Der Mann hat einen Feier-Marathon hinter sich. Mit gutem Recht. Der 75. Geburtstag ist ein markantes Ereignis. Am Samstag hatte unser langjähriger SÜDKURIER-Mitarbeiter Jürgen Waschkowitz in Aach ein volles Haus. Der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Söhnen und einer kleinen Pflege-Tochter lud die ganze Verwandtschaft und Bekannte ein. Zuvor übermittelte ihm die Singener SÜDKURIER-Lokalredakton die Glückwünsche. Als Waschi ist der Jubilar bekannt.

Seine Aufgaben als freier Mitarbeiter nahm er aber nie im Wischi-Waschi-Stil wahr. An seinem früheren Wohn- und Studienort Rheinfelden agierte er als Disjockey und durfte regelmäßig für den SÜDKURIER Kolumnen schreiben. Seine eigentliche "Karriere" – wie Waschkowitz selbst beschreibt – begann vermutlich 1967 im Rahmen der Bürgermeisterwahl in Grenzach-Wyhlen bei Rheinfelden. "Und gleich führten die Recherchen des jugendlichen Berichterstatters zum Sturz des eben gewählten Bürgermeisters", berichtet er.

"Der nächste Aufreger war die eigenwillige, aber zeitgemäße Bekleidung – Jesuslatschen und T-Shirt in Batik-Optik – des SÜDKURIER-Vertreters bei einem Jubiläum, was den Oberbürgermeister von Lörrach erheblich verstimmte", verrät Waschkowitz. Dennoch habe ihm der SÜDKURIER ein Volontariat angeboten. Er zog das Studium der Pädagogik vor, blieb aber dem SÜDKURIER treu.

Der zweite Teil des Einsatzes für den Verlag erfolgte 1982 in Aach, als ihn eine Redakteurin wieder entdeckte. Dann ging es erneut durch viele extreme Stationen: Für den SÜDKURIER stieg Waschkowitz auf Bäume, kletterte in Dolinen und begleitete Ausgrabungen an der Aachhöhle. Es gab auch Anrüchiges. Er musste in Aach über eine stinkende Biogasanlage und einen Mastbetrieb berichten. Schimpf und Schande des Bauers folgten. Waschkowitz durfte den Chef der Singener Redaktion beim Bau des Spielplatzes beim Haus am Mühlenbach vertreten und gefühlte hundert Schubkarren fahren.

Er habe sich als rasender Reporter stets als Vertreter der Tageszeitung und loyaler Informant für seine Leser verstanden, betont der frühere Konrektor der Engener Hewenschule. Er eckte auch durch den einen oder anderen Zeitungsartikel an. Mitunter etwas eigenwillig lässt sich ein Waschi eben nicht verbiegen. Das bekam bei Fasnacht-Auftritten der frühere Engener Bürgermeister Manfred Sailer zu spüren, als er den regelmäßig mit feinen Spitzen bedachte. Mit Sailers Nachfolger Johannes Moser fetzte er sich als "Hannes und der Bürgermeister". Waschkowitz hält sich sportlich fit, wie früher als höherklassiger Handballspieler in Leutkirch, als Co-Fußballtrainer des SV Aach-Eigeltingen und bei den Alte-Herren-Kickern.

albert.bittlingmaier@suedkurier.de