„Unsere Gäste sollen für ein paar Stunden den Alltag vergessen, das ist unser Ziel beim Kulturring„, stellte Organisation Annette Loll zu Beginn der Veranstaltung fest. Und genau das ist ihr mit ihrem Team wieder einmal perfekt gelungen. Bürgermeister Georg Eble bezeichnete nach der 27 Jahre dauernden Ära von Sonja Göbel ihre Nachfolgerin Annette Loll als „Sechser im Lotto für den Kulturring„.

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Die Einrichtung habe in den vergangenen drei Jahrzehnten viel für das positive Image der Gemeinde getan – gerade, weil viele Gäste aus der ganzen Region in die Klosterschüer kommen. „Erfolg ist denen beschieden, die etwas wagen“, betonte der Bürgermeister.

Perfekt organisierte Annette Loll den 30. Geburtstag der Kulturrings Wutöschingen. Bild: Gerald Edinger
Perfekt organisierte Annette Loll den 30. Geburtstag der Kulturrings Wutöschingen. Bild: Gerald Edinger

Das Programm war perfekt für die Party zum 30. Geburtstag des Kulturrings ausgewählt: die virtuosen Vollblutmusiker Winfried Burr und Siegfried Klaiber und der aus Funk und Fernsehen bekannte Bauchredner Tim Becker. Es war fast so wie bei einem Überraschungsei: Im Geburtstagspaket, das der Kulturring schnürte, war Spannung drin, was zum Lachen etwas für die Seele. Zwei an sich völlig gegensätzliche Genres verschmolzen an diesem Abend zu einer Mixtur, die bei den Gästen großartig ankam.

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Mit seinen Gags aus der Comedy-Ecke sorgte Tim Becker dafür, dass die Lachmuskulatur der Gäste kräftig trainiert wurde. Den zurückhaltenden Applaus zu Beginn kommentierte er mit der Bemerkung „Das ist deutsche Euphorie!“ und verschwand wieder hinter der Bühne. Beim zweiten Anlauf wurde er begeistert empfangen. Diese Vorschusslorbeeren verdiente er sich dann mit einem witzig-frechen Auftritt – wobei der Bauchredner die Gags meist seinen Puppen überließ.

Comedy mit Handpuppen sind das Erfolgsrezept von Bauchredner Tim Becker. In der Klosterschüer brachte er das Publikum mit seinen Gags zum Lachen.
Comedy mit Handpuppen sind das Erfolgsrezept von Bauchredner Tim Becker. In der Klosterschüer brachte er das Publikum mit seinen Gags zum Lachen. | Bild: Gerald Edinger

Der sprechende Donut bezeichnete den US-Präsidenten „Donut Trump“ als „außen fettig und innen hohl“! Als Musical Star präsentierte er die Ratte „Konstantin Opel„ – sympathisch, dass der Künstler dabei einen Gag „versaute“ – worüber er selbst lachen musste. Ein Höhepunkt seiner Show war „Hippy Joe“, der Tim Becker in die vernebelte Welt von Woodstock holen wollte. Rotzfrech der zynische „Hase aus dem Zauberhut“, der noch einmal für Lachsalven sorgte.

Musikalische Geburtstagswünsche

In eine ganz andere Welt entführen Burr & Klaiber die Gäste in der ausverkauften Schüer. Sympathisch, ihre musikalischen Geburtstagswünsche für den Kulturring, bei dem sie schon zum vierten Mal auftraten. Verortet im Blues, ging die musikalische Reise mit den schwäbischen Künstlern einmal rund um die Welt. Schon vor dem eigentlichen Konzert hatten die beiden das Publikum beim Apéro vor der Klosterschüer mit ihrem ganz eigenen Stil in Stimmung gebracht.

Winfried Burr und Siegfried Klaiber begeisterten das Publikum in der ausverkauften Klosterschüer mit ihren grandiosen Interpretationen von Blues bis Schlager.
Winfried Burr und Siegfried Klaiber begeisterten das Publikum in der ausverkauften Klosterschüer mit ihren grandiosen Interpretationen von Blues bis Schlager. | Bild: Gerald Edinger

Was das kongeniale Paar später auf der Bühne präsentierte, war unglaublich mitreißend. Winfried Burr zeigte, welche unglaublichen Töne ein Könner aus einer Geige herausholen kann. Er benutzte sie auch als „Gitarre“ oder „Schlaginstrument“. Siegfried Klaibers „Schlagzeugsolo“ mit dem Mund und auf seinen Backen war ebenso phänomenal.

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Einmal entführte das Duo das Publikum in „Alle Zeit der Welt“, und ins „Frühlingserwachen“, um die Zuhörer im nächsten Stück „Ain't No Sunshine„ (Bill Withers), die Seele des Blues spüren zu lassen. Immer wieder lassen die beiden Virtuosen auf ihren Instrumenten Fragmente aus anderen Musikrichtungen einfließen. Dass die beiden Humor haben, zeigten sie mit einer Blues-Version des Flipper-Schlagers „Dich gibt‘s nur einmal für mich“. Zum Nachdenken brachten sie ihr Publikum mit der Eigenkomposition „Naher Osten – ferner Westen“, mit dem sie den jüdisch-palästinensischen Konflikt hör- und fühlbar machten. Mit einer grandiosen Interpretation des Lennon-Songs „Imagine“ ging eine durchweg gelungene Geburtstagsfeier zu Ende.

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