Das Gewusel auf dem Jugendzeltplatz beim Reckinger Schwimmbad ist groß und erinnert ein bisschen an einen Bienenschwarm. Dann ertönt aber ein Pfiff und alle Kinder versammeln sich um Saskia Elsässer, die in diesem Jahr die Leitung des Ferienlagers von ihrer Mutter Nicole übernommen hat. „Das ist schön, so kann ich mich ein bisschen in die Küche zurückziehen“, sagt Nicole Elsässer, eine von drei Vorstandsfrauen beim TV Wutöschingen.

Mit dem Kartenspiel Hullimogulli vertreiben sich (von links) Mila (7) Hannah (6) und Sarah (8) hier die Zeit.
Mit dem Kartenspiel Hullimogulli vertreiben sich (von links) Mila (7) Hannah (6) und Sarah (8) hier die Zeit. | Bild: Gerald Edinger

Zum 40. Mal hat der Verein in diesem Jahr dieses Zeltlager organisiert, seit drei Jahrzehnten ist die Vorstandsfrau schon dabei. Für sie ist es immer noch die schönste Bestätigung, „wenn die Kinder müde, aber zufrieden lächeln und am Ende sagen, dass sie beim nächsten Mal wieder dabei sind“.

Nicole Elsässer, Vorsitzende Sport TV Wutöschingen, sagt: „Das Betreuerteam ist das A und O – das muss einfach passen. Zum Teambuilding sind wir diesmal nach Reckingen gelaufen.“
Nicole Elsässer, Vorsitzende Sport TV Wutöschingen, sagt: „Das Betreuerteam ist das A und O – das muss einfach passen. Zum Teambuilding sind wir diesmal nach Reckingen gelaufen.“ | Bild: Gerald Edinger

Begonnen hat es mit einer Idee der damaligen Vorsitzenden Gertrud Fässle. Damals ging es für drei Tage vom Wutachtal in den Schwarzwald. Noch heute werden Zelte, die damals angeschafft wurden, verwendet. „Aber sie sind in die Jahre gekommen, manche haben auch keinen Boden, der bei Regen schon gut wäre“, erzählt Nicole Elsässer. Jedes Jahr wird ein anderer Platz für das Ferienlager ausgesucht, in Reckingen sind die Wutöschinger aber schon zum siebten Mal. Hier seien die Bedingungen ideal und das nahe Schwimmbad könne mit einem Band für die Zeit des Zeltlagers den ganzen Tag genutzt werden.

Mini-Tuschtennis ist bei Eva (links) und Chiara (rechts) ein beliebtes Spiel vor der Mittagspause. Elisha beobachtet als Schiedsrichterin das Spiel.
Mini-Tuschtennis ist bei Eva (links) und Chiara (rechts) ein beliebtes Spiel vor der Mittagspause. Elisha beobachtet als Schiedsrichterin das Spiel. | Bild: Gerald Edinger

Auch nach vier Jahrzehnten haben die Lagerfeuerromantik, das Leben im Zelt und die Gemeinschaft mit anderen Kindern, Jugendlichen und dem engagierten Betreuerteam nichts von ihrem Reiz verloren – auch ohne Handy. Bei der 40. Auflage waren 77 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 16 Jahren dabei. 15 Betreuer sorgten dafür, dass es die ganze Woche über nicht langweilig wurde. Ein Ausflug ins Technorama nach Winterthur in der Schweiz war sicher der Höhepunkt in diesem Jahr, erzählt Nicole Elsässer. Vor allem gehe es aber ums Draußensein in der Natur und um das gemeinsame Erlebnis.

Stella Vogelbacher (9), zum ersten Mal im Zeltlager, sagt: „Mir gefällt alles, vor allem die Olympiade und die Waldspiele waren cool. Schade, dass es schon wieder zu Ende ist.“
Stella Vogelbacher (9), zum ersten Mal im Zeltlager, sagt: „Mir gefällt alles, vor allem die Olympiade und die Waldspiele waren cool. Schade, dass es schon wieder zu Ende ist.“ | Bild: Gerald Edinger

Zwar gibt es auch mal kleinere Blessuren, Bauch- oder Heimweh, was aber meist mit einem Pflaster oder dem „Zeltlager-Zaubertrank“ geheilt werden kann, verrät die erfahrene Vorsitzende. Zudem kontaktiere man im Vorfeld einen Arzt, der für den Fall der Fälle konsultiert werden kann. „Das schlimmste Erlebnis war sicher der Flugzeugabsturz im Bodensee vor zwei Jahren. Da mussten wir das Zeltlager in Litzelstetten vorzeitig abbrechen“, sagt Nicole Elsässer ein wenig traurig. Die Organisatoren hoffen, dass sie und die Kinder so etwas nicht mehr erleben müssen.

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Gregor Baum (16), Nachwuchs-Betreuer TV Wutöschingen, sagt: „Als Betreuer-Praktikant habe ich Verantwortung, aber im Technorama durfte ich auch selbst was machen und selbst Kind sein.“
Gregor Baum (16), Nachwuchs-Betreuer TV Wutöschingen, sagt: „Als Betreuer-Praktikant habe ich Verantwortung, aber im Technorama durfte ich auch selbst was machen und selbst Kind sein.“ | Bild: Gerald Edinger

Für die Kinder gibt es neben jeder Menge Aktionen auch Aufgaben, wie die Nachtwache. Diese soll vor allem aufpassen, dass die Fahne nicht abhandenkommt. „Das ist in diesem Jahr nicht gelungen. Ehemalige haben sie mitgenommen. Jetzt müssen wir sie gegen zwei Kasten Bier einlösen“, schmunzelt Nicole Elsässer. Sie ist immer noch begeistert von dieser Freizeit für Kinder und hat selbst einen Riesenspaß dabei. Jedes Zeltlager habe seinen besonderen Höhepunkt.

Dominik Ringgeler (30), Betreuerteam TV Wutöschingen, sagt: „Mit den Kindern was zu unternehmen macht Spaß. Das ist eine schöne Abwechslung zum Alltag als IT-Fachmann.“
Dominik Ringgeler (30), Betreuerteam TV Wutöschingen, sagt: „Mit den Kindern was zu unternehmen macht Spaß. Das ist eine schöne Abwechslung zum Alltag als IT-Fachmann.“ | Bild: Gerald Edinger

Wichtig seien aber vor allem zwei Dinge: „Die Unterstützung der Eltern ist großartig. Das A und O ist aber das Betreuerteam – das muss einfach passen. Zum Teambuilding sind wir diesmal nach Reckingen gelaufen“, erzählt sie. Manchmal spiele der Zufall eine Rolle, wie sich das Team bildet. Dominik Ringgeler (30) führte die Liebe ins Ferienlager des TV Wutöschingen. Seiner Partnerin Petra Preiser hat es der Verein zu verdanken, dass er nun schon neun Jahre mit im Betreuerteam ist. „Mit den Kindern was zu unternehmen, macht richtig Spaß. Das ist eine schöne Abwechslung zum Alltag als IT-Fachmann“, sagt er.

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