Die Netze BW GmbH hat mit der Verlegung eines 20 000-Volt-Erdkabels zwischen Aach und Volkertshausen begonnen. Hauptgrund ist laut einer Mitteilung der Netze BW die Sorge, der an der Aach lebende Biber könnte beim Fällen von Bäumen die bestehende Freileitung erwischen.

An die zwei Kilometer lang sei die neue Trasse für die Doppelleitung, die am neben dem E-Werk liegenden Schaltwerk Aach beginnt, erläutert Netze BW. Sie führe zunächst nach Westen, wobei die Wasserläufe per Spülbohrung oder bereits früher installierten Leerrohren zu unterqueren seien. Meist entlang von Feldwegen wird die Gemarkungsgrenze von Volkertshausen erreicht. Von dort führe einer der beiden Stränge an der Aach entlang und durch das Industriegelände hindurch, das zukünftig besser eingebunden sei. Ein neu zu errichtender Kabelendmast stelle danach die Verbindung zur weiter bestehenden Freileitung in Richtung der Ortsnetzstation Sägewerk her.

Der zweite Strang zweigt laut Netze BW nach Westen ab zu einer neu zu errichtenden Umspannstation Föhrenweg am nördlichen Ortsrand. Von der aus werde zukünftig auch das nahe gelegene Pumpwerk versorgt, wofür ebenfalls noch ein Kabelendmast zu errichten sei. Zudem lasse sich von dort der Anschluss zum in diesem Bereich bereits erdverkabelten Mittelspannungsnetz herstellen.

Erdkabel versprechen nach Angaben der Netze BW generell eine deutlich höhere Versorgungssicherheit als Freileitungen, bei denen Witterungseinflüsse wie Sturm oder Blitzschlag, aber auch Tiere Störungen verursachen könnten. Gerade in dem Abschnitt, der durch die Auwälder zwischen Aach und Aachkanal führt, habe der dort lebende und intensiv arbeitende Biber die Monteurteams in letzter Zeit auf Trab gehalten. Bei den regelmäßigen Kontrollgängen seien immer wieder typisch angenagte Bäume in der Nähe der Freileitung entdeckt worden, die dann vorsorglich zu fällen waren.

Rund 350 000 Euro investiert die EnBW-Tochter in die Maßnahme. Im Sinne nachhaltiger Versorgungssicherheit seien die neuen Kabel deutlich leistungsfähiger. Bei der Verlegung ließen sich einzelne Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs nicht ganz vermeiden, insbesondere im Bereich Ten Brink-Straße/Hof Reutenberg sowie im Föhren- bis zur Ecke Akazienweg. Die Inbetriebnahme der Erdkabel sowie der Ortsnetzstation Föhrenweg soll möglichst bis Ende November erfolgen. Die Freileitungen selbst werden voraussichtlich im Winter 2018/2019 in der vegetationsarmen Periode demontiert.