Einmal bezahlt, dreimal geflogen: Mit dieser Ausbeute kehrte im September vor 25 Jahren ein 33-jähriger Mann aus Dachsberg vom Flugtag auf dem Bohlhof zurück. Für dieses sehr gute Verhältnis von Aufwand und Ertrag musste er zwischendurch lediglich eine Bruchlandung in Kauf nehmen.

Ein Nerven zerfetzendes Flugerlebnis

Bei idealem Flugwetter gehörte der 33-Jährige zu denen, die sich ein Rundflugticket kauften, um sich die Heimat einmal von oben anzusehen. Das ihm zugewiesene Fluggerät war ein Motorsegler des Typs „Fournier RF 5“, von den Fliegern auch „Sperber“ genannt. In der Maschine sitzt der Pilot vorn, der Fluggast hinter ihm. Über Höchenschwand-Strittberg wurde aus dem idyllischen Luftausflug plötzlich ein an den Nerven zerrendes Flugerlebnis: Der Motor verlor zunächst an Leistung und versagte dann ganz.

Thermik und Treibstoff fehlen

Und weil der Maschine, die nicht gerade für tolle Segelflugeigenschaften bekannt war, die notwendige Thermik fehlte, verlor sie ständig an Höhe. Der Pilot sah sich zur Notlandung gezwungen und steuerte eine Wiese bei Segalen an. Dort geriet die Maschine auf abschüssiges Gelände, wurde an einem Feldweg herumgerissen und verlor dabei die rechte Tragfläche. Im hohen Gras einer Wiese kam das Flugzeug schließlich zum Stehen: Der Fluggast und sein Chauffeur, ein routinierter Pilot, kletterten unversehrt aus der Kabine. Die Ursache für den Motorausfall war übrigens banal: Treibstoffmangel. Ein Defekt der Tankuhr soll dem Piloten einen falschen Benzinstand angezeigt haben. Der Schaden an dem der Fluggemeinschaft gehörenden Motorsegler wurde auf rund 20 000 Mark geschätzt.

Zwei Helikopterflüge obendrauf

Wer nun meint, dem havarierten Rundfluggast sei die Freude am Fliegen gründlich ausgetrieben worden, der täuscht sich: Begeistert nahm er das Angebot zu einem Gratisflug mit einem Hubschrauber an. Der Helikopter eines Mitglieds der Fluggemeinschaft holte den 33-Jährigen ab und brachte ihn auf den Bohlhof zurück. Damit nicht genug: Weil die Polizei den Mann am Unfallort als Zeugen brauchte, wurde er kurz darauf mit dem Hubschrauber wieder auf die Wiese bei Segalen geflogen – natürlich erneut kostenlos.