Wie schläft ein Mann, wenn er erstmals zum Bürgermeister gewählt wird? "Sehr gut, besonders nach der schönen Feier und dem fantastischen Ergebnis", betont Manfred Ossola, der bei der Aacher Bürgermeisterwahl am Sonntag ohne Gegenkandidat 97,4 Prozent der Stimmen erhielt. "Ich hatte eine gewisse Erwartung an die Wahl.

Wenn 80 Prozent der Wähler für mich gestimmt hätten, wäre ich schon zufrieden gewesen. So ist das Ergebnis für mich überwältigend und gibt mir großen Rückhalt", erklärt Ossola, der in Stockach lebt und in der Hänselegruppe des Stockacher Narrengerichts aktiv ist. "Es gab viele herzliche Worte. Und ich empfand sie alle als ehrlich", sagt er. "Das Wahlergebnis stellt auch eine große Herausforderung an mich. Ein Bürgermeisterwechsel verknüpft auch Erwartungen vieler Menschen, dass etwas verändert wird, beispielsweise am Ortsbild oder an der Art, wie eine Gemeinde geführt wird. Es sind meist nicht die großen Dinge wie Investitionen, sondern die kleinen, welche die Bürger beschäftigen. Es gilt, ihre Anliegen ernst zu nehmen", betont Ossola.

"Jetzt kann ich richtig loslegen. Vorher hatte ich keine Legitimation dazu. Das wird eine spannende Geschichte, wenn sie auch viel Kraft kosten wird", blickt Ossola voraus. Er übernimmt am 6. Dezember das neue Amt. Den nötigen Rückhalt gebe ihm die Familie, allen voran seine Frau Vera. "Es freute mich besonders, dass meine ganze Familie und Verwandte bei der Feier dabei waren. Mein Herz schlägt auch für die Vereine. Dort haben wir früher unsere Kinder nicht nur abgegeben, sondern sind in den Vereinen selbst aktiv gewesen, auch in Funktionen", so Ossola.

Beinahe hätte Landrat Frank Hämmerle vergessen, Ossola zu fragen, ob er die Wahl annehme, bevor er nach Stockach fuhr, um dort das gleiche Prozedere durchzuführen. In seiner Heimatstadt durfte Ossola auch wählen.