Eine Kernaussage des Konzepts lautet: „Der Umgang mit der demografischen Entwicklung wird eine der wesentlichen Zukunftsaufgaben sein.“ Dies betreffe alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Handlungsbedarf nennt das Konzept unter anderem in der Schaffung von bezahlbarem und seniorengerechtem Wohnraum.

Das Konzept, wie sich Allensbach weiter entwickeln sollte, umfasst weitere Bereiche wie Betreuung, Freizeitangebote, Sanierungen oder Verkehr. Antonia Cramer von der Steg erklärte, das Konzept sei zum einen nötig für die Gemeinde, um weitere Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm zu erhalten. Eingeflossen seien dabei Wünsche und Anregungen aus der Bürgerbeteiligung im Juni 2017.

Bisherige Fördermittel reichen nicht aus

Kristin Seifert vom Fachbüro Steg erklärte zum Landessanierungsprogramm für die Umgestaltung der Ortsmitte, der bisherige Förderrahmen von 1,5 Millionen Euro werde nicht ausreichen für alle Maßnahmen wie etwa Rathausplatz, Adler, Uferanlagen und Wohnquartiere.

Kristin Seifert (links) und Antonia Cramer von der Stadtentwicklungsgesellschaft betreuen die Gemeinde Allensbach beim Landessanierungsprogramm und dem Gemeindeentwicklungskonzept.
Kristin Seifert (links) und Antonia Cramer von der Stadtentwicklungsgesellschaft betreuen die Gemeinde Allensbach beim Landessanierungsprogramm und dem Gemeindeentwicklungskonzept. | Bild: Zoch, Thomas

Eine Million Euro sei ohnehin schon ausgegeben – das meiste davon nachträglich für die Rathaussanierung. „Wir brauchen laut Kalkulation vier Millionen Euro an Fördermitteln.“ Mittelfristig für die Jahre 2019/2020 gehe es um 750.000 Euro. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Aufstockung bewilligt bekommen“, sagte Seifert. Neben diesen Sanierungsmaßnahmen macht das Entwicklungskonzept Aussagen zu weiteren Handlungsfeldern wie diesen:

  • Wohnen: Familien würden heute eher größere Wohnungen als Einzelhäuser bevorzugen, sagte Antonia Cramer. Zudem gebe es eine steigende Nachfrage von Alleinstehenden und Senioren. In älteren Wohngebieten könne es zu einem Generationenwechsel kommen, wenn die Eigentümer aus Altersgründen ihre Häuser abgeben, sofern sie Alternativen haben.
  • Bildung und Betreuung: Neben den fehlenden Ganztagsplätzen für Unter-Dreijährige nennt das Entwicklungskonzept Nachholbedarf bei älteren Kindern. „Die Jugendlichen wünschen sich mehr Freizeit-, Sport- und auch kulturelle Angebote“, sagte Antonia Cramer.
  • Gesundheit und Pflege: Die Angebote seien gut in der Gemeinde, so Cramer, doch ausbaufähig. „Es fehlen Kinderärzte.“ Und es gehe darum, Nachfolger zu bekommen, wenn ansässige Ärzte in den Ruhestand gehen. Auch das Betreuungsangebot für Senioren könnte erweitert werden.
  • Tourismus: Auch hier seien die Angebote schon gut, aber gerade beim Ausbau des Tourismus gelte es, den Spagat mit der nötigen Landschaftspflege zu schaffen, so Cramer. Auf den Campingplätzen sollten die Uferbereiche geschützt und die Zahl der Dauercamper reduziert werden. Und da Allensbach als Ziel für Radfahrer attraktiv sei, meinte sie: „Für Radtouristen fehlt ein Hotel.“
  • Freizeit: Für Jung und Alt sollte es mehr Bewegungsmöglichkeiten wie Fitnessgeräte geben, so Cramer. Für das umfassende Kulturangebot fehle ein passender Veranstaltungssaal. Als Defizit in der Gastronomie nannte sie: „Es fehlen Angebote der regionalen, bürgerlichen und auch hochwertigen Küche.“ Und für Kinder sei „ein ganz großer Wunsch ein Wasserspielplatz“.
  • Mobilität und Verkehr: Auch hier seien die Angebote schon ganz gut, fasste Antonia Cramer von der Stadtentwicklungsgesellschaft zusammen. Doch Fuß- und Radwege könnten teils sicherer ausgebaut werden. „Die Qualität ist an manchen Stellen zu überprüfen.“ Im Rahmen des Sanierungsprogramms, das in das Konzept eingebettet ist, geht es zudem um ein Verkehrsleitsystem mit einem neuen Parkierungskonzept, das die Gemeinde angehen werde, so der Bürgermeister.