Frische Ideen in Kombination mit Altbewährtem verbindet Kantor Andreas Konrad. Unter der Reihe Klettgauer Orgelwochen 4.0 fanden auch Konzerte im Wutachtal statt. „Auf den Spuren der Romantik“ wandelten die Zuhörer an gleich drei Orten am Sonntagnachmittag zwischen 16 und 18.30 Uhr. Es gab jeweils eine halbe Stunde Konzert, anschließend war genügend Zeit für die Fahrt zur nächsten Kirche. Erst in Eggingens Kirche St. Gallus, dann in der Kirche Maria Himmelfahrt Degernau und schließlich in der Refomierten Kirche Osterfingen in der benachbarten Schweiz gab es Programm.

Kantor Andreas Konrad initiierte und organsiert die Klettgauer Orgelwochen, die seit 2016 bereits zum vierten Mal stattfinden. In der Egginger Kirche St. Gallus begrüßte er die Zuhörer mit der frischen und nicht alltäglichen Idee des Wandelkonzerts, einem Konzertabend, der nacheinander an drei Orten stattfindet.
Kantor Andreas Konrad initiierte und organsiert die Klettgauer Orgelwochen, die seit 2016 bereits zum vierten Mal stattfinden. In der Egginger Kirche St. Gallus begrüßte er die Zuhörer mit der frischen und nicht alltäglichen Idee des Wandelkonzerts, einem Konzertabend, der nacheinander an drei Orten stattfindet. | Bild: Yvonne Würth

Bereits im Vorfeld konnten Mitfahrgelegenheiten über Kantor Andreas Konrad angeboten sowie angefragt werden, um in den Genuss aller drei Konzerte zu kommen. „Insgesamt kann ich sagen, dass das Konzept aufgegangen ist“, resümierte Andreas Konrad über das Wandelkonzert. „Es waren durchaus Leute in allen drei Konzerten, die anfangs noch nicht begeistert waren, dass es drei Konzerte hintereinander sind. Wie schon zuvor gesagt: Wenn man Interesse hat, ist auch die Viertelstunde Fahrt kein Problem.“

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Markus Funck ist stellvertretender Schulleiter im Hochrhein-Gymnasium Waldshut sowie seit 2011 Organist und Chorleiter in Hallau. Für sein Orgelkonzert in Eggingen spielte er zwölf Titel aus der gewünschten Epoche, die insgesamt exakt eine halbe Stunde dauerten. Nach einem prächtigen und lauten Einstieg mit „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘“ von Andreas Barner wechselte er in die tiefen, ruhigen Register mit „Liebster Jesu, wir sind hier“ von Andreas Schäfer, um heiter fließend das „Präludium in G-Dur“ Opus 37/2 von Felix Mendelssohn Bartholdy zu intonieren. Aus der Komfortzone heraus ging es mit „O Welt, ich muss dich lassen“ mit Christian Robert Pfretzschner“. Als erfahrener Organist nutzte er die Möglichkeit, nach einem ruhigeren Titel die knapp 20 Zuhörer wieder mit voller Lautstärke in seinen Bann zu ziehen.

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Ohne Zugabe ging es weiter nach Degernau mit ebenfalls etwa 20 Personen im Publikum. „Aber die, die da waren, waren sehr begeistert vom Programm und von der herrlichen Sopranstimme von Lisa Stöhr“, sagte Konrad. In Degernau trat Kantor Andreas Konrad an der Orgel mit der Sängerin Lisa Stöhr auf, die Schwerpunkte im Bereich der Alten Musik setzt.

Volksmusik und Orgelklänge

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Antonín Dvoák, Edward Elger und Christian Fink wurden aufgeführt, bevor die Reise schließlich zum dritten Ort, der Refomierten Kirche Osterfingen, führte. Traditionelle Appenzeller Volksmusik wurde umgarnt von romantischen Orgelklängen, darunter von Josef Gabriel Rheinberger, Béla Bartók und Fritz Kreisler. Hans Sturzenegger ergänzte mit seinem Hackbrett mit typisch Appenzeller Humor die Orgelklänge von Pia Fuchs, Organistin in Schaffhausen-Herblingen, Schleitheim, Schaffhauser Waldfriedhof und Hauptorganistin der Pastorationsgemeinschaft Trasadingen-Osterfingen-Wilchingen seit 2019.