Wutöschingen – Darf man in Zeiten von Corona und dem Krieg in der Ukraine noch unbeschwert lachen und Spaß haben? Ein eindeutiges Ja. Das alles darf mal für einen Nachmittag vergessen werden. Wie groß die Sehnsucht danach ist, zeigte der Auftritt des genial-komischen Duos Gogol und Mäx. Schon nach wenigen Tönen und Grimassen hatten sie die 130 Besucher auf ihrer Seite. Mehr durften nach der Corona-Verordnung nicht in den Saal. Seit 30 Jahren toben die Musikclowns über die Bühnen und begeistern ihre Zuschauer immer wieder aufs Neue. So wie am Sonntagnachmittag in der Klosterschüer Ofteringen. Immer wieder mischte sich fröhliches Kinderlachen mit dem befreiten Lachen von Erwachsenen.

Entspannt und voller Vorfreude gönnten sich die Besucher vor dem Auftritt von Gogol und Mäx vor der Klosterschüer ein kühles Getränk ...
Entspannt und voller Vorfreude gönnten sich die Besucher vor dem Auftritt von Gogol und Mäx vor der Klosterschüer ein kühles Getränk oder plauderten. | Bild: Edinger, Gerald

Gogol & Mäx, alias Christoph Schelb, und Mäx (Max-Albert Müller) verstehen es immer wieder, musikalische Genialität, verrückte Ideen, puren Blödsinn und Akrobatik in einer unnachahmlichen Show zu vereinen. Sie brauchen nicht viele Worte. Der Begriff Musikclowns trifft aber eigentlich nur auf einen Teil zu, was sie da auf der Bühne zum Vergnügen des Publikums anstellen. Sie sind wahre Künstler ihres Fachs, und Freude über ihre gekonnten Ungeschicklichkeiten tut gerade in diesen schwierigen Zeiten einfach mal gut.

Auf der Bühne steht ein wahres Sammelsurium von Gerätschaften und Instrumenten, auch Dinge, die erst zu Musikapparaten umfunktioniert und denen unglaubliche Töne entlockt wurden. Wenn Gogol seinen Partner nicht mitspielen lassen will, kündigt er süffisant lächelnd ein klassisches Stück von Mozart, Beethoven oder Bach mit ellenlangem Titel an. Am Ende der Satz: „Concerto Piano solo“. Spätestens bei dritten Mal, übernimmt das Publikum das Wort „solo“ zu Freude von Gogol.

Ob am Klavier, Blasinstrumenten oder an dieser Kletterstange, Gogol und Mäx machten aus allem einen grandiosen Gag.
Ob am Klavier, Blasinstrumenten oder an dieser Kletterstange, Gogol und Mäx machten aus allem einen grandiosen Gag. | Bild: Edinger, Gerald

In seine virtuosen Klavierklänge mischt sich Mäx natürlich mit allerlei Instrumenten ein, von der Klarinette über Tuba oder eine Hirtenflöte war alles dabei und immer Fragmente von „La cucaracha“. Genial, wie Mäx mit der linken Hand Klavier spielt, mit der rechten das Alphorn hält, auf dem er gefühlvoll eine Melodie erklingen lässt. Mit dem gewaltigen Instrument hat er auf der kleinen Bühne so seine Mühe, tuschiert sogar eine der Lampen im Zuschauerraum – aber nichts passiert, er lächelt das charmant weg und bringt das „Monstrum“ hinter die Bühne.

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Dass die beiden nicht nur musikalisch etwas zu bieten haben, ist bei der Slapstick-Nummer mit dem Notenständer auf einem quadratischen Gestell zu erleben. Mit ihren unbeholfenen Versuchen, den oben auf dem Gestänge platzierten Notenständer auf die Bühne zu holen, sorgen sie für herzhaftes Gelächter. Bei der einen oder anderen Verbiegung durfte man sich schon fragen, ob die beiden Gummiknochen haben. Als Gogol schließlich mit einem rosa Tutu und Schirmchen auf einer Stange balanciert, ist die Stimmung am Siedepunkt. Einer der Glanzpunkte war sicher, der rassige Flamenco von Mäx in seinen überdimensionierten Clown Schuhen. Nach knapp zwei Stunden forderte das Publikum vehement Zugaben, die Gogol und Mäx an diesem Nachmittag gerne gaben.