Bei einer öffentlichen Sitzung hat der Wutöschinger Gemeinderat einen Einblick in die Arbeit mit der Lernplattform DiLer der Alemannenschule erhalten. Mirko Sigloch, Lernbegleiter (Lehrer) an der Gemeinschaftsschule und federführend bei der Realisation und Weiterentwicklung von DiLer, präsentierte die Lernplattform, die den Lernpartnern (Schülern) das selbstständige und eigenverantwortliche Lernen am Tablet ermöglicht. DiLer wird seit 2013 an der Alemannenschule entwickelt, seit dem Jahr, in dem sie zur Starterschule für das Projekt Gemeinschaftsschule ernannt wurde.

Digitales Lernen gehört an der Alemannenschule Wutöschingen schon lange zum Schulalltag, wie dieses Archivbild von vor der Pandemie zeigt.
Digitales Lernen gehört an der Alemannenschule Wutöschingen schon lange zum Schulalltag, wie dieses Archivbild von vor der Pandemie zeigt. | Bild: Sandra Holzwarth (Archiv)

Weil es auf dem Markt kein passendes Lernprogramm für diese Schulform gab, entwickelte das Team um Schulleiter Stefan Ruppaner kurzerhand eine eigene Open-Source Lernplattform. Unzählige Lernpakete wurden seither programmiert, mit denen inzwischen viele Schüler in ganz Deutschland und auch international arbeiten. Denn inzwischen haben viele weitere Schulen DiLer für sich entdeckt, nutzen die Lernplattform und beteiligen sich an der Erstellung weiterer Lernpakete. Nur im eigenen Bundesland werde DiLer zu wenig geschätzt, was den Verantwortlichen unverständlich ist. „DiLer ist eine flexible, anwenderfreundliche Lernplattform, die für wirklich jeden Schultyp geeignet ist und mit wenig Aufwand an die verschiedensten Anforderungen angepasst werden kann“, erklärt Mirco Siegloch.

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Viele Bundesländer nutzen DiLer bereits erfolgreich und mit DigLu, einer länderübergreifenden Lernplattform für Kinder beruflich Reisender, die auf DiLer aufbaut, arbeiten bereits Kinder aus vielen Ländern. „Die Rückmeldungen, die wir erhalten, sind durchweg positiv“, berichtet Sigloch. Trotzdem ist die erste Vorstellung beim baden-württembergischen Kultusministerium gescheitert. „Obwohl das Land eine Lernplattform etablieren möchte und DiLer alle Anforderungen vollends erfüllt, hat sich niemand für unsere Präsentation interessiert“, teilte Mirco Sigloch bedauernd mit. „Im Gegenteil wurden wir noch kritisiert, dass wir unsere Freizeit für die Entwicklung von DiLer opfern, statt dass wir uns um unser Kerngeschäft kümmern“, fügte er hinzu.

Auch Bürgermeister Georg Eble zeigte Unverständnis für diese Haltung: „Seit Jahren investiert das Land ohne Erfolg Millionen in die Entwicklung einer geeigneten Lernplattform, dabei gibt es sie doch längst.“ Dass die Versuche des Landes immer wieder scheitern, sieht Schulleiter Stefan Ruppaner vor allem darin begründet, dass Programmierer beauftragt werden, eine digitale Lernumgebung zu schaffen. „Die verstehen ihr Handwerk, aber sie kennen nicht die Bedürfnisse der Endverbraucher, der Lernpartner, die nachher mit diesen Programmen arbeiten. Bei uns programmieren und entwickeln die Lernbegleiter, die genau wissen, welche Anforderungen die Lernplattform erfüllen muss.“ Mit dem politischen Wechsel im Kultusministerium erhoffen sich die Verantwortlichen jetzt eine neue Chance, um DiLer präsentieren zu können und aufzuzeigen, was in dieser Lernplattform alles steckt.