Riesenbeifall brandete am Sonntagabend auf dem Platz hinter dem Rathaus gegen 20.30 Uhr auf, als Noch-Gemeindechef Severin Graf, das Ergebnis der Aacher Bürgermeisterwahlen verkündete. 97,4 Prozent der Teilnehmer der Wahl gaben Alleinkandidat Manfred Ossola ihre Stimme. Dass auch die Wahlbeteiligung mit 70,4 Prozent sehr hoch ausfiel, bezeichnete Graf "als grandioses Wahlergebnis". Nach dem freiwilligen Rückzug von Graf wird der bisherige langjährige Hauptamtsleiter mit Wohnsitz in Stockach neuer Aacher Bürgermeister.

Der 58-jährige ist schon 35 Jahre lang im Aacher Rathaus tätig. "Aach zeigt Berlin wieder einmal, wie es geht. Nach der Bundestagswahl heißt es: Keine Ahnung, wie alles weiterläuft. Da hat Aach schon mehr zu bieten. Wir haben ein eindeutiges Ergebnis", erklärte Severin Graf in bester Laune. "Das sorgt für kräftigen Rückenwind, den Manfred Ossola so erhofft hat. Wir sind nun guten Mutes, dass Aach eine positive Zukunft hat", betonte Graf. Er hob die Leistung des Wahlteams, an der Spitze Sarah Müller, die kurzfristig einspringen musste, weil der vorgesehene Wahlleiter, Manfred Ossola, für das Bürgermeister-Amt kandidierte.

"Ich gratuliere zu einer tollen Wahlbeteiligung und zu einem tollen Ergebnis", sagte Landrat Frank Hämmerle, bevor er sich auf den Weg nach Stockach machte, wo eine weitere Bürgermeisterwahl stattfand. "Die Bürger haben Manfred Ossola ganz stark das Vertrauen geschenkt", betonte der Engener Bürgermeister Johannes Moser als Chef der Verwaltungsgemeinschaft Oberer Hegau, zu der Aach gehört. Mit ihm waren etliche weitere Bürgermeister der Region gekommen, um Ossola zu gratulieren und ihn in den Kollegenkreis aufzunehmen.

"Ich bedanke mich bei den Bürgerinnen und Bürgern von Aach für ein sagenhaftes Ergebnis. Bei der Wahlbeteiligung habe ich auch davon profitiert, dass gleichzeitig auch die Bundestagswahl stattfand. Der Wahlausgang gibt mir viel Rückendeckung und motiviert mich, ist aber auch eine große Verpflichtung, da hohe Erwartungen an mich gestellt werden. Ich werde mich bemühen, sie zu erfüllen", erklärte Manfred Ossola. "Meine Frau Vera wird mir den Rücken freihalten und mich bestens unterstützen", betonte er und richtete, auch im Kreis seiner drei erwachsenen Kindern, sehr herzliche Worte an die ganze Familie.

Mit der hohen Wahlbeteiligung ist der Gedankengang der Verwaltung und des Gemeinderates von Aach aufgegangen, die Bürgermeisterwahl mit der Bundestagswahl zusammenzulegen, um damit vermehrt Wahlberichtigte an die Urnen zu bekommen. Angesicht der Tatsache, dass nur ein Kandidat, der Hauptamtsleiter der Stadt, Manfred Ossola, kandidierte, war die Befürchtung einer geringen Wahlbeteiligung nicht von der Hand zu weisen.

„Wir sind mit der Entscheidung sehr zufrieden. Schon mittags zeichnete sich ab, die Wahlbeteiligung wird erfreulich gut werden“, berichtete Wahlleiter Bürgermeister Severin Graf. „In Schüben entstanden sogar öfters richtige Schlangen vor dem Wahlraum“, hat er beobachtet. „Aber wir waren vorbereitet, hatten genügend Wahlkabinen bereit und konnte so dem Ansturm locker begegnen.“ Ausgezählt werden musste zuerst die Bundestagswahl, bevor die für Aach eigentlich interessantere Bürgermeisterwahl an die Reihe kam. Aber auch hier zeigte das Wahl-Team aus Gemeinderäten und Angestellten aus dem Rathaus, schnelles und sorgfältigen Agieren, sodass der Landrat, die Bürgermeister-Kollegen und die Bürger nicht allzu lange auf das Endergebnis warten mussten.

Manfred Ossola hatte als Alleinkandidat einen munteren Wahlkampf veranstaltet. Auch eine SÜDKURIER-Podiumsdiskussion als gemeinsame Veranstaltung mit der Stadt Aach fand ein reges Interesse und einen intensiven Austausch mit den Moderatoren und dem Publikum. "Die Aacher Bürgerinnen und Bürger haben total detaillierte, in die Tiefe gehende, authentische und ehrliche Antworten von Manfred Ossola erhalten. Das empfinde ich wohltuend für eine politische Veranstaltung", bewertete der bei der Podiumsdiskussion anwesende Engener Hauptamtsleiter Patrick Stärk den Verlauf der Veranstaltung, die gut 150 Aacher lockte.