Nicht nur im Bund, auch an der Basis hat die SPD momentan Schwierigkeiten, mit ihren Themen beim Wähler anzukommen. Das ist auch dem Vorsitzenden des Ortsvereins Unteres Wutachtal, Mirko Maier aus Wutöschingen, bewusst. Dennoch ist er zuversichtlich, dass der mit 18 Mitgliedern sehr kleine Ortsverein mittelfristig auf diesem Niveau halten wird.

Mirko Maier, Vorsitzender der SPD Unteres Wutachtal.
Mirko Maier, Vorsitzender der SPD Unteres Wutachtal. | Bild: Gerald Edinger

„An der Hauptversammlung am Mittwoch stellen sich alle Vorstandsmitglieder zur Wiederwahl – bisher habe ich jedenfalls noch keine anderen Signale bekommen“, betont Maier im Gespräch mit dieser Zeitung. Anders als immer wieder von Außenstehenden behauptet, steht und stand dieser Ortsverein der Sozialdemokraten nicht vor seiner Auflösung, versichert der Vorsitzende: „Bisher gab es dafür keinen Grund!“

Mirko Maier steht bereits zum zweiten Mal an der Spitze nach 2008 (bis 2012) der SPD-Unteres-Wutachtal. Als sein Vorgänger und Nachfolger in diesem Amt, Edgar Porstner, nach Wiederholung der großen Koalition mit der CDU/CSU aus Verärgerung zurücktrat, sprang Maier 2014 ein und ist seitdem wieder Chef des kleinen Vereins.

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Für Maier ist es nichts Neues, dass sich seine Partei im tiefen Süden der Republik traditionell schwertut, neue Mitglieder zu gewinnen. Ihm ist auch bewusst, dass es neu zu entscheiden gilt, welchen Weg sein Ortsvereins geht, wenn die älteren Genossen nicht mehr aktiv sein wollen oder können. „Wir stellen uns schon die Frage, was dann kommt, nicht alle Mitglieder wollen im Vorstand aktiv sein“, gesteht er ein. Bei einer möglichen Reform könnte er sich vorstellen, dass die Mitglieder aus Stühlingen dann vom Ortsverein Bonndorf betreut werden.

Fusion bisher noch keine Option

Sollte die Gemeinschaft im unteren Wutachtal (Stühlingen, Eggingen, Wutöschingen) immer weniger Mitglieder haben und Vorstandsämter nicht mehr zu besetzt werden könnten, würde seiner Meinung nach ein Anschluss an die Klettgauer oder Lauchringer Genossen als Variante infrage kommen. „Aber bisher gibt es keine Tendenz, diesen Schritt zu gehen“, betont Maier.

Im Vergleich zu den ebenfalls im Gemeinderat vertretenen Parteien sieht Maier den wesentlichen Unterschied in der Mitgliederzahl. Die Altersstruktur sei ähnlich wie bei den Sozialdemokraten (66 Jahre). Nur die Grünen hätten durch ihren Schwerpunkt Umweltpolitik derzeit Aufwind. Corona bedingt sind die Aktivitäten des Ortsvereins eingeschränkt.

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Dennoch habe sich das Vorstandsteam nun dazu entschlossen, die Hauptversammlung abzuhalten, auch weil Wahlen anstehen. Natürlich unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln. Von der Pandemie ausgebremst wurde die Idee, einen kommunalpolitischen Frühschoppen im achtwöchigen Rhythmus anzubieten. „Schon bisher kamen acht bis zehn politisch Interessierte, für einen so kleinen Verein gar nicht schlecht“, stellt Mirko Maier fest.

Stolz ist der Vorsitzende, dass bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr sechs Kandidaten auf der Liste seiner Partei für das Gremium in Wutöschingen und einer in Eggingen standen. Mit Alexander Sitter sitzt immerhin einer am Wutöschinger Ratstisch. Dass es nicht mehr sind, ist für Mirko Maier der Tatsache geschuldet, dass bei Gemeinderatswahlen eher Personen als Themen im Mittelpunkt stehen. In vielen Dingen sind die Sozialdemokraten auf der Seite der Verwaltung.

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Der Ortsverein will aber Dinge verstärken, zum Beispiel beim Umweltschutz, wo die Umstellung auf solarbetriebene LED-Straßenlaternen und Photovoltaik auf kommunalen Dächern gesetzt wird. Auch noch familienfreundlichere Kita-Gebühren mit Förderung durch das Land sowie eine Ganztagsbetreuung werden angestrebt. Ebenso Mehrgenerationenhäuser und die Förderung des sozialen Wohnungsbaus.

Maier: „Das sind mehr Punkte, als die anderen Parteien und Wählervereinigungen vor der Wahl hatten.“ Ihm ist aber klar, dass ein SPD-Gemeinderat diese Themen allein nicht voranbringen kann. Dennoch könne man diese Ideen immer wieder anstoßen.

Zuversicht, dass der Ortsverein mittelfristig seinen Platz im unteren Wutachtal festigen kann, gibt dem Vorsitzenden, dass es immer wieder Neueintritte gibt. Mirko Maier: „Wir wollen den SPD-Ortsverein Unteres Wutachtal aufrechterhalten – aber das wird nicht einfach.“