Der Kulturring Wutöschingen und seine Heimstatt, die umgebaute und renovierte Klosterschüer in Ofteringen, feiern am Samstag, 29. Juni, gemeinsam ihren 30. Geburtstag. Klar, dass der runde Geburtstag gebührend gefeiert wird.

Hochkarätige Gäste auf der Bühne

Burr & Klaiber rocken die Kleinkunstbühnen seit fast 30 Jahren mit ihren ganz besonderen Arrangements – das soll auch das Publikum bei diesem Auftritt in der Klosterschüer spüren.

Burr & Kleiber rocken am 29. Juni beim 30. Geburtstag des Kulturrings Wutöschingen die Ofteringer Klosgterschüer.
Burr & Kleiber rocken am 29. Juni beim 30. Geburtstag des Kulturrings Wutöschingen die Ofteringer Klosgterschüer. | Bild: Felix Oechsler

Die Brücke zur Jugend soll der Comedian Tim Becker mit seinem „Tanz der Puppen“ bauen. Der Bauchredner entführt sein Publikum in die kuriose Welt seiner Wohngemeinschaft und zeigt mit seinen Puppen eine Show voller Überraschungen. „Die Veranstaltung ist ausverkauft“, verkündet Annette Loll vom Kulturring freudig im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Brücke zur Jugend soll bei der Geburtstagspartie des Kulturrings der Comedian Tim Becker mit seinem „Tanz der Puppen“ bauen.
Die Brücke zur Jugend soll bei der Geburtstagspartie des Kulturrings der Comedian Tim Becker mit seinem „Tanz der Puppen“ bauen. | Bild: Peter Schütte

Wie alles vor 30 Jahren begann

Die im Jahre 1713 erbaute „Schüer“ wurde viele Jahre vom Kloster zur Unterbringung landwirtschaftlicher Gerätschaften genutzt, heißt es auf der Internetseite der Gemeinde. 1960 erwarb die damals noch selbstständigen Gemeinde Ofteringen das Gebäude.

Wutöschingens Bürgermeister Horst Albicker wollte das historische Gebäude vor dem Zerfall retten. In den Jahren 1987/88 wurde es grundlegend renoviert. „Da muss Kultur rein“, erinnert sich Sonja Göbel an Worte von Horst Albicker. „Der Bürgermeister kam damals in mein Büro im Bauamt und sagte zu mir: Sie sind im Kulturring!“, erzählt Sonja Göbel. Der damalige Gemeinderat Hans Ruppaner wurde Vorsitzender. „Wir hatte aber alle keine Ahnung“, gesteht Sonja Göbel.

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Vieles war damals anders, erinnert sie sich. Immer musste das OK vom Rathauschef für Ausgaben eingeholt werden. „Eigentlich hätte der Gemeinderat schon damals gefragt werden müssen“, berichtet Sonja Gäbel weiter. Allerdings hätten sich die Ausgaben in den Gründerjahren im Rahmen gehalten. „Die Gagen für Künstler bewegten sich im Bereich von 800 D-Mark, erzählt sie. Die Zahl der Veranstaltungen lag bei zehn bis zwölf. Heute sind es zwölf bis 14 Veranstaltungen und der Gemeinderat hat im Haushalt 2019 rund 16 000 Euro für den Kulturring bereitgestellt.

Entwicklung der Programmauswahl

Versuche, klassische Musik zu etablieren, misslangen. Jazz und Swing kamen beim Publikum ebenso wenig an, wie der Kinofilm „Lohn der Angst“. „Kultur auf dem Land zu vermitteln, war damals schwierig“, sagt Sonja Göbel.

So einfach sah das Programm 1989 noch aus: Ein paar Zeilen auf einem DIN A4-Blatt.
So einfach sah das Programm 1989 noch aus: Ein paar Zeilen auf einem DIN A4-Blatt. | Bild: Gerald Edinger

Später wurde Kabarett eines der Standbeine. Man habe gespürt, dass man das Programm umgestalten und den Kreis des Publikums erweitern müsse. „Etwas für Kinder anzubieten war uns immer wichtig. Das ist bis heute so!“, betonen Sonja Göbel und Annette Loll gleichlautend.

Es werde versucht, für jeden Geschmack und generationenübergreifend etwas aus Bewährtem und Neuem anzubieten. Heute hat der Kulturring ein breites Angebot zu bieten. Kabarett, Comedy, A capella Gruppen, Musik verschiedener Stilrichtungen und natürlich die Puppenspieltage für Kinder. „An der Freiburger Kulturbörse sammeln wir Ideen und knüpfen Kontakte zu Künstlern“, sagt Annette Loll. Allerdings setzen Technik und die begrenzte Kapazität der Klosterschüer Grenzen. Maximal 220 Besucher finden hier Platz.

Stolz sind die beiden Frauen, dass immer wieder aus Funk und Fernsehen bekannte Stars nach Ofteringen kommen: Christoph Sieber, Florian Schröder, Michael Krebs oder Frank Lüdecke. Hier kommen die Besucher her: „Durchschnittlich kommen 140 Besucher zu unseren Veranstaltungen“, sagt Annette Loll. Etwa ein Viertel der Gäste kommen aus der Gemeinde, die anderen aus benachbarten Orten und sogar aus der Schweiz, erzählt sie weiter. „Schön wäre, wenn mehr Publikum aus der Generation 40 plus kommen würde“, wünschen sich beide Frauen.

Zusammenarbeit im Kulturring

„Ich bin erleichtert, dass Annette Loll genau so viel Herzblut für den Kulturring investiert, wie ich es getan habe“, erklärt Göbel. Sie betont aber auch die gute Zusammenarbeit im gesamten Team. Klaus Herm ist zum Beispiel seit 30 Jahren dabei und feiert bald seinen 80. Geburtstag. Positiv sei auch, dass die beiden Bürgermeister Horst Albicker und Georg Eble immer ein offenes Ohr für die Belange des Kulturrings hatten beziehungsweise haben.

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