Wutöschingen "Bei der aktuellen Einnahmesituation ist die Instandsetzung der Bahnstrecke ein Kraftakt für uns", sagt Eisenbahnbetriebsleiter Christian Brinkmann

Die Bahnlinie 4403 von Lauchringen über Wutöschingen und Eggingen nach Stühlingen-Weizen zum Bahnhof Hintschingen wird von der privaten Gesellschaft Bahnbetriebe Blumberg betrieben. Seit einer Woche ist sie außer Betrieb. Eisenbahnbetriebsleiter Christian Brinkmann erklärt die Problematik.

Herr Brinkmann, wer hat aus welchem Grund die Sperrung angeordnet?

Da die Bahnbetreiber zur Eigenüberwachung ihrer Anlagen und Fahrzeuge verpflichtet sind, haben wir die Sperrung auch selbst ausgesprochen. Der Grund liegt darin, dass alle drei Jahre die Gleisgeometrie gemessen wird, also die Spurweite und die Lage der des Gleises. Es gibt in der Branche einschlägige Grenzwerte, die auf dieser Strecke an mehreren Stellen überschritten waren, sodass eine schnelle Beseitigung dieser Fehler nicht möglich war.

Was muss an der Strecke repariert werden und wie hoch sind die Kosten?

Es sind an einigen Stellen Schwellen zu tauschen und die Gleisverschraubungen instand zu setzen. Außerdem muss eine sogenannte Stopfmaschine die Gleisanlage im Schotterbett richten. Weiterhin werden wir an zahlreichen Stellen die Vegetation zurückschneiden müssen. Wir haben ein Gesamtkostenprogramm in Höhe von 250 000 Euro aufgestellt, um die nötigsten Arbeiten zu erledigen. Das ist von uns finanziell nicht zu stemmen. Deshalb liegt beim Landesverkehrsministerium ein Antrag zur Förderung von uns vor. Bei Förderungsgenehmigung wäre noch ein Viertel der Summe von uns zu tragen. Bei der aktuellen Einnahmesituation ist das aber auch noch ein Kraftakt für uns.

Wie hoch sind die Unterhalts- und Betriebskosten jährlich?

Um die Strecke von 20 Kilometer Länge in einer guten Qualität vorzuhalten, brauchen wir jährlich etwa 100 000 Euro für die Instandhaltung und circa 55 000 Euro an Betriebskosten fallen an.

Wer außer der Sauschwänzelbahn profitiert von dieser Zubringerverbindung?

Neben dem Zubringerzug von Waldshut zur Sauschwänzelbahn an Sonn- und Feiertagen in der Saison von Mai bis Oktober fährt ganzjährig an Schultagen noch der Wutachtäler Schülerzug einmal täglich von Waldshut nach Eggingen und zurück.

Gibt es alternative Pläne, falls diese Bahnstrecke nicht mehr freigegeben werden kann?

Theoretisch könnte ein anderer Betreiber die Pacht der Bahnstrecke übernehmen. Nur so lange die Einnahmen so deutlich niedriger als die Ausgaben sind, ist das nicht zu erwarten. Dann bliebe nur noch die Stilllegung.

Wie stellt sich die Deutsche Bahn AG als Eigentümerin zu dieser Situation?

Die DB Netz AG hat die Strecke an die Bahnbetriebe Blumberg verpachtet, weil auch sie die Unterhaltslast nicht stemmen wollte. Trasseneinnahmen fehlen aufgrund des geringen Verkehrs, eine deutliche Ausdehnung des ÖPNV ist aktuell nicht zu erwarten und für schweren Güterverkehr ist die gesamte Strecke von Immendingen bis Lauchringen derzeit nicht geeignet. Bei den Bahnbetrieben Blumberg war der Abschnitt Lauchringen – Weizen auch nie kostendeckend, aber aus der Überlegung, die Durchgängigkeit zwischen Lauchringen und Immendingen zu erhalten, wurden die Kosten über Jahre mitgetragen. Die Diskussion über die Wintersperrung der Sauschwänzlebahn für die Fledermäuse hat ihre Spuren in der Kasse hinterlassen, so dass das nun nicht mehr mitgetragen werden kann.

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