Wie reich die katholische Kirche ist, weiß vermutlich nicht mal der Papst. Was ein Angehöriger des Vatikans mal bestätigte, als er auf die Frage nach dem weltweiten Vermögen lapidar antwortete: „Das weiß allein Gott.“ Fest steht, dass die katholische Kirche in Deutschland mit ihren Institutionen einen Jahresumsatz im hohen zweistelligen Milliardenbereich macht und damit in einer Liga spielt mit Konzernen wie Siemens oder BMW.

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Dass ein Teil dieses Vermögens allerdings nicht in einer Dorfkirche zu finden ist, müsste eigentlich auch Menschen bewusst sein, die über weniger Hirnschmalz verfügen als der Durchschnitt. Im Herbst 1993 verübten trotzdem zwei solcher Geistesgrößen einen Überfall auf die Kirche in Schwerzen. Es war ein Donnerstag kurz nach 21 Uhr. Der Aushilfs-Mesner hatte gerade den Opferstock geleert – neun Mark vom letzten Rosenkranz – und räumte noch in der Sakristei auf. Plötzlich sah sich der 22-Jährige zwei mit Überziehmützen maskierten Männern gegenüber. Einer von ihnen forderte in gebrochenem Deutsch Geld und drückte dem Mesner die Klinge eines Taschenmessers in den Rücken. Doch der junge Kirchendiener ließ sich nicht einschüchtern und erklärte seinen inzwischen wohl frustrierten Besuchern, dass in der Kirche kein Geld zu holen sei. Daraufhin wurde er von den Maskierten mit Klebeband gefesselt, wobei sie die Hände mit den Beinen am Rücken zusammenschnürten. Auch Augen und Mund wurden verklebt. Danach durchwühlten die Männer die Sakristei, die sie ohne Beute wieder verließen und hinter sich abschlossen.

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Trotz der Fesseln konnte sich der 22-Jährige an einer Wand emporstemmen und den dort angebrachten Schalter des Glockengeläuts auslösen. Ein in der Nähe wohnender Kirchengemeinderat glaubte wegen der unzeitgemäß läutenden Glocken an einen Kurzschluss und machte sich auf den Weg zur Kirche. Er hatte einen Schlüssel zur Sakristei, in der er den Hilfsmesner von seinen Fesseln befreite. Dessen klugem Verhalten gebührte der Dank, dass die römisch-katholische Kirche nicht ärmer geworden war.