Beim Seenarrentreffen am Wochenende in dem Allensbacher Teilort Kaltbrunn ist es offenbar doch nicht so harmonisch zugegangen, wie es zunächst schien. Das Polizeipräsidium Konstanz, bei dem am Sonntag zunächst keine Informationen über problematische Situationen vorlagen, hat am Montag eine eher ernüchternde Bilanz gezogen.

Gleich 15 Platzverweise mussten die Beamten laut einer Pressemitteilung am Freitagabend aussprechen. "Nur durch die permanente Anwesenheit der Einsatzkräfte und die gute Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst konnten weitere Auseinandersetzungen vermieden beziehungsweise im Keim erstickt werden", fasst die Polizei dazu zusammen.

15 Platzverweise und Auseinandersetzungen

Peter Waidele, der Präsident der Narrenzunft Ducherle, rechtfertigte daraufhin seine Darstellung gegenüber dem SÜDKURIER vom Sonntag, wonach die Ausschreitungen "nicht so schlimm" gewesen seien. Er habe am Sonntag noch keine Kenntnis von Platzverweisen und teils massiven Beschimpfungen und Beleidigungen gegen Polizeibeamte gehabt. Er habe nur von kleineren Streitereien gewusst, in die überwiegend Jugendliche verwickelt gewesen seien. Und er hält fest: "Ich bleibe dabei, die gerüchteweise kolportierten Massenschlägereien mit Verletzten gab es nicht."

Laut Polizei begannen die Schwierigkeiten bereits vor dem Nachtumzug. Um 19.15 Uhr mussten demnach die Sicherheitskräfte ein erstes Mal eingreifen, weil drei Männer aus zunächst unklarem Grund in Streit geraten seien. Eine Schlägerei mit mehreren Beteiligten sei dann um 21.30 Uhr gemeldet worden, und "nur wenige Minuten später kam es an der gleichen Stelle aus einem nichtigen Anlass zu einer weiteren Auseinandersetzung", gestritten haben demnach ein Jugendlicher und ein junger Erwachsener.

Polizisten beleidigt und Rettungsdienst an der Arbeit gehindert

Ein 38 Jahre alter Mann wollte laut Polizei gegen 22.30 Uhr sogar Mitarbeiter des Rettungsdienstes in ihrer Arbeit behindern – diese waren gerufen worden, um eine "stark alkoholisierte Frau" zu behandeln. Dabei musste der Sicherheitsdienst den Mann festhalten und den Beamten übergeben. Ungute Szenen trugen sich laut Polizei dann auch zu ganz später Stunde zu. Als die Beamten gegen 3.15 Uhr in einer Besenwirtschaft kontrollierten, ob die Sperrzeit eingehalten wird, habe sich ein 48-Jähriger grob danebenbenommen und die Polizisten beleidigt und beschimpft.

Ducherle-Vorsitzender Waidele bedauerte, dass das Seenarrentreffen auch diese unschöne Seite hatte. Er selbst habe stets den Eindruck gehabt, dass das große Fest im kleinen Kaltbrunn ganz überwiegend friedlich verlief. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER dankte er der Polizei und dem Sicherheitsdienst. Die Ducherle, so Waidele, stünden für eine fröhliche und friedliche Fasnacht.