Die Anpassung der Kindergartengebühren an die Kosten hat auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung Eggingen gestanden. Nach einer längeren Diskussion hat sich der Gemeinderat bei einer Gegenstimme für die Erhöhung der Kindergartengebühren um 1,9 Prozent ab September entschieden. Für Gemeinderätin Barbara Bauknecht war das Vorgehen mit dem Erlassen der Kindergartengebühren während des Corona-Lockdowns und der Erhöhung der Gebühren direkt danach widersprüchlich.

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Rechnungsamtsleiterin Renate Baumgartner hatte zuvor dem Gremium die aktuelle Empfehlung der kommunalen und kirchlichen Spitzenverbände erläutert, die eine Erhöhung der Elternbeiträge um pauschal 1,9 Prozent vorsieht: „Diese moderate Erhöhung bleibt bewusst hinter der tatsächlichen Kostensteigerung zurück, um so zwar einerseits die Einnahmeausfälle nicht zu groß werden zu lassen, andererseits aber auch die Eltern nicht über Gebühr zu belasten. Eine Fortschreibung der Elternbeiträge ist auch geboten, weil die Verbände auch weiterhin grundsätzlich einen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent durch Elternbeiträge anstreben.

Längere Betreuungszeit

Mit der Erhöhung der Gebühren um 1,9 Prozent liegen die Gebührensätze der Gemeinde Eggingen für die Regelgruppen unter den Empfehlungen der Spitzenverbände. Für die Kleinkindgruppe liegen die Gebührensätze leicht darüber, denn die Empfehlungen basieren auf 30 Stunden Betreuung pro Woche, während die Betreuungszeit der Kleinkindgruppe in Eggingen bei 35 Stunden pro Woche liegt.

  • Kostendeckungsgrade des Kindergartens Eggingen im Rückblick: Die Empfehlung erfolge angesichts der nach wie vor durch die Pandemie beeinträchtigten Lage nur für das Kindergartenjahr 2020/2021. Mit der Wiederaufnahme des Regelbetriebs am 29. Juni leisteten die Einrichtungsträger einen essenziellen Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilisierung in der jetzigen Krisenzeit. Die Sicherstellung des Betreuungsangebots beanspruche die Träger nicht nur in hohem Maße organisatorisch, sondern schlage durch die gestiegenen Kosten, besonders zur Bewältigung der Hygieneanforderungen, auch finanziell zu Beuche, so die Verwaltung.

Hinzu kommen die allgemeinen Kostensteigerungen, die zu verzeichnen sind. Der angestrebte Kostendeckungsgrad von 20 Prozent durch Elternbeiträge wird seit Jahren vermehrt angestrebt. 2011 betrug der Deckungsgrad durch Elternbeiträge 14,68 Prozent. Der niedrigste Stand war 2013 mit 12,97 Prozent, der höchste 2017 mit 18,85 Prozent.

  • Die neuen Gebühren: In der Regelgruppe beläuft sich der Betrag gemäß dem Württembergischen Modell bei Familien mit einem Kind auf 112 Euro (bisher 110 Euro, Empfehlung der Spitzenverbände: 119 Euro). Für das Kind aus einer Familie mit zwei Kindern unter 18 Jahren sind es 86 Euro (84/92 Euro), für das Kind aus einer Familie mit drei Kindern 56 Euro (55/61 Euro), für das Kind aus einer Familie mit vier und mehr Kindern unter 18 Jahren sind es 20 Euro (20/20 Euro).

In der Kleinkindgruppe zahlen die Familien für ein Kind 355 Euro (bisher 348 Euro, Empfehlung der Spitzenverbände: 352 Euro). Für das Kind aus einer Familie mit zwei Kindern unter 18 Jahren sind es 264 Euro (259/261 Euro), für das Kind aus einer Familie mit drei Kindern 179 Euro (176/177 Euro), für das Kind aus einer Familie mit vier und mehr Kindern unter 18 Jahren sind es 71 Euro (70/70 Euro).

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