Eine kräftige, vielseitige Stimme, ein virtuos gespieltes Akkordeon und ein begeisterungsfähiges Publikum – mehr braucht es nicht, um im Kulturhaus Purpur in Horheim beste Stimmung zu verbreiten.

Mit Tavernenliedern wie man sie sich in verrauchten und etwas schummrigen Kneipen vorstellt, mit Texten, die das Leben schrieb, theatralisch und mit ausgeprägter Mimik präsentiert, wurden die zahlreichen Konzertgäste in den Bann der Künstler gezogen. Vera Maier stammt aus dem Schwarzwald, kommt aber ganz ohne Bollenhutromantik daher und Thomas Allgeier am Akkordeon ist ebenfalls ein bodenständiger Musiker aus der Region.

Dennoch widmen sind die beiden den großen und bekannten Chansons dieser Welt und gaben auch weniger vertrautes auf der Purpurbühne wieder. Egal ob in blumiger französischer Sprache oder in schnörkellosem Deutsch, die Texte fanden großen Zuspruch und spiegelten die Höhen und Tiefen des Lebens sowie der viel besungenen Liebe wieder. Mal erklang das Akkordeon tief traurig, melancholisch oder auch wehmütig, ein anderes Mal voll Lebenslust und von der Freude des Daseins getrieben, genauso die Stimme der Sängerin, die den Liedszenen vokalen und bildlichen Ausdruck verlieh.

Neben den Klassikern hatte Vera Maier auch jiddisches Liedgut im Gepäck und reiste musikalisch über Amsterdam, Paris, Berlin bis nach Argentinien, um mit Temperament und Leidenschaft einen rassigen Tango auf die Bühne zu bringen.

Erotisch, humorvoll und mit Tiefgang wurden alle Facetten des charaktervollen Liedgutes gezeigt, so durften auch die Lieder von Konstantin Wecker nicht fehlen und besonders das Lieblingsstück der beiden Künstler "Genug ist nicht genug" im Walzertakt.

Ein weiteres Stück mit Anspruch befasste sich mit dem nahenden Tod "ein Sterbender verabschiedet sich von Freund und Feind", die Zuhörer lauschten tief beseelt. Auch mit der Zugabe ließen sich die beiden Musiker nicht lumpen und boten weitere drei tolle Stücke, darunter mit kabarettähnlichem Witz "Mercedes-Benz" auf alemannisch.

Auch die Bilder der aktuellen Ausstellung von Inka Seuser-Metzler ergänzten die musikalische Darbietung perfekt, aufgrund des großen Zuspruchs wird diese Ausstellung bis zur Finissage am 16. März 2018 verlängert.

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