In Allensbach ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. Dem SÜDKURIER waren bis zum Mittwochmittag mehrere Fälle bekannt, die im Umfeld der dortigen Grundschule angesiedelt sind.

Neue Fälle am Donnerstagmorgen

Am Donnerstagmorgen erfuhr der SÜDKURIER darüber hinaus, dass außer der mindestens neun Infizierten vom Mittwoch, noch mindestens zwei weitere Kinder positiv auf Corona getestet wurden. Es handele sich dabei wohl um Schüler einer der beiden Klassen, die sich bereits in Quarantäne befinden.

Marlene Pellhammer, Pressesprecherin des Landratsamts Konstanz bestätigte am Mittwoch den Ausbruch an der Grundschule Allensbach. „Aktuell gibt es in einer Schulklasse fünf PCR-bestätigte Fälle – das bedeutet es gibt hier einen Ausbruch und die ganze Klasse geht zehn Tage in Absonderung“, gibt sie auf SÜDKURIER-Nachfrage hin Auskunft. „In einer weiteren Klasse gibt es vier bestätigte Corona-Fälle.“ Eine Person sei darüber hinaus in einem Hort positiv auf Corona getestet worden, dabei handelt es sich wohl um den Kindergarten St. Nikolaus. Der Ansteckungsort der verschiedenen Infizierten sei noch unbekannt.

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Bei der Klasse mit fünf bestätigen Fällen, bei der es sich um eine Klasse der Stufe 4 handeln soll, gelten 16 Personen als Kontaktpersonen. Wie viele ungeimpfte Haushaltsangehörige ebenfalls eventuell in Quarantäne müssen, werde derzeit noch ermittelt. Die Kinder wurden aufgrund der Vorgaben durch die Corona-Verordnung nach Hause geschickt. Auf die Covid-Fälle sei man durch die Übermittlung der Schnelltests an den Schulen aufmerksam geworden, so Pellhammer.

Die Lage ist dynamisch

Bürgermeister Stefan Friedrich befand sich am Mittwoch im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt. Gegen Nachmittag erklärte er gegenüber dem SÜDKURIER: „Wir haben einen messbaren und sichtbaren Ausbruch. Und da kommt vielleicht morgen auch noch etwas dazu.“ So könne sich die Lage wieder beruhigen, oder gegebenenfalls auch neue Fälle hinzukommen. Die Situation sei derzeit dynamisch.

Zum Hintergrund: Sollte in der Klasse, in der vier Kinder positiv getestet wurden, ein weiterer positiver Corona-Test vorliegen, müsste auch diese Klasse komplett in Quarantäne. Weiterhin spricht das Gesundheitsamt erst ab fünf Fällen je Einheit von einem Ausbruch. Wie eine Mutter, deren Kind die Grundschule besucht, am Mittwochabend noch bestätigte, wurde aus der bloßen Vermutung bald Gewissheit. Auch eine zweite Klasse der Grundschule Allensbach muss ab Donnerstag komplett in Quarantäne.

Die Angaben des Gesundheitsamts ließen am Mittwoch laut der Angaben einer SÜDKURIER-Quelle, die nicht näher genannt werden wollte, längere Zeit auf sich warten – was zum Unmut unter den Eltern führte.

So hätten laut Bürgermeister Friedrich die ersten positiven PCR-Fälle bereits am Dienstagabend vorgelegen. Bis zum folgenden Nachmittag hatten die Eltern aber wohl keine Informationen seitens der Schule erhalten. Gegenüber dem SÜDKURIER machten die Verantwortlichen der Grundschule Allensbach auch nach mehrmaliger Nachfrage keine Angaben. Die Sekretärin sagte, man gebe keinen Kommentar ab.

Grundschule bleibt erst einmal geöffnet

Eines steht jedoch seit Mittwochabend fest: Die Schule bleibt erst einmal geöffnet. So wendete sich Schulleiter Gerrit Grahl in einem Brief, der dem SÜDKURIER vorliegt, an die Eltern. Darin schildert er das weitere Vorgehen: Jedes Kind der Klassen, in denen ein positiver Fall aufgetreten ist, werde in den folgenden fünf Tagen täglich getestet.

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Sollte ein Kind positiv getestet werden, müsse es sich in Quarantäne begeben, sowie einen PCR-Test zur Absicherung durchführen. Außerdem müssen die Kinder dieser Klasse nun wieder durchgängig Masken tragen, mindestens für die nächsten fünf Tage. Darüber hinaus wird die betroffenen Kinder von anderen komplett getrennt, auch Sportunterricht findet nicht statt. Ob die Klasse des eigenen Kindes betroffen sei, erfahren die Eltern über die jeweiligen Klassenlehrer. Ob das jeweilige Kind eine Kontaktperson eines Infizierten war, darüber informiert derweil das Gesundheitsamt.

Um die Schule ganz zu schließen, gebe es jetzt im Moment eigentlich noch keinen Grund, gab Bürgermeister Stefan Friedrich an. Dafür gäbe es noch nicht genügend Infizierte. „Falls sich dies ändert oder das Gesundheitsamt zu einem anderen Schluss kommt, werden wir dazu im Austausch stehen, was die sinnvollste Lösung ist“, sagt der Bürgermeister. Die Schulen, das Gesundheitsamt und das Rathaus werden sich täglich neu zum Infektionsgeschehen austauschen.

Aktuelle Infiziertenzahl steigt rapide an

Laut der aktuellen Statistik vom Landratsamt Konstanz vom 27. Oktober um 12 Uhr sind die zehn genannten Fälle jedoch nicht die einzigen Neu-Infizierten in Allensbach. So stieg die Zahl der Fälle am Mittwoch auf 26 Infizierte. Im Vergleich zum Vortrag kamen 17 weitere nachweislich infizierte Menschen hinzu. So war in Allensbach neben dem Hort auch von einem Pflegedienst sowie einer Fußballmannschaft die Rede.

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Schwere Verläufe, sodass die Kinder in eine der Kinderkliniken in Konstanz oder Singen gebracht werden mussten, gibt es im Moment nicht. „Stationäre Aufenthalte sind uns nicht bekannt“, sagt Marlene Pellhammer vom Landratsamt. Jedoch litten die Infizierten wohl unter den typischen Covid-19-Symptomen.

Auch Andrea Jagode, Pressesprecherin des Klinikverbunds gibt gegenüber dem SÜDKURIER dahingehend Entwarnung: „Stand 27. Oktober wird kein corona-positives Kind im Kinderklinikum Konstanz stationär behandelt.“ Das wäre auch nicht in Singen der Fall.