Wie steht es um die Zukunft des Schlachthauses Ewattingen? Eine Antwort, auf die auch der Gemeinderat Wutach keine Antwort zu geben wusste. Mit sieben Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen setzte er allerdings klare Zeichen, was die Sanierung des Gebäudes anbetrifft: Eine Zuschussanfrage der Betreibergemeinschaft über rund 20 000 Euro wurde abgelehnt.

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Im Schlachthausgebäude Wutach waren im Mai 2018 durch das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung bei einer Kontrolle Mängel im Schlachtraum (schlechter Bodenzustand sowie Schwarzschimmel an Wänden und Decke) und im Produktionsraum (schlechter Bodenzustand und Sauberkeitsmängel) festgestellt worden. Mängel wurden zudem festgestellt im Kühlraum (Türrahmen) und im Lagerraum (Sauberkeitsmängel).

Einrichtung soll erhalten bleiben

Es gehe in der Diskussion um eine Kostenübernahme für die Betreibergemeinschaft Wutach, nicht um die Kündigung des Pachtvertrages für das gemeindeeigene Gebäude, erläuterte Bürgermeister Christian Mauch. Die Gemeindeverwaltung hoffe, dass die Betreibergemeinschaft einen anderen Weg sucht und findet, um an die für eine Sanierung benötigten Finanzen zu gelangen. Ein Erhalt der Einrichtung sei sicherlich wünschenswert, allerdings sehe er aus Sicht der Gemeindeverwaltung keine Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung aus dem auf Kante genähten kommunalen Haushalt.

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Christian Mauch bemühte denn auch im Vorfeld der Ratsdiskussion die Statistik der Nutzung des Schlachthauses in den vergangenen Jahren, um zu verdeutlichen, dass die Gebäudenutzung durch Einheimische rückläufig ist. Er stelle sich die Frage, welche Bedeutung die Einrichtung als Baustein der Infrastruktur für Wutach noch habe. Auch der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband BLHV, mit dem die Gemeindeverwaltung Gespräche geführt habe, sehe sich nicht in der Lage, die Sanierung finanziell zu unterstützen, so der Bürgermeister.

Nutzung des Gebäudes geht zurück

Seit Jahren sehe er einen sich kaum verändernden Zustand der Anlage – das Schlachthaus vermittele den Eindruck eines Provisoriums, so Gemeinderat Armin Kienzle (CDU). Visionen zu entwickeln sei von der Betreibergemeinschaft verpasst worden. Er tue sich schwer, seine Stimme dem Fortbestand eines Projekts zu geben, das in einem schwierigen Zustand verharre. Eine deutliche Sprache spreche auch die rückläufige Nutzung des Gebäudes. Möglicherweise sei die Absage der Gemeinde für die Gemeinschaft Anreiz genug, nach anderen Mitteln und Wegen zu suchen.

Andere Städte in die Pflicht nehmen

Investitionen der Gemeinde in das Schlachthaus seien betriebswirtschaftlich nicht nachvollziehbar, schlug Gemeinderat Wolfgang Dornfeld (Unabhängige Wähler Wutach, UWW) in die gleiche Kerbe. Die direkte Nachfrage durch Wutacher sei doch stark rückläufig. Die Schlachthausbetreibergemeinschaft sollte versuchen, bei den Städten Blumberg und Stühlingen finanzielle Zusagen zu erreichen – von dort sei schließlich die größte Nachfrage zu verzeichnen. Armin Burger (UWW) schloss sich dieser Argumentation an. Er tue sich mit einer Entscheidung schwer, sei gedanklich soweit zu sagen, dass die Gemeinde einen Teilbetrag zuschießen könne, blieb Detlef Probst (CDU) unsicher. Und Gerhard Graunke (UWW) hob mit der Bemerkung, dass es sich immerhin um einen infrastrukturellen Baustein Wutachs handele, mahnend den Zeigefinger, vorschnell die Einrichtung zu opfern. Die Türe seitens der Gemeinde müsse offen gehalten werden. Allerdings müsse sich die Betreibergemeinschaft Gedanken machen, wie sie sich mehr einbringen könnte.

Gemeinde gibt jährlichen Zuschuss

2008 stellt die EU-Verordnung 853 zur Ausstattung von Schlachträumen eine Zäsur dar. Dadurch wurden kostspielige Nachrüstungen nötig. Um den Bestand in Ewattingen zu sichern, wurde die Betreibergemeinschaft Wutach gegründet, die von der Gemeinde jährlich mit 1000 Euro bezuschusst wird. Die Schlachthausgebäude in Münchingen und Lembach sind privat verpachtet, das Schlachthaus in Ewattingen noch in kommunalem Eigentum.