Nicht nur im Kernort und bei Kaltbrunn will die Gemeinde Allensbach Wohnraum schaffen. Auch im Ortsteil Hegne gibt es Pläne für ein kleines Neubaugebiet nordwestlich des Dorfs, angrenzend an die bestehende Bebauung. Der Gemeinderat hat hierfür nun beschlossen, den Bebauungsplan Bildösch Nord aufzustellen.

Erst einmal Umgrenzung

Wobei Bürgermeister Stefan Friedrich sagte, es gehe momentan zunächst um die Umgrenzung des Gebiets, nicht um die Art der Bebauung. Das müsse der Gemeinderat später entscheiden. Und es werde hier sicher erst in einigen Jahren etwas gebaut, sagte er. Das Neubaugebiet in Kaltbrunn habe Priorität, aber so Friedrich: „Wir haben in Hegne dann was auf Vorrat.“

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Baubeginn im Jahr 2020

Wesentlich schneller soll es gehen mit einem weiteren Neubaugebiet, das das Kloster Hegne plant auf einem seiner Grundstücke. Es handelt sich um den Bereich zwischen der Straße, die von der B 33 hinauf zum Hotel St. Elisabeth führt und der südlich von diesem Grünland bestehenden Bebauung.

Das Kloster Hegne mit dem Untersee im Hintergrund.
Das Kloster Hegne mit dem Untersee im Hintergrund. | Bild: Haus St. Elisabeth

Klostergeschäftsführer Thomas Scherrieb erklärte auf Nachfrage, er hoffe, dass es dort bereits im Laufe des Jahres 2020 Baugrundstücke geben werde. „Wir wollen Bauplätze zur Verfügung stellen in Erbpacht – bevorzugt an unsere Mitarbeiter.“

Radweg an Zufahrtsstraße

Und es soll sich noch mehr tun in Hegne. Die Gemeinde plant zudem westlich von eben dieser Zufahrtsstraße einen Radweg. Auch hierfür und für das Kloster-Baugebiet hat der Gemeinderat nun beschlossen, einen Bebauungsplan zu machen.

Plangebiet Bildösch Nord

Die Gemeinde hat zwei Grundstücke mit Grünland erwerben können, die nordwestlich des Dorfs liegen, unterhalb von Meisterklause und Wald, erklärte der Bürgermeister. Zwei weitere gehörten ihr bereits. Und Plan sei, noch einmal zwei Grundstücke zu kaufen. Wenn Letzteres nicht gelingen sollte, müsste der Gemeinderat die Umgrenzung des Plangebiets noch einmal ändern. Planer Andreas Wieser erklärte, in der jetzigen Entwurfsfassung sei das Plangebiet Bildösch Nord 1,16 Hektar groß. Es sei ein allgemeines Wohngebiet geplant.

Jährlich mehr Bedarf von 0,3 Prozent

Zur Begründung hat Wieser eine Bedarfsrechnung aufgestellt und kommt zu der Prognose, dass es sich um eine angemessene Entwicklung laut Baugesetzbuch handele. Demnach gebe es eine jährlich Bedarfszunahme an Wohnraum in Hegne von 0,3 Prozent. Das seien 40 Personen in 15 Jahren. Es gebe zwar noch einige Baulücken im Dorf, aber diese würden von den Eigentümern bisher zurückgehalten.

„Nichts gemacht“

Der Bürgermeister sagte auf Nachfrage von Doris Hellmuth (Bunte Liste): „Wir bauen sicher nicht über Bedarf.“ Zumal die Gemeinde in Hegne in den vergangenen Jahren nichts gemacht habe. Ortsvorsteher Pius Kininger sagte: „Die oberen Anwohner sind natürlich nicht alle begeistert.“ Doch der Ortschaftsrat habe das einstimmig beschlossen. „Wir wollen das Baugebiet vorantreiben.“

