Allensbach Bahnlärm in Allensbach: 345 Wohnungen laut Gutachten im gesundheitsgefährdenden Bereich

Viele Allensbacher sind von hohem Lärmpegel der Bahnstrecke betroffen sagt ein Gutachten zum Lärmaktionsplan der Gemeinde. Auch nachts sind über 200 Personen betroffen. Das Problem: Die Deutsche Bahn ist nicht zum Handeln gezwungen.

Das Ergebnis der Analyse im Entwurf des Lärmaktionsplans für Allensbach ist alarmierend. Entlang der Bahnlinie komme es durch den Zugverkehr "auf zirka 16 Hektar zu extremen Lärmbelastungen, die die Schwelle zur Gesundheitsgefährdung überschreiten", so das Fachbüro, dass den Planentwurf erstellt hat.

"Geschätzt liegen über 345 Wohnungen in einem gesundheitsgefährdenden Bereich. Hiervon wird an über zehn Wohnungen die Schwelle zur Gesundheitsgefährdung überschritten", heißt es weiter. Und: "Während des sensiblen Nachtzeitraums sind geschätzt 220 Personen gesundheitsgefährdenden Dauerschallpegeln ausgesetzt." Betroffen sind unter anderem auch die Campingplätze und das Marianum des Klosters Hegne.

Verwaltung will mit dem Eisenbahnbundesamt sprechen

Der Haken daran: Der Lärmaktionsplan ist rechtlich nicht bindend gegenüber Dritten wie der Bahn, so Bürgermeister Stefan Friedrich. Doch die Verwaltung werde sich nun ans Eisenbahnbundesamt wenden, um über die Umsetzung von möglichen Gegenmaßnahmen zu sprechen. Eine soll laut Fachplaner relativ einfach machbar sein: durch so genannte Schienenstegabschirmungen aus Kunststoff, die direkt an den Schienen angebracht werden könnten. Dadurch würde der Schall in eine andere Richtung abgeleitet, so Friedrich.

Laut Fachplaner würde dies zirka 164 Euro pro Meter kosten und die Lärmbelastung so senken, als würden nur halb so viele Züge durch den Ort fahren. Jährlich sind es über 42.000. Der Gemeinderat stimmte dem Vorstoß beim Bundesamt zu. Angeregt hatte diesen nach der Offenlage des Planentwurfs der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND).

Das Lärmproblem mit der B 33 soll sich ohnehin erledigen

Auch von der B 33 geht laut Lärmaktionsplan eine hohe Belastung für viele Anwohner aus. Da die Straße aber ohnehin ausgebaut wird und dabei Schallschutzmaßnahmen geplant seien, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, will die Gemeinde hier nichts weiter unternehmen. Der BUND hatte eine Änderung der Planfeststellung aus dem Jahr 2007 gefordert, weil einige erst 2014 gebaute Häuser im Reihetal nicht berücksichtigt seien.

Auf Nachfrage von Svenja Grampp (Bunte Liste) meinte Friedrich, bei der B 33 sei der Lärmschutz insgesamt berücksichtigt. Christian Bücheler (CDU) meinte, die B 33 müsse dann aber auch so schnell wie möglich ausgebaut werden. Zudem forderte er die Verwaltung auf, beim Eisenbahnbundesamt zusätzlich durch eine Stellungnahme der Gemeinde Druck zu machen. Dem schloss sich Pius Wehrle (Freie Wähler) an. Vor allem beim Güterverkehr sollte darauf geachtet werden, dass keine alten Waggons verwendet werden.

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