wir erreicht haben.

Als wie erfolgreich bewerten Sie Ihr Engagement im Gemeinderat?

Allein kann ich nichts entscheiden. Es ist immer ein Zusammenwirken von Gemeinderat und Verwaltung. Ich kann mich nur einbringen mit meinen Argumenten. Das habe ich gemacht – nach meiner Einschätzung geradlinig und konstruktiv. Für mich war wichtig, dass ich berechenbar bin, konsequent und ehrlich. Was auf mein Wirken hinkam, ist der Radweg Langenrain-Freudental. Die Erweiterung der Schule Hegne war eine Initiative unter anderem von mir – oder der Kunst­rasenplatz.

Würden Sie aus heutiger Sicht bei manchen Themen anders entscheiden?

Da fällt mir nichts ein. Ich habe immer so entschieden, wie ich’s für richtig halte – unabhängig von der Fraktion.

Welche Tipps und Ratschläge geben Sie Ihren Nachfolgern mit auf den Weg?

Die Unterlagen sollte man sorgfältig lesen und konstruktiv bewerten. Und darauf achten, dass alle Interessen der Gemeinde vertreten werden – auch die der Ortsteile. Bei der Dorfentwicklung sollte man maßvoll vorgehen. Wichtig ist bei der Kinderbetreuung eine schnelle und gute Lösung. Und die Nachfolger sollten das Ohr am Bürger haben.

Was werden Sie mit der vielen neuen Freizeit anfangen?

Ich habe eine tolle Familie. Und ich habe jetzt ein großes Grundstück, das es zu pflegen gilt. Ich fahre auch sehr gern Fahrrad. Für all das habe ich mehr Zeit. Und ich habe ja noch eine Firma, die ich weiterführen muss.