Einzelgrab oder anonyme Grabstätte? Grabplatte oder Grabstein plus Grabeinfassung? Oder doch die Feuerbestattung mit Urnengrab? Nein – hier ist nicht die Rede vom Friedhof, auf dem der Mensch seine letzte Ruhestätte findet – dieses Angebot macht vielmehr ein Friedhof für Tiere. Dass Betreiber dieser Anlagen und Tierbestatter fast bis ins Detail, nur eine Nummer kleiner, genau dasselbe anbieten wie beim menschlichen Trauerfall, geht selbst vielen Tierfreunden ein Stück zu weit, so verständlich die Trauer um ein geliebtes Haustier auch ist.

Doch genau mit diesem Thema musste sich im September vor 30 Jahren der Gemeinderat von Eggingen befassen. Auf dem Ratstisch lag der Antrag eines Interessenten aus der Schweiz, auf dem Gemeindegebiet einen bis zu zwei Hektar großen Tierfriedhof anzulegen und zu betreiben. Der Schweizer warb für seine Investition mit der Begründung, dass eine solche Anlage einem echten Bedürfnis vor allem älterer und behinderter Tierfreunde, zum Beispiel Blinder, entspreche. Sie wünschten sich eine würdige Bestattung ihrer vierbeinigen Gefährten, zu denen sie oft ein enges Verhältnis pflegten.

Bis zu diesem Punkt konnten die Gemeinderäte dem Schweizer ja noch grundsätzlich beipflichten. Doch als er enthusiastisch fortfuhr, den „schönsten Tierfriedhofpark Deutschlands„ namens „Memory“ zu schaffen, und weitere Details aufzählte, setzte im Ratsrund das große Stirnrunzeln ein. Der Tierfriedhof sollte für maximal 3000 Gräber die gleiche Aufteilung wie bei Humanfriedhöfen haben und natürlich auch Grabsteine und Grabeinfassungen beinhalten. Es sollte ein Parkplatz für etwa 20 Autos eingerichtet werden, direkt im Anschluss daran der Friedhofsteil für behinderte Besucher. Und als der Schweizer zum Schluss auch noch von der rechtlich möglichen Einfuhr toter Kleintiere aus der Schweiz nach Deutschland sprach, war sich der Gemeinderat einig: Trotz Verständnis für die Probleme vieler Tierfreunde gab es keine Zustimmung.

Zumal es ja möglich ist, ein totes Haustier in würdiger Weise auf dem Hausgrundstück begraben zu können, sofern es sich nicht in einem Wasserschutzgebiet befindet.