Motorsägen und Frauen – auf den ersten Blick passt das nicht unbedingt zusammen. Warum eigentlich nicht? Das sagten sich die Mitglieder des Vorstands der Siedlergemeinschaft Wutöschingen. Schnell war der Kontakt zum Forsttechnischen Hauptstützpunkt Bonndorf geknüpft. Dort zeigte sich Felix Ehret, Unterstützungsbeamter am Stützpunkt, angetan von der Idee, einen Motorsägenlehrgang speziell für Frauen anzubieten. Nach Abschluss des Kurses freute er sich über die positiven Rückmeldungen: „Wir würden uns freuen, auch zukünftig wieder Mitglieder der Siedlergemeinschaft schulen zu dürfen.“

Den ersten Lehrgang im neuen Forsttechnischen Hauptstützpunkt an der Küferstraße 3 in Bonndorf absolvierten an zwei Tagen mit insgesamt 16 Stunden (von links) Iris Schätzle, Karen Reupert, Renate Bercher, Brigitte Bächle und Petra Maria Keßler bei Forstwirtschaftsmeister Bernhard Amann.
Den ersten Lehrgang im neuen Forsttechnischen Hauptstützpunkt an der Küferstraße 3 in Bonndorf absolvierten an zwei Tagen mit insgesamt 16 Stunden (von links) Iris Schätzle, Karen Reupert, Renate Bercher, Brigitte Bächle und Petra Maria Keßler bei Forstwirtschaftsmeister Bernhard Amann. | Bild: Heidi Rombach

Ein Quintett mit Frauen aus Wutöschingen und Lauchringen machte sich auf den Weg, um von Forstwirtschaftsmeister Bernhard Amann die Geheimnisse des Umgangs mit Motorsägen zu lernen. „Wir waren alle pure Anfänger und die Gruppe hat super zusammengepasst“, freute sich Petra Keßler aus Schwerzen. Der Ausbilder habe sich für alle Teilnehmerinnen richtig viel Zeit genommen. Und am Ende der beiden Tage wurde sogar noch ein Test geschrieben. Weil der Forststützpunkt gerade beim Umzug von der Allmendstraße ins neue Domizil im Gewerbegebiet Breitenfeld war, werden die Bescheinigungen über die Siedlergemeinschaft nachgereicht.

Selbst Bäume fällen

Iris Schätzle aus Lauchringen meldet sich mit der Aussage: „Es hat mir sehr gut gefallen, wir haben viel gelernt und durften sogar Bäume fällen“, zurück. Brigitte Bächle aus Wutöschingen zeigte sich ebenfalls sehr angetan: „Am zweiten Tag waren wir gleich am Morgen im Wald. Jede von uns hat mindestens einen Baum selbstständig gefällt.“

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Brigitte Bächle berichtet von „zwei spannenden und hochinteressanten Lehrgangstagen“, an denen sie und ihre Mitstreiterinnen verschiedene Motorsägen ausprobieren durften – auch die eigenen. Vom richtigen Betanken bis zum Schärfen der Kette vermittelt Bernhard Amann den Teilnehmern alles, was er über Motorsägen weiß. „Wir haben die Angst vor der Motorsäge verloren und waren am Ende alle mega stolz“, erzählt Brigitte Bächle.

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Renate Bercher aus Lauchringen sagte: „Das war ein ganz grandioser Kurs – für mich eine völlig neue Materie und es hat sich definitiv gelohnt, dafür extra Urlaub zu nehmen.“ Kursleiter Bernhard Amann habe „natürlich maßgeblich dazu beigetragen“. Amann habe am ersten Schulungsmorgen kompetent die trockene Theorie an die Frau gebracht und mit überzeugenden Beispielen die angesprochenen Themen bereichert.

Viel praktisch nutzbares Wissen

Die Frauen wissen nach diesem Kurs, welche Schmiermittel und welchen Treibstoff sie für Motorsägen verwenden dürfen, wie handlich ein kurzes beziehungsweise unhandlich langes Schwert ist und welche Schutzkleidung zwingend vorhanden sein muss.

Auch das Entasten mit der Motorsäge lernten die Frauen im Wald bei Bonndorf.
Auch das Entasten mit der Motorsäge lernten die Frauen im Wald bei Bonndorf. | Bild: Brigitte Bächle/privat

Im praktischen Teil hörten die Frauen unter anderem vom Sicherheitsabstand, der eingehalten werden sollte beim Baumfällen. Und davon, was es zu beachten gilt, bevor die Säge an den Baum angesetzt wird. „Alle waren begeistert, als der Baum perfekt in die gewünschte Richtung gefallen ist“, berichtet Renate Bercher.

Keine Angst mehr

„Ich werde mich künftig nicht mehr scheuen, eine Motorsäge in die Hand zu nehmen und sie zu benutzen. Es muss nicht gleich zum Baumfällen sein, aber für kleinere Sägearbeiten auf jeden Fall“, sagt Renate Bercher. Und sie versichert, dass es ihren Mitstreiterinnen ebenso geht. „Wir hatten wirklich zwei tolle Tage in Bonndorf, die wir mit großem Ernst aber auch viel Spaß erleben durften.“