Manche Eltern haben nicht das Glück, gesunde Kinder aufwachsen zu sehen. Das dachte sich auch Ramona Günzel, und es brachte sie auf die Idee, eine Spendenaktion für das Kinderhospiz in Lenzkirch ins Leben zu rufen. Das Hospiz betreut schwerkranke Kinder und deren Familien.

Stand in Tiengen und Waldshut

Die 29-jährige Heilerziehungspflegerin aus Horheim mobilisierte Frauen aus dem Umkreis, die Stofftiere genäht haben. Diese will die Mutter einer vier- und einjährigen Tochter demnächst an einem Stand in Tiengen und Waldshut gegen eine freiwillige Geldspende verschenken.

Nilpferd, Dino, Eule und mehr

Sie sehen niedlich aus. Ramona Günzel und ihre ältere Tochter Emilia halten die kleinen Kunstwerke in die Kamera: Nilpferd, Dino und eine Eule mit Herzchen- und Sternenmuster. Die einjährige Lucy interessiert sich für das Nilpferdchen. Ramonas Mutter Evi Boger sitzt an der Nähmaschine. Ein schönes Bild. Ramona verrät in unserem Telefongespräch mit einem Augenzwinkern: „Ich selbst kann gar nicht nähen. Meine Mutter näht gerne, die ist echt fit darin.“

Sie sollen Kindern Spaß machen und Spendengelder für das Kinderhospiz in Lenzkirch einbringen: Die Stofftiere, die Ramona Günzel aus Horheim gegen freiwillige Spenden verschenkt.
Sie sollen Kindern Spaß machen und Spendengelder für das Kinderhospiz in Lenzkirch einbringen: Die Stofftiere, die Ramona Günzel aus Horheim gegen freiwillige Spenden verschenkt. | Bild: privat/Günzel

Der Fundus bietet weit mehr. Die Frauen, die Ramona Günzel begeistern konnte, haben auch Kleidung und andere nützliche Dinge kreiert. „Schnullerketten, Mützen, alles Mögliche eben“, sagt die 29-Jährige.

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Dankbar für gesunde Kinder

Wie kam Ramona Günzel auf die Idee? „Ich habe vom Kinderhospiz in Lenzkirch gehört.“ Sie wird nachdenklich: „Ich bin dankbar, dass ich gesunde Kinder habe. Nicht alle haben dieses Glück.“ So habe sie überlegt, welchen Beitrag sie leisten und was sie am besten tun könne. „Ich dachte, wir haben Corona, und viele Mütter haben wahrscheinlich Zeit zum Nähen.“ So kam sie auf die Idee mit den Kuscheltieren und Kleidungsstücken. Eine örtliche Fahrschule habe zudem Geld gespendet, und ein Schreiner in Riedern am Wald hat Holzschalen hergestellt. Günzel: „So ist alles ins Rollen gekommen.“

Aufruf mit Aushängen und im Netz

Ramona Günzel hat bei Kindergärten in Horheim, Wutöschingen und Tiengen Aushänge befestigt, Aufrufe über Facebook und Whatsapp platziert. Zehn Frauen haben sich gleich gemeldet. Sie kommen aus Horheim, Rechberg und Weilheim; eine alte Bekannte von Ramona Günzel, die am Bodensee wohnt, hat ebenfalls mitgemacht.

Ramona Günzel freut sich über rege Teilnahme

Das Ergebnis ist beachtlich. Die Initiatorin schätzt, dass 30 Stofftiere sowie 20 bis 30 Kleidungsartikel zusammengekommen sind. Dazu kommen 30 bis 40 Holzschalen der Schreinerei in Riedern, die ihre Werke selbst an den Mann bringen wolle. Natürlich gibt es auch am Stand einige Holzschalen. Ramona Günzel ist jedenfalls begeistert: „Am Anfang dachte ich, ich freue mich über jedes einzelne Stück. Es ist toll, dass so viele mitgemacht haben.“

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Es sind schon Spenden eingegangen

Verkaufen will die 29-jährige Mutter aus Horheim die Sachen nicht. „Es ist schwierig, einen Preis festzusetzen. Jeder darf so viel dafür geben, wie er möchte. Das ist einfacher“, erläutert Ramona Günzel. Sie hat schon jetzt, bevor sie den Stand überhaupt aufbauen wird, 300 bis 400 Euro für das Kinderhospiz aus Privatspenden zusammen.

Am Samstag beim Löwendenkmal

In den nächsten Tagen wird Ramona Günzel alles einsammeln. Der Bundesverband Kinderhospiz in Lenzkirch hat ihr derweil Faltblätter geschickt. „Damit die Leute wissen, wofür sie spenden.“ Sie sei ständig in Kontakt mit dessen Vorsitzenden für Kommunikation. Mit der Stadt Waldshut-Tiengen habe sie wegen des Stands alles geklärt. Der Stand mit den Stofftieren wird am Samstag, 15. Mai, von 9 bis 13 Uhr beim Löwendenkmal in Tiengen und voraussichtlich eine Woche später in Waldshut auf spendenwillige Kundschaft warten.