Wutöschingen Durch ein Leck in der Abwasserleitung entsteht der Gemeinde ein großer Schaden

Ein Leck in der Abwasserleitung zum Abwassersammler in Wutöschingen aus Richtung Eggingen im Flussbett der Wutach versetzt die Gemeinde Wutöschinen samt Feuerwehren und Technischem Hilfswerk sowie Fachpersonal in Stress.

Ein Leck in der Abwasserleitung von Eggingen und Ofteringen in Richtung Silberwiese zum Abwassersammler, fast so groß wie ein Schuhkarton, verursachte der Gemeinde Wutöschingen große Sorgen. Das Gussrohr, das im Flussbett der Wutach im Bereich der Einmündung von der Bundesstraße nach Wutöschingen verläuft, war aufgrund einer noch nicht geklärten Ursache beschädigt. Durch das Loch wurden große Mengen Kies in die Abwasserleitung gespült, die dadurch vollständig verstopfte und Überflutungen der Keller im Bereich des dortigen Wohngebietes verursachte.

Da aufgrund einer Renaturierungsmaßnahme des Mauchenbaches in Eggingen immer wieder mit sehr hohem Wasserstand in der Abwasserleitung zu rechnen war, die auch durch die Überflutungen dieses Wasserlaufes immer wieder mit Kies zugespült wird, vermuteten die verantwortlichen Mitarbeiter bei der Gemeinde Wutöschingen zunächst, das Problem innerhalb dieser Ursache zu finden. Umfangreiche Abpumpmaßnahmen und die Anstrengungen einer Fachfirma, die Abwasserleitung vom Kies zu befreien, brachten jedoch keinerlei Abhilfe. Deshalb musste nach einer anderen Ursache gesucht werden.

Aufgrund des hohen Wasserstands war dies jedoch ein schwieriges Unterfangen, denn wie sollte ein mögliches Leck im Rohr unterhalb der Wasseroberfläche ausfindig gemacht werden? Mit Tauchpumpen des Technischen Hilfswerks (THW) und mit massivem Pump-Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr konnte auch keine Ursache gefunden werden. Der angeschwemmte Kies drang unaufhörlich in die Abwasserleitung ein, ein Freispülen war nicht möglich. Schließlich musste das THW das ankommende Wasser mit einer speziellen Großpumpe über eine eigens verlegte Leitung pumpen, die überirdisch die Wutach querte, um auf der anderen Seite in den Verbandswassersammler fließen zu können. Damit dies möglich war, musste zunächst die Leitung der Wutachquerung mittels einer aufblasbaren Sperre geschlossen werden.

Das Leck in der Abwasserleitung im Flussbett der Wutach ausfindig zu machen, stellte die Arbeitskräfte vor große Probleme sowie vor eine äußerst gefährliche Situation.
Das Leck in der Abwasserleitung im Flussbett der Wutach ausfindig zu machen, stellte die Arbeitskräfte vor große Probleme sowie vor eine äußerst gefährliche Situation. | Bild: Feuerwehr

Die Feuerwehren aus Wutöschingen und Lauchringen sowie das THW und die Mitarbeiter des Werkhofs waren Tag und Nacht im Einsatz. „Wir kämpften verzweifelt gegen die Wassermassen und wussten nicht, wie wir den Kies, teilweise riesige Brocken wie Fußbälle, aus diesem Gussrohr raus bekommen sollten“, erklärte Bürgermeister Georg Eble und fügte an: „Geschweige zu wissen, woher dieser Kies im Abwasserrohr kam.“ Eine Kamerabefahrung der Abwasserleitung war, bedingt durch die immense Verstopfung, nicht möglich. Schließlich konnte eine Drohnenaufnahme deutliche Hinweise liefern, dass sich ein Leck im Gussrohr im Flussbett befindet.

„Der absolute Worst Case, die Achillessehne der Abwasserführung in den Verbandssammler war beschädigt“, berichtete der Bürgermeister. Der Bauhof und Spezialfirmen versuchten, mittels schweren Gerätschaften das Leck zu finden und zu schließen. Eine gefährliche Arbeit, dazu musste mit Sandsäcken die Wutach gestaut und umgeleitet werden – eine Sisyphusarbeit. Schließlich gelang es mit der Hilfe einer Schweizer Spezialfirma, mit einer extrem starken Pumpe das Rohr frei zu pumpen und das Leck mittels eines Gusspassstückes durch eine Spezialanfertigung eines örtlichen Metallbaubetriebes zu schließen. „Im Sommer, wenn die Wutach Niedrigwasser führt, werden wir das Gussrohr noch mal besonders gut einpacken, damit so etwas nicht noch mal passiert“, betonte Eble. Der finanzielle Schaden dürfte bei weit mehr als 100 000 Euro liegen. THW und die Feuerwehren leisteten über die Dauer von sieben Tagen fast 800 Einsatzstunden. Über die Behelfsleitung wurden rund 23 Millionen Liter Wasser gepumpt.

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