Auch wenn er den Globus bereist hat, im fernen Japan war oder aber nur auf der schwäbischen Alb – für einen Ducherle ist und bleibt Kaltbrunn der Nabel der Welt. So könnte das Fazit der Bunten Abende der Narrenzunft Ducherle unter dem Motto „Rund um die Welt“ lauten. Und aus diesem Grund tat sich Narrenpräsident Peter Waidele mit dem Motto eher schwer, als er in die Bütt ging. „Kei’ Thema“ lautete sein Programmpunkt im zweiten Teil des Abends, bei dem er sich gekonnt in äußerst witzigen Reimen über Thermomix-Essen beschwerte oder die Fahrradautobahn zwischen Kaltbrunn und Dettingen aufs Korn nahm.

Sangeskunst in höchsten Höhen und tiefsten Tiefen. Die Latschari-Sisters Beatrice Trenkle (rechts) und Sylvia Zwick haben sich mit Ortsvorsteherin Elisabeth Müller (links) und Organisten Peter Haumann Verstärkung für ihren diesjährigen Auftritt geholt.
Sangeskunst in höchsten Höhen und tiefsten Tiefen. Die Latschari-Sisters Beatrice Trenkle (rechts) und Sylvia Zwick haben sich mit Ortsvorsteherin Elisabeth Müller (links) und Organisten Peter Haumann Verstärkung für ihren diesjährigen Auftritt geholt.

Die jungen Narren hingegen schienen sich gut mit dem Motto angefreundet zu haben. Unterwegs mit der Duch-Airlines tanzten sich die Mädchen und Jungen zur Eröffnung des Abends durch die ganze Welt. Ob Moskau oder New York: In nur zehn Minuten nahmen sie ihr Publikum mit auf eine sehenswerte Reise. Bevor Peter Waidele begann, seine Gäste wie immer in einfallsreichen Reimen zu begrüßen, kam der Fanfarenzug unter der Leitung von Helmut Renner auf die Bühne. Kuschelig eng war es zwar im ausverkauften Ducherle-Nescht, aber Gäste und Holzergruppe, die für die Bewirtung verantwortlich war, kamen damit bestens zurecht.

Waschfrau Beatrice Trenkle (links) trieb mit falsch angewandten Fremdwörtern ihre Kollegin Sylvia Zwick in den Wahnsinn. Die Wäsche blieb liegen. Bild: Selma Burnukara
Waschfrau Beatrice Trenkle (links) trieb mit falsch angewandten Fremdwörtern ihre Kollegin Sylvia Zwick in den Wahnsinn. Die Wäsche blieb liegen. Bild: Selma Burnukara

Für einen Höhepunkte des Abends sorgten die Latschari-Sisters alias Beatrice Trenkel und Sylvia Zwick. Eigentlich bekannt für Sangeskunst in höchsten Tönen holten sie sich dieses Jahr Ortsvorsteherin Elisabeth Müller mit auf die Bühne, sodass bei den Abba-Songs der sonore Bass von Müller für die erforderlichen Tiefen sorgte. Zum ersten Mal war auch Organist Peter Haumann mit von der Partie und unterstützte die Damen nicht nur mit dem Griff in die Tasten, sondern auch stimmlich. Dagegen ließen es die Klatschtanten Birgit Moll und Edi Rothmund auf dem Buh-Bänkle eher ruhig angehen. Mit Fernrohren bewaffnet schauten sie ins Tal auf ihr Dorf und blickten zurück auf die Begebenheiten des Jahres. Sonja Herz sparte bei ihrer Büttenrede nicht mit Seitenhieben auf die Honoratorien, die auf Fasnachtsbällen als „Ehrengast“ so viel wie möglich abgreifen, was „nix koscht“.

Mit Vollgas in den Feierabend lautete das Motto des Frauenballetts bei den Bunten Abenden der Ducherle aus Kaltbrunn.
Mit Vollgas in den Feierabend lautete das Motto des Frauenballetts bei den Bunten Abenden der Ducherle aus Kaltbrunn.

Mit einem wortlosen, aber unwahrscheinlich witzigen Intro beendeten Peter und Sandra Waidele die Pause. Die „Plakat-Unterhaltung“ der beiden hätte gern länger dauern dürfen. Aber auch die Alten-WG hatte einiges zu bieten. Denn Menschen, die Ende der 1960er-Jahre als junge Hippies lebten, sind ja mittlerweile Joint rauchende Flower-Power-Senioren. Und wenn die auf Reisen gehen, haben sie sich manch Kuriosität zu erzählen. Die Damen vom Ballett hingegen gingen als Mechatroniker nicht in die weite Welt, sondern nur „mit Vollgas in den Feierabend“. Die zwei Waschfrauen Beatrice Trenkle und Sylvia Zwick kämpften mit den Tücken der richtigen Anwendung von Fremdwörtern. Ein Männerballett der anderen Art zeigten die Herren bei ihrem Auftritt in schwarz-weiß und behaupteten „Synchron ist anderes“. Durch das kurzweilige Programm führten die Rucksacktouristinnen Sonja Herz und Barbara Weltin.

Männerballlett der anderen Art. Die Herren von den Ducherle aus Kaltbrunn verzichteten bei ihren bunten Abenden auf die übliche Verkleidung als Frauen und behaupteten, Synchron sei was anderes.
Männerballlett der anderen Art. Die Herren von den Ducherle aus Kaltbrunn verzichteten bei ihren bunten Abenden auf die übliche Verkleidung als Frauen und behaupteten, Synchron sei was anderes.


Die Mitwirkenden

Kerstin Bergmann, Michael Bernhard, Alex und Carolin Erne, Claudia Fechner, Jasmin Hafner, Peter Haumann, Sonja Herz, Nicole Hof, Daniela Klinge, Fanny und Toni Kolb, Thomas Lahtz, Manfred und Veronika Lais, Carmen Marquardt, Bernd Mayer, Birgit und Moll, Karin Moll, Elisabeth, Helmut, Ruth und Sophie Müller, Philipp Renner, Edeltraud, Katja, Lara, Ronja, und Steffi, Rothmund, Ina, Katrin und Timo Steinebrunner, Anita und Beatrice Trenkle, Arne, Carolin, Lorenz, Michael, Peter, Sandra, Silke, und Tessa Waidele, Barbara Weltin, Barbara, Katrin, Lena, Michael und Svenja Wernicke, Robert und Svenja Wollny, Sylvia Zwick; der Fanfarenzug Kaltbrunn unter der Leitung von Helmut Renner, Holzergruppe (Bewirtung).