Es ist gesetzliche Grundlage, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam beschult werden können. Basis für diese Inklusion ist neben logistischen Voraussetzungen natürlich die Versorgung mit geeigneten Lehrkräften, die eine sonderpädagogische Ausbildung haben. Die neue Kooperationsvereinbarung der beiden Schulen soll dem Rechnung tragen.

Die beiden Schulträger, die Gemeinde Wutöschingen und die pro juve Caritas Jugendhilfe Hochrhein, unterzeichneten diese Kooperationsvereinbarung ebenfalls. In der Praxis bedeutet dies, dass Kinder, für die eine Sonderpädagogische Betreuung seitens des Jugendamtes und des sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) attestiert wurde, in der Gemeinschaftsschule Wutöschingen unterrichtet werden können und betroffene Eltern die Wahlmöglichkeit zwischen der St.Fridolins-Schule in Lauchringen und der Alemannenschule haben.

Schulamtsleiter Helmut Rüdlin führte die große Bandbreite der präventiven Möglichkeiten durch die inklusiven Angebote der Jugend- und Erziehungshilfe an, die dadurch schnell und unkompliziert im Schulalltag umgesetzt werden können. Laut Schulleiter Stefan Ruppaner nehmen die Schüler am ganz normalen Gemeinschaftsschulunterricht teil, erhalten aber durch zusätzliches Personal, welches von der St. Fridolin-Schule an die ASW kommt, ein spezielles soziales Kompetenztraining innerhalb eines Gruppenangebotes am Nachmittag. „Dadurch gewährleisten wir den hohen Anspruch des individuellen Lernens, der auch in der Beschulung von Schülern mit Behinderung im Mittelpunkt stehen muss“, betonte Rüdlin.

An der ASW werden bereits Schüler auch mit geistiger und körperlicher Behinderung beschult und sind in das allgemeine Unterrichtsgeschehen inkludiert. „Unsere Schülerinnen und Schüler profitieren von der gelebten Teilhabe“, sagte Ruppaner und ergänzte: „Die behinderten Kinder gehören bei uns einfach dazu, wie jeder andere auch.“

Um das Kooperationskonzept zu verwirklichen wird die Schule künftig mit zwölf wöchentlichen Unterrichtsstunden einer Lehrkraft für Sonderpädagogik unterstützt. Die Gemeinde finanziert die Ausstattung mit geeigneten Materialien.

Inklusion

Inklusion heißt zugehörig, was bedeutet, dass keine Menschen aufgrund ihrer Behinderung in irgendeiner Form ausgegrenzt werden dürfen. Dieses Recht ist in der UN-Behindertenrechts-Konvention festgelegt und seit dem 1. August 2015 auch im Schulgesetz Baden-Württemberg verankert. Eltern eines behinderten Kindes haben somit auch das Recht der freien Schulwahl.