Seit 1994 wird jährlich der wichtigste Deutsche Wirtschaftspreis, der „Große Preis des Mittelstands“ ausgeschrieben und vom Hochrhein aus dem Landkreis Waldshut-Tiengen ist die Firma Schilling Engineering GmbH in Horheim für diesen Preis nominiert.

Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Schmidt und Bürgermeister Georg Eble haben das innovative mittelständische Unternehmen für diese Nominierung vorgeschlagen und sich vor Ort über die Firma umfangreich informiert. Der Träger des Wettbewerbs ist die Oskar-Patzelt-Stiftung, für 2017 sind insgesamt 4923 Unternehmen nominiert. Diese müssen bis Mitte April ihre Bewerbungsunterlagen einreichen. Teilnehmen können Industriefirmen, Dienstleister, Handels-, Handwerks- und Gewerbefirmen, Sonderpreise gibt es für den „Premier“ und den „Premier-Finalisten“, für die „Kommune des Jahres“ und die „Bank des Jahres“.

Mit Stolz präsentierte Günther Schilling zusammen mit Ehefrau Gerda das 1998 in einer Garage gegründete Entwicklungsunternehmen, welches sich als eines der führenden Spezialisten in der Reinraumtechnik profilierte. Bereits 1999 wurde die vollautomatische sterile Produktionszelle entwickelt und 2001 folgte die Patentierung des „Clean-Cell-Reinraumsystems. Günther Schilling und sein Team verfolgen die Philosophie „Man muss radikal denken, um auf neue Innovationen und Ideen zu kommen“, so entstand dann auch bereits 2007 die Cleanraum-Steuerung sowie Überwachung per Touchscreen und 2011 folgte der nächste Schritt zum Cleanraum-Controll 4.

0, die ganzheitliche Überwachung und Steuerung mittels „Smart-Devices“.

Diese technologische Umsetzung bedeutet, dass Abläufe in Reinräumen per Fernüberwachung durch sogenannte Geisterschichten, also ohne menschlichen Einsatz durchgeführt werden können, ohne dass ein Produktionsausfall stattfindet. Im Jahr 2016 wurden die Green-Cleanroom-Konzepte entwickelt und umgesetzt, dies sind energieeffiziente Reinraumsysteme in individueller Gestaltung, je nach Anforderungen und Kundenwunsch. „Auch in diesem Jahr werden wir noch rund 300 000 Euro in die Forschung und Entwicklung weiterer Neuerungen investieren, die auf eine noch höhere Energieeffizienz abzielen“, erklärte der Firmeninhaber. Die Entwicklung für nutzungsgeführte Bereiche wird weiter vorangetrieben, hier erkennt der Reinraum selbstständig, was passiert und steuert automatisch die notwendigen Kontaminierungsabläufe. Das Unternehmen ist in insgesamt 20 verschiedenen Branchen aktiv, verfügt über eine eigene Marken-Produktpallette und eigene Patente. Als sogenannter „Turn-Key-Partner“ werden Anlagen von der Planung bis zur Qualifizierung schlüsselfertig realisiert und auch das komplette Zubehör wie Schleusen- und Reinraumeinrichtungen sowie Reinraumkleidung wird mitgeliefert.

Die Umweltstrategie spielt bei Schilling Engineering eine wichtige Rolle, als Marktführer bezüglich Energieeffizienz wird das Unternehmen derzeit in Sachen Energiemanagement zertifiziert, dazu zählt die nahezu autarke elektrische Versorgung sowie die Heizung der Betriebsstätte und die Umrüstung auf Elektro- und Hybridfahrzeuge. Die dritte Produktionshalle ist derzeit in Planung und soll noch in diesem Jahr realisiert werden. Weiterhin zeichnet sich die Mittelstandsfirma durch eine moderne Personalführung und Gewinnbeteiligung aus, ein Drittel des Jahresgewinns wird leistungsbezogen an die Belegschaft weitergegeben.

Das Unternehmen

Schilling Engineering GmbH hat 54 Mitarbeiter, 33 Prozent davon sind Frauen und fünf Auszubildende sowie zwei Praktikanten unter Vertrag. Der Jahresumsatz lag 2015 bei 10 Millionen Euro, 2016 bei acht Millionen Euro und für 2017 sollen 12 Millionen erzielt werden, derzeit sind bereits fünf Millionen Euro davon erreicht. Die Produktion ist eng mit Partnerfirmen und Zulieferer aus der Region verzahnt.