Die neue Corona-Verordnung des Landes sind zu hoch für den Kulturring. Nur mit einem bescheinigten Schnelltest hatten doppelt Geimpfte und Genesene mit Maske Zutritt zum Weihnachtskonzert der Vokalartistinnen von Niniwe aus Berlin. Veranstalter, Künstlerinnen und Publikum waren deshalb am Abend vor dem ersten Advent hin- und hergerissen zwischen vorweihnachtlicher Besinnlichkeit und Wehmut. „Es ist wohl unser erstes und gleichzeitig letztes Weihnachtskonzert“, sagte Carolin Krohn von Niniwe am Ende des kurzen Abends.

Weisen mit peppiger Note

Weil Corona bedingt auf eine Pause verzichtet wurde, kamen die rund 70 Besucher nur eine gute Stunde in den Genuss, die vier perfekt aufeinander abgestimmten Sängerinnen zu genießen. Diese 65 Minuten hatten es aber in sich. Für die modernen Arrangements der Lieder zeichnet Winnie Brückner verantwortlich. So gibt sie selbst traditionellen Weisen aus dem 13. oder 15. Jahrhundert eine manchmal peppige Note. Selbst Kaufhaus-Weihnachtlieder klangen bei Niniwe gar nicht mehr so kitschig.

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Beim Klassiker „Christmas Time Is Here“ merkte Winnie Brückner augenzwinkernd an. „Im Original wird das von einem Kinderchor gesungen. Das kriegen wir bei aller Liebe nicht mehr hin…“ Caroline Krohn imitierte bei diesem Song mit ihrer Stimme eine Zugposaune täuschend echt. Mit dem Quartett ging es weihnachtlich um die Welt und ins Mittelalter. Bei „O Jesulein zart“ übernahm Lena Sundermeyer einfühlsam den Solopart. Sie brachte auch die schwedischen Lieder mit. Sie lebte einige Jahre in diesem Land, verriet Winnie Brückner. Seit 2002 ist das Ensemble mit seinem facettenreichen Repertoire auf großen und kleinen Bühnen ebenso zu Hause wie in Kirchen.

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Die vier Frauen haben einen Stil entwickelt, der sie unverkennbar macht. Ihre Lieder klingen immer modern, obwohl die Weisen teilweise in früheren Jahrhunderten entstanden. Zum Schluss sagen die vier Berlinerinnen sogar ein bayerisches Lied, das perfekt in die besinnliche Adventsstimmung passt: „Es wird scho glei dumpa“. Mit ihren Stimmen versprühten sie dabei eine vorweihnachtliche Wärme.

Vorläufig letzte Veranstaltung

In der Klosterschüer gaben Niniwe ein berührendes Weihnachtskonzert – leider viel zu kurz. „So drei vier Lieder mehr hätten wir gerne noch gehört“, meinte eine Konzertbesucherin. Annette Loll, Leiterin des Wutöschinger Kulturrings war deutlich anzumerken, dass es ihr schwerfiel, den Besuchern mitzuteilen, dass dies die vorläufig letzte Veranstaltung gewesen sei. „Das für den 10. Dezember geplante Musik-Kabarett mit Lars Redlich haben wir bereits abgesagt.“ Wann die Türen der Klosterschüer 2022 wieder für Publikum öffnen werden, wagt sie nicht vorherzusagen.