Da es im Badesee Eggingen für diese Saison bis jetzt trotz breiter Suche seitens der Gemeindeverwaltung weder Kiosk-Betreiber noch Badeaufsicht gefunden wurde, war die Zahl der interessierten Bürger in der Gemeinderatssitzung außergewöhnlich hoch.

Gemeinde in Oberbayern macht es vor

Für einen Lichtblick sorgte Gemeinderat Holger Kostenbader. Auf der Suche nach einer Alternative wurde er fündig, denn das 371-Seelen-Dorf Hohenthann der Gemeinde Tuntenhausen im oberbayerischen Landkreis Rosenheim hat eine Lösung gefunden, die vielleicht auch in Eggingen erfolgreich sein kann.

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Kostenbader informierte aus der Homepage des Dorfvereins Hohenthann: „Bis zum Jahr 2008 war für Bäder, die keine Eintrittsgelder verlangten, beziehungsweise für Naturbecken oder Freigewässer keine Badeaufsicht erforderlich.“ Für den Egginger Badesee war dies bereits ab 2005 der Fall, wie der anwesende frühere Pächter Bernd Zimmer wusste: „Die Erkenntnisse daraus (Arbeitsgruppe Hohenthann) bildeten die Grundlage für die neue Lösung: Der Löschweiher durfte nicht länger ein öffentliches Bad sein, sondern musste zu einem privaten Bad umorganisiert werden.“

Der Gemeinderat Holger Kostenbader wurde fündig in Sachen Badesee Eggingen ohne Badeaufsicht, denn der Dorfverein Hohenthann in Oberbayern betreibt sein Privatbad bereits seit Jahren erfolgreich.
Der Gemeinderat Holger Kostenbader wurde fündig in Sachen Badesee Eggingen ohne Badeaufsicht, denn der Dorfverein Hohenthann in Oberbayern betreibt sein Privatbad bereits seit Jahren erfolgreich. | Bild: Yvonne Würth

Jeder Gast übernimmt selbst Aufsichtspflicht

Rechtlich gibt es also Möglichkeiten, dass ein neu zu gründender Verein den Badesee ausschließlich nutzen kann. Dann entfällt die Verpflichtung, eine Badeaufsicht durch einen Rettungsschwimmer mit aktuellem silbernen Rettungsschwimmabzeichen zu stellen.

Jeder, der schwimmen möchte, kauft zum Beispiel für einen Jahresbeitrag von 15 Euro einen Chip, wird Mitglied und akzeptiert einen Haftungsausschluss für Erwachsene und die Sorgfaltspflicht für seine und mitgenommene Kinder. „Das ist doch das Größte für die Kinder, einfach zum Badesee radeln und dort schwimmen“, da waren sich die Anwesenden einig. Sollte die Hohenthann-Lösung in Eggingen durchführbar sein, müsste ein Erwachsener dabei sein, der die Aufsicht über die mitgebrachten Kinder wahrnimmt.

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Bürgermeister Karlheinz Gantert und die Gemeinderäte legten mit den fünf anwesenden Frauen, die sich in den letzten Sommern zum Morgenschwimmen getroffen hatten, den Mittwoch, 29. Mai um 19 Uhr in der Gemeindehalle Eggingen als Termin für einen Informationsabend fest. Hier kann die Gründung des Schwimmbadvereins Eggingen besprochen werden. Das „Fünf-Gestirn“, wie Bürgermeister-Stellvertreter Holger Albicker die fünf Frauen Doris Nagy, Marlies Lott, Lisbeth Schönle, Helga Radke und Hanni Globisch nannte, erklärte sich bereits im Vorfeld bereit, gerne aktiv zu werden, damit es wieder schwimmen kann.

Keine Öffnung im Juni

Dennoch läuft die Suche nach Kioskpächter und Badeaufsicht parallel weiter: „Es geht den Menschen zu gut, als dass sie einen Job annehmen, der doch einiges Geld bringt“, ist Bürgermeister Karlheinz Gantert fassunglos über seine erfolglose Suche. Die Gemeinde bietet 3200 Euro Brutto monatlich während der Badesaison, dazu ist der Kioskbetreiber an 40 Prozent der Einnahmen beteiligt. Im vergangenen Sommer waren das über 6000 Euro zusätzlich.

„Wir kriegen den See auf Juni nicht auf“, schloss Gantert, denn eine Vereinsgründung dauert seine Zeit. Die Gemeinde würde dem Verein unter die Arme greifen, denn der Badesee verlangt eine aufwendige Wasser- und Geländepflege. Bis zur Infoveranstaltung erkundigt sich Hauptamtsleiterin Susanne Kaemmer nach Vereinsgründungsregularien, auch werden die benachbarten erfolgreichen Schwimmbadvereine Stühlingen und Mauchen nach Umsetzungsmöglichkeiten für den Badesee durchleuchtet.