Mit dem Beschluss der Satzung für den Bebauungsplan im Bereich „Mausäckern-Unter den Langwiesen II“ nahm die Erweiterung des Neubaugebiets eine weitere Hürde. Ernst Kaiser vom gleichnamigen Planungsbüro erläuterte in der jüngsten Ratssitzung die eingegangenen Stellungnahmen der zuständigen Ämter im Landratsamt Waldshut. „Das ist der finale Abschluss, es sind nur einige Anregungen eingegangen“, betonte Kaiser. Wo es Unstimmigkeiten gab, wurde dies im Dialog mit den zuständigen Ämtern geregelt.

Landratsamt sieht Mängel in Fachbüroplanung

Unstimmigkeiten gab es zum Beispiel bei der Bewertung der Ökopunkte, die ebenso beseitigt wurden, wie andere Hinweise und Anregungen abgeklärt wurden, betonte Kaiser. Recht drastisch sind die Erläuterungen des Amtes zum Wasserschutz. „Die naturschutzflächliche Einschätzung des Büros Burkhard und Sandler ist grob fehlerhaft“, heißt es in der Stellungnahme des Landratsamtes. Die drastische Wortwahl ärgerte Bürgermeister Georg Eble dann auch.

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Das Fachbüro aus Hohentengen kommt zum Ergebnis, dass für den Schlappenmattgraben keine erheblichen Beeinträchtigungen zu befürchten seien. Der 2009 vom selben Büro aufgestellte Gewässerentwicklungsplan (GEP) für dieses Gebiet weise einen Randstreifen von zehn Metern aus und es werde eine Förderung der Eigendynamik des Gewässers gefordert. Durch ein technisches Bauwerk direkt am Gewässer werde diese Vorgabe des GEP unmöglich gemacht, so das Landratsamt.

Planer und Behörde einigen sich auf Kompromiss

Der fehlende Gewässerrandstreifen verstößt nach Ansicht der Behörde gegen die Grundsätze der Gewässerbewirtschaftung, daher werde die Einschätzung des Fachbüros nicht akzeptiert. Inzwischen wurde auch für diesen Einwand von Planer Ernst Kaiser mit dem Amt ein Kompromiss gefunden und die Vorgaben der Wasserschutzbehörde konnten erfüllt werden.

Flachdächer sorgen für Diskussionsstoff im Rat

Kontrovers diskutiert wurde Kaisers Vorschlag, nur Flachdächer für die Mehrfamilienhäuser vorzuschreiben. Damit soll vom Beschluss, auch Pultdächer zuzulassen, abgesehen werden. Für diese Mehrfamilienhäuser wünscht sich Eble einen Investor, der alle drei Objekte baut. „Sie sollten sich auf begrünte Flachdächer einigen, das ergibt eine Einheit bei mehrgeschossigen Bauten“, warb Kaiser für diesen mit der Verwaltung abgestimmten Plan. Pultdächer wären zu dominant. Neben dem Bebauungsplan, in dem die Dachform festgelegt wird, will die Kommune zudem einen „Leitfaden für Mehrfamilienhäuser“ erstellen, damit nichts aus dem Ruder laufe, so der Bürgermeister.

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„Nur Flachdächer, damit habe ich Mühe“, merkte Christian Ebner (FW) an. Christoph Widder (CDU) sah Vorteile. Bei Flachdächern sei die Nutzfläche größer, die Gebäudehöhe seit mit 9,30 Meter zudem festgelegt. Als „abschreckendes Beispiel“ für Flachdächer erwähnte Thomas Hofacker den Riedpark in Lauchringen. Matthias Büche (FW) konnte die vorgesehene Regelung nachvollziehen, machte aber deutlich: „Es gibt nur undichte Flachdächer oder solche, die noch undicht werden!“

Letztlich stimmte das Gremium mit zwölf zu sechs Stimmen, für die drei Mehrfamilienhäuser entlang der Kreisstraße nur Flachdächer zuzulassen. Entscheiden muss der Rat noch, ob dem oder den Investoren Vorgaben bezüglich dem Bau von Miet- und oder Eigentumswohnen gemacht werden.