Zum Patrozinium am 17. Januar haben sich die Gläubigen in der Antoniuskapelle in Horheim getroffen. Die Margaretenkapelle im Gewann Kapellenäcker an der Straße Richtung Wutöschingen war 1687 wegen Baufälligkeit abgebrochen worden. Eine Seuche führte dazu, dass sich alle Viehhalter zu Ehren des heiligen Antonius 1695 entschlossen, dem Fürbitter mitten im Dorf die Antoniuskapelle zu erbauen.

Die Vorsitzenden des Musikvereins Horheim, Yvonne Würth (links) und Ursel von Olnhausen, sorgten mit Kantor Andreas Konrad für die ...
Die Vorsitzenden des Musikvereins Horheim, Yvonne Würth (links) und Ursel von Olnhausen, sorgten mit Kantor Andreas Konrad für die musikalische Umrahmung des Patroziniums. | Bild: Rolf von Olnhausen

Bereits im Mittelalter genoss dieser schon großes Vertrauen. Bereits Anlässlich einer Ende des elften Jahrhunderts auftretenden Seuche, Antoniusfeuer genannt, suchten die Landwirte Zuflucht bei den Reliquien des heiligen Antonius als Heilmittel. Später wurde diese Seuche als Vergiftung durch Mutterkorn identifiziert. Die Antoniuskapelle war vom Konstanzer Weihbischof geweiht worden, 1872 erfolgte eine Erweiterung, außerdem eine neue Außenansicht.

Bis zum heutigen Tag wird jedes Jahr am 17. Januar das Patrozinium gefeiert, früher war es ein Feiertag für Jung und Alt, auch die Schüler hatten an diesem Tag schulfrei. Vor der Corona-Pandemie gab es viele Wallfahrer, die am 17. Januar nach Horheim gekommen sind. Nachdem 2021 im zweiten Corona-Jahr die Kapelle nur mit einer Person pro Bank besetzt werden durfte, gab es dieses Jahr wieder mehr Sitzplätze, die gut genutzt wurden. Pfarrer Veit Rutkowski würdigte in seiner Predigt den Kampf des heiligen Antonius gegen die Dämonen. Für die musikalische Umrahmung des Patroziniums sorgte eine Abordnung des Musikvereins Horheim mit den beiden Vorsitzenden Ursel von Olnhausen und Yvonne Würth auf der Klarinette, außerdem spielte Kantor Andreas Konrad auf der Orgel.

Der Universalpatron Antonius Abbas, auch Vater der Mönche genannt, wurde als Sohn wohlhabender christlicher Bauern geboren. Nach dem Tod seiner Eltern setzte er die Worte aus dem Matthäusevangelium um, verschenkte seinen Besitz, gab seine jüngere Schwester in die Obhut einer Nonnengemeinschaft und zog sich in Einsamkeit zurück, wo er im Alter von 105 Jahren starb.