Der Förderverein Hospiz im Landkreis Waldshut ist aufgelöst. Einstimmig haben das Vorstand und Mitglieder diese Woche in einer Versammlung im Wutöschinger Pfarrhaus entschieden. Petra Kirchner wurde zur Liquidatorin gewählt. Sie wird die Abwicklung des Fördervereins regeln. Das Vermögen von rund 12.000 Euro wird nach einstimmigem Beschluss der Einrichtung Young Care der Caritas Hochrhein gespendet. Das ist der Kranken- und Intensivpflegedienst für Kinder und Jugendliche, die zu Hause betreut werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Vor dem Liquidationsbeschluss wurde in einer Aussprache deutlich, dass die Enttäuschung tief sitzt. Das Landratsamt und die Projektgruppe Hospiz hätten den Vorstandsmitgliedern den Eindruck vermittelt, dass ihre Aufbauarbeit nicht mehr gebraucht werde. Die Initiative im östlichen Landkreis habe den Boden für dieses Projekt bereitet. Standtort in Klettgau, Träger und Investor waren bereits gefunden. Nun kam alles anders.

Das könnte Sie auch interessieren

Nach einem Treffen mit Landrat Martin Kistler habe man in einer Mitgliederversammlung die Satzung auf die neuen Bedürfnisse abgestimmt und den Namen von Förderverein Hospiz im Klettgautal in Förderverein Hospiz im Landkreis Waldshut umbenannt. Schon beim Gespräch im Landratsamt sei den Vorstandsmitgliedern deutlich zu verstehen gegeben worden, dass maximal ein Beisitzerposten für die Initiatorin der Hospiz-Initiative, Carmen Würth, beim neuen Förderverein Hospiz drin sei, und bei den laufenden Aktivitäten Zurückhaltung geübt werden sollte. Es kam aber nie zu den angekündigten Wahlen. Aus der Presse habe man dann erfahren, dass ein neuer Förderverein für das Hospiz in Tiengen gegründet wird – ohne die Frauen aus dem Wutachtal und Klettgau.

Die Argumente aus dem Landratsamt

Die neue Satzung wurde mit einem Begleitschreiben im Juni 2019 an Landrat Martin Kistler, Kreisverwaltungsdirektorin Sabine Schimkat und den Arbeitskreis Hospiz geschickt. Darin wurden Unmut, Unverständnis und Entrüstung der Mitglieder formuliert, wie der Vorstand des Fördervereins Hospiz im Klettgautal behandelt werde. In dem Schreiben (es liegt der Redaktion vor) wurde auch kritisiert, dass die Vorleistungen des Fördervereins im Arbeitskreis nicht mehr einbezogen wurden. Die Enttäuschung darüber wurde in der Auflösungsversammlung noch einmal deutlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Carmen Würth und ihren Mitstreiterinnen im Vorstand fehlt die Perspektive, ihren Förderverein fortzuführen. „Es war eigentlich daran gedacht, dass der kleine Förderverein in einen großen übergeht, man hätte auf unseren Verein aufbauen können“, erläutert die stellvertretende Vorsitzende, Waltraud Braun. Sie leitete die Auflösungsversammlung, da die Vorsitzende Simone Fink ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann. Trotz der Differenzen mit dem Landratsamt und der Projektgruppe, wollen sich Vorstand und Mitglieder weiterhin für das Hospiz im Landkreis Waldshut engagieren, wurde in der Versammlung betont.