Plangebiet „Wohnen im Tal“

Die Nettobaulandfläche beträgt bei dem Projekt des Klosters laut Planentwurf rund 0,53 Hektar. Das Kloster plane aber, zunächst nur einen Teil davon als Bauland zu vergeben, so Scherrieb. Zunächst seien acht bis zwölf Doppelhaushälften im südlichen Teil des Gebiets vorgesehen. Unter den Mitarbeitern des Klosters gebe es bereits Interessenten. „Wir sind schon länger mit denen im Gespräch“, sagte Thomas Scherrieb. Das Kloster sehe diese Maßnahmen auch unter dem Aspekt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Daher verkaufe man die Bauplätze nicht, sondern vergeben diese in Erbpacht. Das sei günstiger für die künftigen Bauherrn, so Scherrieb. Zudem seien Doppelhaushälften auch nicht so teuer wie Einfamilienhäuser.

Weitere freie Flächen

Im nördlichen, kleineren Teil wären noch mal ein paar Häuser möglich, doch es gebe hierfür noch keinen Zeitplan, so Scherrieb. „Das ist auch für die Zukunft gedacht. Der Bedarf wird sicher noch größer werden.“ Das Kloster habe zwar trotz des angespannten Wohnungsmarkts am See bisher keine Probleme gehabt, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, aber diese hätten dann oft Probleme, etwas zu finden und seien erstaunt über die hohen Miet- und Baulandpreise. Und künftig könnte das Angebot des Klosters für neue Mitarbeiter schon ein Kriterium sein, zu kommen, schätzt Scherrieb.

Der Ortschaftsrat hat befürwortet

Auch für dieses Baugebiet hatte sich der Hegner Ortschaftsrat einstimmig ausgesprochen. Planer Wieser erklärte im Gemeinderat, dass im Baugebiet eine Erschließungsstraße nötig und am Rand zur Straße hin ein Gehweg geplant sei. Es handele sich um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, bei dem das Kloster als Träger die Kosten des Verfahrens übernehme. Bürgermeister Stefan Friedrich erklärte, die Gemeinde müsse hierzu noch einen städtebaulichen Vertrag mit dem Kloster schließen.

Gemeinde braucht Flächen vom Kloster

Für die Leistung der Gemeinde, die Baurecht schaffe, gehe es dabei auch darum, dass das Kloster Flächen als Ausgleich zur Verfügung stelle. Auf Nachfrage von Patrick Konopka (FDP), ob dies auch Bauland sein könne, meinte Wieser, das sei Verhandlungssache. Die Gemeinde brauche vom Kloster aber bereits Flächen für Straße und Gehweg. Auch Scherrieb erklärte, darüber werde noch verhandelt. Doch das Kloster wolle eigentlich nichts vom Bauland an die Gemeinde abtreten.

Plan für Radweg West

Die Gemeinde Allensbach plant an der westlichen Zufahrtsstraße nach Hegne einen Radweg und macht hierfür nun einen Bebauungsplan. Die Verwaltung begründet dies damit, dass schon lange eine Verbindung fehle zwischen dem Wirtschaftsweg nördlich der B 33 und dem Dorf. Ortsvorsteher Pius Kininger erklärte im Gemeinderat, es gebe einen hohen Bedarf – zum Beispiel als Schulweg. Daher sollte schnellstmöglich gebaut werden. Bürgermeister Stefan Friedrich sagte allerdings, es gebe noch keinen Zeitplan. „Das ist eins von vielen Vorhaben.“

Planer sieht kleine Knackpunkte

Und Planer Andreas Wieser erklärte, es gebe mehrere kleine Knackpunkte. „Wir sind im Landschaftsschutzgebiet und in einem Vogelschutzgebiet.“ Man werde den Nachweis führen müssen, dass diese nicht tangiert werden. „Wir brauchen hier einen Umweltbericht.“ Der Planentwurf sehe einen 2,50 Meter breiten Radweg vor, der durch einen 2,50 breiten Grünstreifen von der Straße getrennt sei. Dort könne man Bäume pflanzen, so Wieser.