Berufsstätige Eltern benötigen eine verlässliche Anlaufstelle zur Unterbringung ihrer Kinder. Die Gemeinde Eggingen hat als Träger des Kindergartens Regenbogen die Verantwortung, vom Bau und Konzept bis hin zum Einstellen des Personals. Mit der Bedarfsumfrage möchte die Gemeinde Eggingen auf die Wünsche und Vorlieben der Eltern eingehen. In der Gemeinderatssitzung wurden nun die Ergebnisse der Umfrage vorgestellt

Bis zum November 2020 gab es eine Halbtagsgruppe, eine Regelgruppe und ein Angebot der verlängerten Öffnungszeit für die drei- bis sechsjährigen Kinder sowie eine Kleinkindgruppe für ein- bis dreijährige Kinder. Danach wurden die Angebotsformen wegen der Corona-Pandemie geändert, Nachmittagsangebote entfielen aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Außerdem gab es nur noch feste Gruppen, damit bei Infektionen nicht der komplette Kindergarten schließen muss.

In Absprache mit dem Elternbeirat sollen ab dem Kindergartenjahr 2022/2023 wieder die Öffnungszeiten wie vor der Pandemie möglich sein. „Unser Ziel ist, die Öffnungszeiten weiter nach den Bedürfnissen auszurichten“, erläuterte Bürgermeister Karlheinz Gantert. Dazu müssen die Kinder neu eingeteilt werden, bisherige Gruppenzusammensetzungen verändern sich.

„Die Bedürfnisse der Eltern wollen wir soweit als möglich berücksichtigen, aber nicht jeder Wunsch ist ein Bedarf“, so Gantert.

Hauptamtsleiterin Susanne Kaemmer stellte das Ergebnis der Umfrage vor, die vom 10. bis 31. März gemacht wurde. Befragt wurden Eltern von 129 Kindern, davon sind 76 bereits im Kindergarten, 53 sind noch unter drei Jahre alt. Abgefragt wurden die Betreuungsformen, sonstige Wünsche und Zufriedenheit.

Was sich die Eltern wünschen

Mehr als die Hälfte der Eltern sprach sich für verlängerte Öffnungszeiten von 7 bis 14 Uhr aus, ein Viertel wünschte sich eine Ganztagesbetreuung und Sommerferienbetreuung sowie ein warmes Mittagessen. „Die Arbeit der Erzieherinnen ist eigentlich sehr positiv hervorgehoben worden, es haben ganz viele geschrieben, dass ein sehr nettes Verhältnis zu den Kindern und zu den Eltern bestehe, sie seien sehr offen und gesprächsbereit“, so Hauptamtsleiterin Susanne Kaemmer.

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Wünsche gab es zu größeren Räumen, kleineren Gruppen, mehr Personal, flexibleren Öffnungszeiten, Mittagessen, dem Anpassen an Gewohnheiten und zur Ganztagsbetreuung. Bei den Eltern mit Kindern unter drei Jahren, die den Kindergarten noch nicht besuchen, wurde das gewünschte Eintrittsalter abgefragt.

Hier wurde meistens das Eintrittsalter von drei Jahren genannt, vereinzelt auch früher, bevorzugte Betreuungsform war auch hier die verlängerte Öffnungszeit. Manche Eltern wünschen auch, sich gemeinsam einen Platz zu teilen. Für die Kleinkindgruppe mit zehn Plätzen besteht eine lange Warteliste.

Es gibt zu wenige Erzieherinnen

In der Sitzung anwesend waren auch Erzieherinnen und Eltern, darunter die beiden Leiterinnen Gisela Flügel und Tanja Göldner. Ab August leitet Tanja Göldner aus Obermettingen den Kindergarten. Sie ist Nachfolgerin von Gisela Flügel, welche dann in den Ruhestand eintritt. Tanja Göldner wies auf den großen Mangel an Erzieherinnen im Landkreis hin: „Woher wollen wie die Leute nehmen?“

Bürgermeister Karlheinz Gantert bestätigte dies: „Was nützen uns die die Räumlichkeiten, wenn sie leer stehen, wir können die Erzieherinnen nicht backen. Das Personal selber wird das Problem sein in den nächsten Jahren, das Bauliche ist wahrscheinlich noch mit das einfachere.“

Gemeinderat Christian Schmutz sprach den Wunsch nach Ferienbetreuung an, doch auch hier seien personelle Grenzen da. Ob es mehr Kapazität bei Tagesmüttern oder Tagesvätern gebe, fragte Gemeinderätin Barbara Bauknecht an. Doch die einzige Tagesmutter sei bereits ausgebucht. „Das sieht man klar in der Umfrage, dass Bedarf da ist, dass man umdenken muss. Das haben wir schon so rausgezogen“, schloss Hauptamtsleiterin Susanne Kaemmer.

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