Der Musikverein Schwerzen wird dieses Jahr 100 Jahre alt. Die Feiern wurden wegen Corona auf das nächste Jahr verschoben, es folgt ein Rückblick über die Entwicklung des Vereins, der mit 70 aktiven Musikern in die großen Vereine der Gemeinde Wutöschingen einzureihen ist.

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  • Gründung durch eine kleine Schar beherzter Männer: Während der heute zehnköpfige Vorstand sowie beide Dirigenten ausgewogen aus Männern und Frauen besteht, war die Gründungsversammlung nur mit Männern besetzt: „Im Jahr 1921 war es eine kleine Schar beherzter Männer, die den Musikverein Schwerzen aus der Taufe hoben. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, also in einer relativ schlechten Zeit, haben sie sich zu einem Verein zusammengeschlossen, um zu musizieren.“ Die Chronik anlässlich des 70-jährigen Bestehens aus dem Jahr 1991 nennt zehn Männer als Gründungsmitglieder: Vorsitzender Tobias Mack, Johann Strittmatter, Karl Otto Fechtig, Anton Koller, Alfons Buri, Edwin Schwarz, Hugo Morath, Emil Kiesel, Bruno Zimmermann, Josef Jäger. Sie legten den Grundstein für einen auch 100 Jahre später noch florierenden Verein. Dennoch war aller Anfang schwer, die Instrumente wurden aus der eigenen Tasche bezahlt, was damals nicht leicht war. Später wurden die Anschaffungskosten wieder zurückerstattet. Auch das Proben gestaltete sich am Anfang als schwieriges Unterfangen: „Mancher Musikant musste am Anfang seine ersten Töne im Keller oder sonst einem schalldichten Raum ertönen lassen, da zu Beginn die angebliche Krachmacherei nicht auszuhalten war und manchem biederen Bürger auf die Nerven ging.“ Von Seiten der damaligen Gemeindeverwaltung Schwerzen wurde dann ein geeigneter Probenraum zur Verfügung gestellt.
Das älteste erhaltene Bild des MV Schwerzen stammt aus dem Jahr 1951. Zum 30-jährigen Gründungsfest wurden 14 verdiente Musiker zu Ehrenmitgliedern ernannt: Tobias Mack, Bruno Zimmermann, Josef Jäger, Anton Koller, Hugo Morath, Eugen Keßler, Josef Rieger, Edwin Schanz, Johann Strittmatter, Karl Otto Fechtig, Alfons Buri, Emil Kiesel, August Lachemann und Emil Weißenberger.
Das älteste erhaltene Bild des MV Schwerzen stammt aus dem Jahr 1951. Zum 30-jährigen Gründungsfest wurden 14 verdiente Musiker zu Ehrenmitgliedern ernannt: Tobias Mack, Bruno Zimmermann, Josef Jäger, Anton Koller, Hugo Morath, Eugen Keßler, Josef Rieger, Edwin Schanz, Johann Strittmatter, Karl Otto Fechtig, Alfons Buri, Emil Kiesel, August Lachemann und Emil Weißenberger. | Bild: Verein
  • Auftritte an Hochzeiten und Beerdigungen: Bereits nach einem halben Jahr trat der Musikverein Schwerzen öffentlich auf und umrahmte die Hochzeit des Schreinermeisters August Baumgartner. Ebenso zu den Aufgaben eines Musikvereins gehört die Verabschiedung am Grab. Gründungsmitglied Emil Kiesel wurde das Kameradenlied einige Jahre nach der Vereinsgründung gespielt, 1935 erhielt der aktive Musiker Arno Albicker das letzte Geleit.
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  • Wiederaufnahme der Proben nach Zweiten Weltkrieg: War die Mitgliederzahl in den 30er Jahren auf beachtliche 27 Musiker angestiegen, musste nach der Pause während des Zweiten Weltkriegs nahezu von vorne begonnen werden: „Als Dirigent stellte sich der kurz vorher aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte Josef Rieger zur Verfügung. Erster Vorsitzender wurde nach der Neugründung Eugen Keßler.“ Dirigent Josef Rieger lernte eine große Zahl an Zöglingen an. Um Gelder für die Instrumente zu sammeln, scheuten sich die Musikkameraden nicht, im Winter Holz für die Gemeinde zu fällen oder das Heu für die Gemeindefarren einzubringen. Bereits 1951 wurde das 30-jährige Gründungsfest gefeiert, am Festbankett wurden 14 verdiente Musiker zu den ersten Ehrenmitgliedern ernannt.
  • Musikalisch erfolgreich: Mit dem Dirigenten Helmut Klenner aus Tiengen im Jahr 1956 steigerte der Verein sein Können und erreichte beim Wertungsspiel am Bezirksmusikfest Gurtweil die Note „sehr gut bis vorzüglich“. Uniformen gab es 1959, 1974 und 1986, im Jahr 1975 wurde die Wutachhalle Horheim-Schwerzen musikalisch eingeweiht. Mit 57 von 60 Punkten bei der Marschmusikbewertung 1987 in Kadelburg unter Leitung von Albert Klemm konnten die 48 Musiker ein besonderes Hoch feiern. Das 70-jährige Bestehen 1991 wurde mit einem Bezirksmusikfest von den 37 Aktiven und 120 Passiven gefeiert.
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  • Jubiläum verschoben: Das mehrtägige Bezirksmusikfest anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des MV Schwerzen war für den 30. April bis 3. Mai geplant. Doch wegen Corona wird es verschoben auf den Frühsommer 2022.