Das Verbandsjugendorchester Hochrhein ist erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder aufgetreten. Die Alemannenhalle in Wutöschingen war eine von drei Stationen. Unter dem Motto „Abenteuergeschichten“ hatte Dirigent Julian Gibbons in seinem 25. Jahr sechs Werke im Oberstufen- und Höchststufenniveau ausgewählt. Die Ansager Nico Talenta und Hannah Ackermann führten durch das Programm.

Seit 25 Jahren leitet Dirigent Julian Gibbons das Verbandsjugendorchester.
Seit 25 Jahren leitet Dirigent Julian Gibbons das Verbandsjugendorchester. | Bild: Yvonne Würth

Die Einstimmung machte „Sinfonia Nobilissima“ von Robert Jager. Welchen Abenteurer sich die zahlreichen Zuhörer zu den Klängen vorstellten, blieb ihnen überlassen. Mit „Dusk“ folgte ein Werk von Steven Bryant. Hier wird musikalisch die reflektierende Ruhe der Abenddämmerung eingefangen, die von den feurigen Farben des Sonnenuntergangs erhellt wird. Diese Ruhe mit Applaus zu beenden, traute sich das Publikum zunächst nicht und wartete ab, bevor es sein Wohlgefallen zeigte.

Gänsehautmomente gab es, als Rebecca Birkenberger „Hoist The Colours“ sang zum dritten Film der Reihe „Fluch der Karibik“. Ihr folgten die Musiker des Verbandsjugendorchesters Hochrhein im Chor.
Gänsehautmomente gab es, als Rebecca Birkenberger „Hoist The Colours“ sang zum dritten Film der Reihe „Fluch der Karibik“. Ihr folgten die Musiker des Verbandsjugendorchesters Hochrhein im Chor. | Bild: Yvonne Würth

Für das dritte Stück waren die Abenteuer des Huckleberry Finn des Schriftstellers Mark Twain von Komponist Franco Cesarini in den vier Sätzen „A Lazy Town“, „Jim“, „The King And The Duke“ und „Huckleberry‘s Rag“ vertont worden. Der Roman gilt als Schlüsselwerk der US-amerikanischen Literatur, bereits der Vorgänger-Band mit den Abenteuern von Tom Sawyer wurde in einer für 1876 ungewöhnlichen Alltagssprache erzählt. Ernüchternde und bissige Eindrücke der Verhaltensweisen der damaligen Zeit, inklusive Rassismus und Sklaverei, treffen auf die Verkörperung des amerikanischen Traums, dem Streben nach Glück.

Zahlreiche Solisten spielten kleine Solopassagen beim Konzert des Verbandsjugendorchesters Hochrhein in der Alemannenhalle Wutöschingen.
Zahlreiche Solisten spielten kleine Solopassagen beim Konzert des Verbandsjugendorchesters Hochrhein in der Alemannenhalle Wutöschingen. | Bild: Yvonne Würth

Die Filmmusik zum dritten Film der Reihe „Fluch der Karibik“ schrieb Hans Zimmer. Im Arrangement von Erik Rozendom spielten und sangen die Musiker des VJO vom Ende der Welt. Die beliebtesten Hits aus dem „Dschungelbuch“ von Komponist Richard Sherman in Bearbeitung von Marcel Peeters gab es im Anschluss zu hören. Wie „Fluch der Karibik“ gehörte das „Dschungelbuch“ deutlich erkennbar zu den bevorzugten Titeln der Musiker.

Für die Proben hatte sich das Orchester eine Woche lang an der Ostsee sowie an zwei Terminen in Laufenburg getroffen, bis Pfingsten waren nur Online-Proben möglich.
Für die Proben hatte sich das Orchester eine Woche lang an der Ostsee sowie an zwei Terminen in Laufenburg getroffen, bis Pfingsten waren nur Online-Proben möglich. | Bild: Yvonne Würth

Den Solisten applaudierten ihre Fans im Publikums ebenso begeistert wie die Musiker selbst. Im Anschluss an die Erinnerungen an Henry Mancini in Bearbeitung von Toshio Mashima verlangte das Publikum zwei Zugaben, denen Dirigent Julian Gibbons mit Duke Ellingtons „Take The A Train“ und einer Wiederholung eines Teils der Musik aus dem „Dschungelbuch“gerne nachkam.

Geduldig warteten die zahlreichen Konzertbesucher in der Schlange am späten Sonntagnachmittag, bis die Kontaktdaten und die erforderlichen Nachweise der 3G aufgenommen waren. Das Verbandsjugendorchester Hochrhein spielte ohne Abstand. Die Besucher sowie diejenigen Schlagzeuger, die den Platz wechselten während des Konzerts, trugen einen Mundschutz.
Geduldig warteten die zahlreichen Konzertbesucher in der Schlange am späten Sonntagnachmittag, bis die Kontaktdaten und die erforderlichen Nachweise der 3G aufgenommen waren. Das Verbandsjugendorchester Hochrhein spielte ohne Abstand. Die Besucher sowie diejenigen Schlagzeuger, die den Platz wechselten während des Konzerts, trugen einen Mundschutz. | Bild: Yvonne Würth

Die Vorbereitung zum Konzert war auf den einwöchigen Aufenthalt in der Jugendfreizeitstätte Neukirchen an der Ostsee sowie zwei Proben in der Möslehalle Laufenburg beschränkt. Bis Pfingsten hatte sich das Orchester dieses Jahr nur online treffen können. Mit dem seit 30. August auf der Internetseite des Blasmusikverbands Hochrhein veröffentlichen aktualisierten Musterhygienekonzept ist das Musizieren ohne Abstand wieder möglich. Die Regelung stützt sich auf eine Selbstverantwortung der Vereine. Erforderlich sind die Umsetzung der 3-G-Regel sowie Lüftung und Hygienemaßnahmen.

Das Verbandsjugendorchester hat die Zeit der Zwangspause erfolgreich bewältigt, wie die drei Jahreskonzerte in Berau, Wutöschingen und Laufenburg zeigen. Das aktuell hohe Durchschnittsalter der Musiker ermöglicht ein anspruchsvolles Musizieren, soll aber durch engagierte Nachwuchsmusiker wieder gesenkt werden. Besonders begehrt sind dieses Jahr Musiker an den Instrumenten Klarinette, Schlagzeug, Horn und Oboe. Um die Leistung im 1986 gegründeten Höchstklassenorchester bewältigen zu können, ist mindestens ein musikalisches Können nötig, das dem Leistungsabzeichen (JMLA) in Silber entspricht. Offene Proben finden zu Jahresbeginn statt, aber auch im laufenden Jahr sind Aufnahmen möglich.

Förderverein und CD

Unterstützung gibt es vom Förderverein pro VJO, der 2011 gegründet wurde. In den drei Beitragsstufen Unterstützer, Förderer und Sponsoren kann das VJO gegen Spendenbescheinigung unterstützt werden. Im September 2019 wurde in Höchenschwand die CD „With Heart and Voice“ aufgenommen, die im Internet unter cd.bvh100.de bestellt werden kann.