Mit letzter Kraft strampelt Leni mit ihrem Kinderrad den kleinen Hügel hinauf. Mit einem strahlenden Lächeln belohnt sie sich, als sie es geschafft hat. Der sogenannte Dirtpark an der Wutach, nur ein kurzes Stück unterhalb des Sportplatzes an der Wutach in Wutöschingen, ist ein Paradies für Biker, die mehr als nur geradeaus fahren wollen.

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Besonders an Wochenenden sind bei gutem Wetter oft Familien dort zu finden, wie die Mama von Leni und Phillip. Sie testen auf den Hügeln und Hindernissen ihr Können auf dem Rad. Manchmal packen Mamas und Papas bei der dazugehörigen Gerätehütte sogar ein Vesper aus, um ihren Nachwuchs nach ein paar Runden auf dem Parcours zu stärken.

Sportgelände für Familien

Dirtparks, Dirt-Jump-Trails oder auch Slopestyle-Parcours sind Namen für hügelige Sportgelände, auf denen Mountainbiker und BMX-Fahrer ihre Steuerkünste ausprobieren können. Ambitionierte Zweiradfahrer befördern ihr Rad über die größeren Hügel dabei in die Luft und zeigen Tricks.

Kinder haben seit einiger Zeit den sogenannten Dirtpark unterhalb des Sportplatzes in Wutöschingen für sich entdeckt. Sie sausen über die Hügel, wie hier der elfjährige Phillip, und haben jede Menge Spaß dabei.
Kinder haben seit einiger Zeit den sogenannten Dirtpark unterhalb des Sportplatzes in Wutöschingen für sich entdeckt. Sie sausen über die Hügel, wie hier der elfjährige Phillip, und haben jede Menge Spaß dabei. | Bild: Gerald Edinger

Auf der Anlage zwischen Wutöschingen und Horheim können sich vor allem Anfänger austoben, für Profis fehlen die anspruchsvollen Rampen, auf den sie ihre Kunststücke zeigen können. „Einige Dinge, die wir geplant hatten, konnten wir aus versicherungstechnischen Gründen nicht realisieren“, erzählt der Initiator des Dirtparks, Timmo Preiser aus Horheim.

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Er kann aber durchaus damit leben, dass sich heute vor allem Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit dort mit ihren Rädern austoben können. „Die geplanten Rampen sind kein Thema mehr, wenn das für Kinder und Jugendliche passt, ist das in Ordnung“, zeigt sich der Ideengeber für diese Einrichtung gelassen.

Pflege der Anlage

Geplant war ursprünglich, dass sich die „Abteilung Kettenfett“ des Ski- und Wanderclubs Horheim zusammen mit dem örtlichen Bauhof um die Pflege des 6500 Quadratmeter großen Geländes kümmert. Das habe sich mittlerweile zerschlagen.

„Keiner will heute mehr etwas machen, das hat sich relativ schnell verflüchtigt“, stellt Timmo Preiser fest. Er ist selbst ein ambitionierter Biker und betreibt mit Christian Ramirez das Fahrradgeschäft Bike Stuff in der Hauptstraße. Ein bisschen enttäuscht ist er, dass sich die Kooperation mit der Alemannenschule nicht etabliert habe.

Der 15-jährige Gustav ist aus Stuttgart zu Besuch im Wutachtal und probiert gleich die Hügel und Sprünge im Wutöschinger Dirtpark aus.
Der 15-jährige Gustav ist aus Stuttgart zu Besuch im Wutachtal und probiert gleich die Hügel und Sprünge im Wutöschinger Dirtpark aus. | Bild: Gerald Edinger

In der Mittagspause sollten sich dort Schüler eine Stunde lang mit ihren Bikes austoben können. „Es ist schwierig sowas hinzubekommen. Es fehlte an der praktischen Umsetzung und der nötigen Zeit zur Betreuung – schade“, bedauert Timmo Preiser.

Das sagt der Bürgermeister

Rund 52.000 Euro hat die Kommune in dieses Projekt investiert, das vor fünf Jahren seiner Bestimmung übergeben wurde. „Wir haben uns davon mehr versprochen, wie letztlich daraus geworden ist“, stellt Bürgermeister Georg Eble ernüchtert fest.

Mehr Zuspruch erfahre nach seinen Beobachtungen die direkt neben dem Fußballplatz eingerichtete Skateranlage. Der Dirtpark musste aus Gründen der Sicherheit umgebaut werden, die Strecke war zu nah am Radweg und einige Sprünge gingen Richtung des stark frequentierten Radwegs, berichtet der Rathauschef. Eine eigens für diesen Dirtpark gegründete Elterninitiative gibt es nicht mehr, weil deren Kinder inzwischen teilweise erwachsen sind, erzählt Eble.

„Eine Zeitlang ging dort gar nichts, inzwischen sind hier mehr Kinder als junge Radfreaks, die sich austoben“, stellt der Bürgermeister fest. Er erzählt von Plänen, die gesamte Fläche für einen Verkehrsübungsplatz einzuebnen, aus Kostengründen wurde letztlich darauf verzichtet. „Jetzt lassen wir den Dirtpark wie er ist und pflegen ihn weiterhin“, verspricht Georg Eble.

Es bestehe immerhin die Hoffnung, dass dieses Angebot mehr genutzt werde, wenn der Sportplatz mit seiner dazugehörenden Leichtathletikanlage saniert sei, dafür gab es vom Bund jedenfalls rund eine Million Euro.