Für Bürgermeister Georg Eble ist die Alemannenschule mit dem Neubau für die gymnasiale Oberstufe „ein Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde.“ Immerhin wurden für das neue Gebäude sowie die komplette Sanierung und Modernisierung des „blauen Lernhauses“ rund 8,8 Millionen Euro investiert. Dafür gab es Zuschüsse in Höhe von insgesamt 3,7 Millionen. Mit einem Schulfest werden die beiden modernen Gebäude am Samstag, 25. Juni, von 11 bis 17 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt. Schüler (Lernpartner) übernehmen dabei Führungen durch die Lernhäuser.

Für den Rathauschef grenzt es immer noch an ein Wunder, dass nach Tübingen und Konstanz die Wutöschinger Gemeinschaftsschule „grünes Licht“ im Land Baden-Württemberg für die Einrichtung der Sekundarstufe II erhielt. „Dafür mussten wir dicke Bretter bohren. Heute bin ich sehr froh, dass wir eine Schule mit einem durchgängigen System haben“, betont Eble im Gespräch mit dem SÜDKURIER. An der Alemannenschule besteht die Chance, sowohl einen Haupt- oder Realschulabschluss zu machen, aber auch das Abitur ist an dieser Gemeinschaftsschule möglich.

Georg Eble, Bürgermeister Wutöschingen.
Georg Eble, Bürgermeister Wutöschingen. | Bild: Gerald Edinger

Diese Durchgängigkeit ist auch für den stellvertretenden Schulleiter Andreas Schöler ein großer Pluspunkt dieser Schule. Damit gibt es die Möglichkeit, nach der mittleren Reife von einer anderen Schule aus der Region auf die Alemannenschule zu wechseln, um hier das Abitur zu machen.

Überarbeitet wurde bei der Sanierung und dem Neubau für die Oberstufe auch das Lernkonzept. Anders als bisher, haben die Lernpartner keine festen Arbeitsplätze mehr, erläutert Rektor Stefan Ruppaner. So können sie allein oder in Gruppen selbstständig Räume aussuchen, wo und wie sie lernen, sich zurückziehen oder einfach mal entspannen wollen. „Wir setzen auf die Selbstständigkeit der Schüler. Unterricht ergänzt die Freiarbeit und nicht umgekehrt“, sagt Ruppaner.

Auf der Kaskade im Neubau für die Oberstufe an der Alemannenschule, einer riesigen Sitztreppe, können Schüler lernen oder einfach ...
Auf der Kaskade im Neubau für die Oberstufe an der Alemannenschule, einer riesigen Sitztreppe, können Schüler lernen oder einfach entspannt plaudern. | Bild: Gerald Edinger

Deshalb schätzen der Leiter und sein Stellvertreter die helle, luftige Architektur des neuen Oberstufengebäudes. Diesem Stil wurde auch das „blaue Lernhaus“, der Wiege der Gemeinschaftsschule in Wutöschingen, angepasst. Digitalisierung ist an der ASW schon lange kein Fremdwort mehr, sie ist längst Alltag für Lernpartner und Lernbegleiter (Lehrer). Jeder trägt ein Tablet unterm Arm oder in seiner Umhängetasche.

Gemütliche Ecken zum Lernen

Wer noch die Klassenräume aus den 1980ern in Erinnerung hat, kommt beim Betreten der Alemannenschule nicht mehr aus dem Staunen heraus. Überall gibt es gemütliche Ecken, moderne Inputräume, eine riesige Sitztreppe mit Sitzsäcken und Polstern, Wohnzimmer, die teils im Stil der 1960er Jahre eingerichtet sind. Von einer Schule herkömmlicher Art ist hier nicht mehr viel zu erkennen.

„Das Gebäude muss sich der Pädagogik unterwerfen, nicht umgekehrt“, betont Bürgermeister Eble. Die Handschrift von Innenarchitektin Caroline Spirig (Zürich/CH) sei bei der Einrichtung in jedem Detail sichtbar, so der Rathauschef. Das Zusammenspiel zwischen Architekt Harald Jäger und der Innenarchitektin, die zudem Psychologie studierte, ist als gelungen zu bewerten. „Beide wussten, wie wir und die Schulleitung ticken“, freut sich Eble über die gelungene Zusammenarbeit.

Entspannung ist im „World-Café“ für Johanna Dohse (links) und Elena Usala an diesem Nachmittag zu Wochenbeginn angesagt. ...
Entspannung ist im „World-Café“ für Johanna Dohse (links) und Elena Usala an diesem Nachmittag zu Wochenbeginn angesagt. Hier werden den Gästen am Samstag Cocktails serviert. | Bild: Gerald Edinger

Aus Sicht von Ruppaner und Schöler wurde aus der Alemannenschule nach Um- und Neubau ein Ort, der das Konzept des selbstständigen Lernens noch besser unterstützt. „Hier wurde ein hohes Niveau für Schüler erreicht, die gerne für sich Verantwortung übernehmen“, sagt der Rektor. Andreas Schöler stellt fest, dass die größte Gruppe bei den Neuanmeldungen, das Abitur an der ASW machen möchte. Für das neue Schuljahr gab es 130 Anmeldungen, nur 90 kann die Schule aufnehmen.

Schulgebäude wird seit Februar 2022 genutzt

Seit Februar 2022 kann das neue Schulgebäude für die Oberstufe genutzt werden. Baubeginn war im September 2020, geplant war der Einzug im Herbst 2021. Eble freut sich dennoch, dass es bei den Ausschreibungen keinerlei Probleme gab und die Handwerker zuverlässig arbeiteten. „Wichtig war, dass der Gemeinderat alle Entscheidungen bezüglich der Alemannenschule immer einstimmig traf. Das gibt Rückendeckung und Sicherheit. Diese Gemeinschaftsschule ist ein großer Imagegewinn für unsere Gemeinde!“

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