Ein richtig großes und interessantes Projekt hat sich die Stadt Aach mit der Neugestaltung der Ortsmitte vorgenommen. Beim Tag der Städtebauförderung stellte Bürgermeister Manfred Ossola das Vorhaben vor. Nicht nur schöner, sondern auch verkehrstechnisch sicherer und gestalterisch ansprechender soll die neue Ortsmitte werden.

Manfred Ossola ging zunächst auf das städtebauliche Leitbild und die Ziele im Bereich der Ortsmitte ein: Sicherstellung der Grundversorgung, barrierefreier Zugang zum Rathaus, Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur, Schaffung von Räumen für den Gemeinbedarf und Förderung des Tourismus. Bereits 2010 erstellte die kommunale Entwicklungsgesellschaft (KE) eine Grobanalyse über städtebauliche Missstände. Aus der Abgrenzung eines möglichen Sanierungsgebietes und der Aufstellung über geplante Ausgaben zur Erreichung der oben genannten Ziele wurden in den Jahren 2010 bis 2012 Anträge auf Aufnahme ins Landessanierungsprogramm gestellt.

Zunächst wurde ein Teilbereich, das ehemalige EMA-Gelände ins Förderprogramm von Bund und Land aufgenommen. Nachdem sich dort ein Nahversorger angesiedelt hatte und die Restfläche der ursprünglichen Gewerbebrache ein Wohngebiet wurde, stellte die Gemeinde für das Programm 2015 einen Folgeantrag für das gesamte Gebiet "Im Dorf". Neben der Modernisierung von privaten Immobilien soll zunächst die Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur und die Gestaltung der Ortsmitte vorgenommen werden.

Verkehrsberuhigung und Lärmreduzierung gehören zu den Zielen

"Unsere bereits erreichten Ziele, die Nahversorgung mit dem Nettomarkt, die Verbesserung der Verkehrswege und Parkplatzsituationen, sollen mit dem Ankauf von Gebäuden Grundsteine für die Neugestaltung der Ortsmitte sein", erklärte Bürgermeister Ossola. Mit rund zwei Millionen Euro sollen die Ortsmitte und ihre Anbindung an die Aachquelle neugestaltet werden. Drei Hauptelemente sind geplant: Durch eine Teilung der Fahrbahn mit einer Mittelinsel in einem Bereich von etwa 60 Metern im Bereich des Rathauses soll eine Reduktion von Geschwindigkeit und Lärmpegel erreicht werden. Gleichzeitig soll ein Hinweis auf die bisher nicht vorhandene Ortsmitte gegeben werden.

Weiter wird durch den Abbruch der erworbenen Gebäude ein neues Zentrum geschaffen. Die an die Aach angrenzenden Flächen sollen in diesem Bereich abgesenkt, erlebbar und völlig neu gestaltet werden. Hier ist eine Grünzone mit der Möglichkeit zum Verweilen und Einkehren geplant. Diese Aufwertung der Ortsmitte wird abgerundet durch eine fußläufige Verbindung zur Aachquelle. Hier sollen die Aach und die angrenzende Natur erlebbar gemacht werden.

Als nächster konkreter sollen in der Ortsmitte die erworbenen, stark sanierungsbedürftigen Gebäude zugunsten der Platzgestaltung abgebrochen werden. Zum Abschluss der Informationsveranstaltung wurde durch Gemeinderat und Bürgermeister ein symbolischer Abbruch-Akt inszeniert. Den Zuhörern erläuterte Manfred Ossola ausführlich die geplanten Maßnahmen.

 

Es geht um viel Geld

Zuschüsse: Ein Förderrahmen von 1,3 Millionen Euro und für die Umsetzung bewilligte Mittel von 784 000 Euro standen für die Neugestaltung von Ortsstraßen, Parkflächen, den Ankauf von Gebäuden und Planungskosten für die erste Phase der Neugestaltung der Ortsmitte zur Verfügung. Für das Programmjahr 2017 wurde ein erneuter Aufstockungsantrag auf knapp zwei Millionen Euro gestellt. Eine Zusage über 1 184 000 Euro gab es im Jahr 2017.

Das steht an: Neben den bisherigen Maßnahmen wurde die Modernisierung der Vereinsgebäude, des Rathauses und des Kindergartengebäudes sowie die Neugestaltung eines Fußwegenetzes aufgenommen. Für das Programmjahr 2018 wurde nach Absprache mit dem Regierungspräsidium Freiburg der Grunderwerb des ehemaligen Sägewerkareals und die konkrete Planung für die Umgestaltung der Ortsmitte samt Fußwegverbindung zur Aachquelle mit zusätzlichen 2,1 Millionen Euro in den Antrag aufgenommen. Die Stadt Aach hofft auf eine Förderzusage für dieses ambitionierte Vorhaben, das durch das Büro Planstatt Senner zusammen mit Aacher Bürgern erarbeitet wurde.