Mit dem Wecken durch die Schalmeien begann der Schmutzige Dunnschdig in Ofteringen bereits beim ersten Hahnenschrei. Das kleine Dorf unterhalb des Klosters mit der ewigen Anbetung, die sich dort jedoch zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen eine Auszeit gönnt, beheimatet eine Gruppe eifriger Narren, die beim Männerchor und beim Radsportverein ebenso engagiert sind, wie beim Feiern während der fünften Jahreszeit.

Auch als Hemdklunker zog eine Gruppe durch die Ofteringer Gassen und weckte an jeder Haustür die dort noch vermeintlich schlafende Fasnacht. Anschließend trafen sich die örtlichen Frauen zur Wiiberfasnacht und wenige Stunden später standen diese Frauen frisch kostümiert und geschminkt beim Bunten Abend wieder auf dem Parket. Alleinunterhalter Freddy hieb voll Leidenschaft in die Tasten seines Keyboards und schnallte auch gelegentlich das Akkordeon um, mit alten Schlagern und den Fasnachtshits aus der guten alten Zeit wurden die Gäste bestens unterhalten und zum Mittanzen animiert.

<strong>Ohne Worte:</strong> Auch die Ofteringer Jugend beteiligte sich am Programm des Bunten Abends und schlüpfte dabei in die Rollen der Senioren im Pflegeheim.
Ohne Worte: Auch die Ofteringer Jugend beteiligte sich am Programm des Bunten Abends und schlüpfte dabei in die Rollen der Senioren im Pflegeheim.

Das Programm bot lustige Beiträge mit Liedtexten zum Schmunzeln. Die Männer des örtlichen Gesangvereins "Frohsinn" gaben das Hemdklunki-Lied zum Besten und hatten auch das leidige Thema der verfrorenen Ofteringer Reben sowie den Mangel an weiblichem Nachwuchs vertont. "Die Mädels sind knapp, drum hängen wir halt mit Männern ab", war aus den Kehlen der Gesangsfreunde zu hören. Und der Vorsitzende Herbert Stoll ließ die Lachmuskeln der Feiernden mit einem Gedicht erbeben, als er davon berichtete, was alles schief gehen kann. Die Turnerfrauen boten sich mit dem Lied "wir sind wieder mal zu haben" der Männerwelt an, aber der Text ließ die Herren der Schöpfung wohl eher erzittern als ermuntern.

Das abendliche Programm zum Vergnügen der Narrenschar wurde von den Schalmeien mit Liedern zum Mitschunkeln eröffnet und auch Freddy, der Musikant, folgte diesem beliebten Trend. Selbst die Dorfjugend, die sonst ausgeflogen in alle Winde zerstreut der Bildung nachgeht, kam zum Feiern in die Heimat zurück und beteiligte sich mit einer Aufführung zum Thema Altenpflege am Programm. Bleibt zu hoffen, dass diese Darbietung in den Pflegeheimen keine Schule macht. Mit "Herzilein du musst nicht traurig sein" und "Es gibt ka Sünd auf der Alb" zeigten die Ofteringer Frauen ebenfalls Comedy-Talent. Für seine Mithilfe beim Gestalten der Narrenzeitung "Schnecke-Echo", die es seit 25 Jahren gibt, wurde Stefano Barbera geehrt, der seit dieser Zeit die Karikaturen dafür zeichnet.