Der Advent lädt die Menschen dazu ein, den Alltag mit Abstand zu betrachten und innere Einkehr zu halten. Mit dem Anliegen, seinen Gästen etwas Zeit für sich selbst zu schenken, hatte das Lie-Chörchen aus Ewattingen für sein Kirchenkonzert zum Advent eine Auswahl an besinnlichen und anrührenden Liedern zusammengestellt. Die Texte der Lieder und Gedichte, die vorgelesen wurden, wollten dazu aufrufen, Ruhe zu suchen, um über das Leben nachzudenken.

Erinnerungen an Kindheit werden wach

Viele Besucher waren an diesem kalten und dunklen Abend in die St. Gallus Kirche in Ewattingen gekommen. Der sanfte Kerzenschein in der Kirche schuf eine angenehme Atmosphäre. Petra Zimmermann begrüßte die Zuhörer und gab ihnen einleitende Worte auf ihren Weg durch den besinnlichen Abend mit. Der Advent sei eine Zeit, in der der Mensch sich nach Stille sehnt. Zugleich sei es eine Zeit, die Erinnerungen an die Kindheit wachruft. Die Stille und die eigenen Erinnerungen seien eine Möglichkeit, wieder zu sich selbst zu finden und sich zu fragen, in welche Richtung der eigene Lebensweg führen soll.

Symbol für Kerzenlicht

Im Chorraum der Kirche leuchteten vier Kerzen. Sie sollten symbolisch für den Glauben, die Liebe, die Hoffnung und den Frieden stehen. In Anlehnung daran sang der Chor im ersten Lied „Das Licht einer Kerze“ davon, wie der Kerzenschein die Sehnsüchte und Hoffnungen der Menschen weitertragen kann. Stefan Wehinger leitete seinen Chor und begleitete die Sängerinnen zugleich am Keyboard. Es folgte das Lied „Siehst du den Himmel, wenn er lacht“, ein ermunternder Blick auf das Leben. Bei „Look Of The World“ wurde der Text zunächst in einer deutschen Übersetzung vorgelesen, ehe der Chor seine Interpretation des Songs wiedergab. Im Lied „Farbenspiel des Windes“ stand die Naturkraft der Lüfte im Zentrum. Passend zu diesem und dem folgenden Vortrag, dem „Earth Song“ von Michael Jackson, wurde die Bedrohung der Natur durch den Klimawandel angesprochen. Das Nachdenken über das eigene Leben sollte auch beinhalten, wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Diese erstreckt sich nicht nur auf unser direktes Zuhause, sondern umfasst die gesamte Natur. Als Zeichen für die Zerbrechlichkeit und Schönheit der Natur wurden Landschaftsaufnahmen, Bilder von Pflanzen oder von Menschen in ländlicher Umgebung gezeigt. Es folgte „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Musikfilm „Wie im Himmel“, der 2004 die Herzen vieler Kinobesucher eroberte. Auch „Lenas Song“ stammt aus diesem Film.

Kraft der Töne

Der gefühlvolle Vortrag des Chores sollte die Zuhörer an die Kraft der Töne und der Emotionen erinnern, denn der Text des Songs handelte von einem Weg, wie die Musik und die Liebe den Menschen von seinen Nöten und Ängsten befreien können. So wurde den berechtigten Sorgen um die Zerstörung unserer Natur ein Beitrag entgegengestellt, der trösten sollte. Doch der Trost sollte nicht dazu führen, das Nachdenken zu verdrängen.

Gedichte und Lieder

Im Gedicht „Nimm dir Zeit“ wurden die Reflexionen, die im vorherigen Programm zum Ausdruck gebracht wurden, wieder aufgegriffen. Das Lied „Seite an Seite“ bezog nun auch die geliebten Mitmenschen mit in das Nachdenken über das eigene Leben mit ein. Es folgten „You Raise Me Up“ und der bekannte „Sound Of Silence“. Mit den Klängen des amerikanischen Folk-Duos „Simon and Garfunkel“ wurde zugleich das Ende des Konzerts eingeleitet. Das Programm sollte jedoch nicht ohne einen Ausblick auf eine hoffnungsvoll stimmende Zukunft enden. So sang der Frauenchor „Weihnachten das ganze Jahr“, ein Lied, das die Zuhörer lächeln ließ. Zum Dank für den reichen Applaus, der kaum enden wollte, gab der Chor seinen Gästen „You‘ve Got A Friend“ von Carole King als Zugabe mit auf den Weg aus der Kirche.