Einmal mehr machen die Corona-Bestimmungen dem Kulturring Wutöschingen einen Strich durch das geplante Jahresprogramm. Pech haben die Organisatoren um Annette Loll schon zum zweiten Mal bezüglich eines Gastspiels der Musik-Comedians „Gogol & Mäx“ in der Klosterschüer Ofteringen. Deren Auftritt hatte schon im März 2020 wegen Corona abgesagt werden müssen. Nun ereilt den für den 24. Januar geplante Ersatz-Termin das gleiche Schicksal: „Wir haben Gogol & Mäx jetzt auf den 22. März 2022 verschoben“, erläuterte Anette Loll auf Anfrage der Redaktion.

Erneute Absage für Michael Altinger

Auch mit dem Gastspiel des Kabarettisten René Sydow am 6. März wird es wohl nichts werden. Und den bayrischen Kabarettisten Michael Altinger erwischt es, genau wie „Gogol & Mäx“, bereits zum zweiten Mal: Auch sein für Ende April geplanter Ersatz-Auftritt aus dem Vorjahr in der Klosterschüer wird hinfällig.

„Noch vor zwei Monaten hatten wir die Hoffnung, dass ab April 2021 wieder Kultur-Veranstaltungen möglich sein könnten. Aber jetzt gehe ich davon aus, dass das wohl erst wieder ab dem kommenden Herbst der Fall ist“, so die Kulturring-Leiterin.

Alemannenhalle statt Klosterschüer

Loll verweist auf die Auftritte der „Hörband“ und des Pantomimen Peter Mim, die im vergangenen September und Oktober trotz Corona unter besonderen Hygiene-Regeln hatten stattfinden können. Weil in der Klosterschüer nur 60 statt der üblichen 210 Besucher zugelassen sind, waren die Künstlerauftritte in die Alemannenhalle verlegt worden.

Der Kulturring steht nun mit allen betroffenen Musikern und Kabarettisten wegen Ersatz-Terminen in Verhandlungen. Insgesamt waren für dieses Jahr mehr als ein Dutzend Kultur-Veranstaltungen in Wutöschingen geplant.

Einst Zehntscheuer

Die denkmalgeschützte Klosterschüer wurde 1713 als Zehntscheuer des Klosters Rheinau in Ofteringen gebaut und war von 1870 bis 1960 Eigentum des Klosters Marienburg. Dann erwarb die damals noch selbstständige Gemeinde Ofteringen die Klosterschüer. Der Dornröschenschlaf des markanten Stufengiebel-Baus in der Ortsmitte von Ofteringen sollte aber noch mehr als ein Vierteljahrhundert dauern. Das historische Gebäude war sehr heruntergekommen, als es schließlich von 1987 bis 1988 von der Gemeinde Wutöschingen renoviert und zu einem Musentempel umgestaltet worden ist.

Kulturring zieht seit 1989 die Strippen

Ab 1989 fanden dort durch den neu ins Leben gerufene Kulturring die ersten Kultur-Veranstaltungen statt. Diese finden mittlerweile auch das Interesse von Kleinkunst-Freunden weit über die Gemeindegrenzen hinaus.