Mit den Tiefbauarbeiten entlang der L 171 in Ewattingen wird auch die Kanalisation in Angriff genommen. Allein schon wegen der immer wieder auftretenden Rohrbrüche, erläuterte Bürgermeister Christian Mauch bei einem Gesprächstermin mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner. Dieser informierte sich bei dem Besuch in Wutach unter anderem über die bevorstehende Sanierung der wichtigen Verkehrsader.

Sanierungsarbeiten auch mit Kosten für Anwohner verbunden

Bei der Erkundung des zu sanierenden Straßenabschnitts habe man zum bekannten Problem der Rohrbrüche auch uralte Rohrleitungen der Wasserentsorgung im Bereich der Hausanschlüsse festgestellt. Dies hatte Bürgermeister Christian Mauch bereits in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitgeteilt. Das Kanalnetz werde im Zuge der Straßensanierung baulich erneuert und sei bei den Hausanschlüssen für die Hauseigentümer mit einer finanziellen Belastung verbunden.

Gebühren werden auf alle Anschlussnehmer umgelegt

Die Wasserver- und -entsorgung der Gemeinde Wutach werde ausschließlich über Gebühren finanziert, erläuterte Christian Mauch beim Treffen mit Felix Schreiner im Rathaus. Es werde immer wieder bemängelt, dass Wutach im kommunalen Vergleich im oberen Drittel der Abwassergebühren liege, fügte Gemeinderat Erhard Graunke (Unabhängige Wähler Wutach) hinzu. Christian Mauch ergänzte: Dies liege daran, dass die Gemeinde bei Neubauten keine Hausanschlussbeiträge verlange und dies schließlich bei den Gebühren auf alle Anschlussnehmer umgelegt werde. Wutach habe die Wasserver- und -entsorgung im kommunalen Haushalt verankert und nicht als Eigenbetrieb ausgelagert wie andere Kommunen.

Kläranlagen verlangen Gebühren

Wutach als drittkleinste Gemeinde im Landkreis betreibt keine eigene Kläranlage. Lembach entsorgt in eine Anlage Richtung Stühlingen, die Ortsteile Münchingen und Ewattingen ins Achdorfer Tal (Blumberg). Hierfür werden Gebühren fällig. Wutach investierte in Lembach vor Jahren viel Geld in den Aufbau eines Entsorgungskanalsystems. Die Wasserversorgung Wutachs läuft seit 2006 komplett über die Gruppenwasserversorgung Hochschwarzwald (Bonndorf, Grafenhausen, Ühlingen-Birkendorf, Schluchsee und Lenzkirch) und wird über eine Leitung von Bonndorf über Münchingen abgewickelt. Eigene Quellen werden für die Wasserversorgung Wutachs wegen der hohen Nitratbelastung durch die Landwirtschaft nicht mehr genutzt, so der Bürgermeister.

Gruppenwasserversorgung steht möglicherweise vor Veränderungen

Sollte das Wasser der Gruppenwasserversorgung Hochschwarzwald für deren Mitglieder einmal knapp werden, müssten sich die versorgten Nicht-Mitglieder Wutach und Stühlingen (seit 2001) möglicherweise Gedanken über eine eigene Versorgung machen. Christian Mauch verband ein solches Szenario mit der bereits bestehenden Verschärfung der EU-Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie. Für Wutach könnte sich dann die Frage über die Ausgestaltung einer eigenen Wasserversorgung stellen, wenn ohnehin die EU-Richtlinien erfüllt werden müssten.

Auch Landwirtschaft hat Auswirkungen auf das Wasser

Christian Mauch reagierte mit den Erläuterungen zum Nitrat im Wasser auf einen Hinweis von Erhard Graunke. Das Ratsmitglied hatte auf die geplante Erweiterung der Wasserschutzgebiete auf den Gemarkungen Lembach und Lausheim hingewiesen, die den Schutz des Trinkwassers für Blumegg, Lausheim und Weizen verbessern soll. Durch die damit verbundene veränderte Flächennutzung seien auch die hiesigen Landwirte betroffen. Christian Mauch sagte an die Adresse von Felix Schreiner, dass die hiesigen Landwirte mitten im Strukturwandel steckten. Die Grundlage der Landwirtschaft im östlichen Landkreis sei Ackerbau, Getreide- und Viehwirtschaft.