Axel Schweizer und der SV Ewattingen – das passte wie die Faust aufs Auge. Drei Jahre lang wirkte der Tuninger als Trainer der Blau-Weißen, brachte die Mannschaft sportlich voran und avancierte „Auf Eck“ zum Sympathieträger. Beim Saisonabschluss am Sonntag wurde der 55-Jährige unter Tränen und Sprechchören verabschiedet. „Zweimal denselben Verein zu trainieren, ergebe eigentlich keinen Sinn. Aber Ewattingen ist etwas anderes“, sagte Schweizer sichtlich bewegt von der Sympathiewelle, die ihm an diesem Abend in der vollbesetzten Festhütte entgegenschlug.

Trainergott erhält Thron

Spieler, Vereinsspitze und Fans feierten den scheidenden Trainer, der in den vergangenen drei Jahren zu einem der Ihren geworden war. Schweizer hat dem SVE seinen Stempel aufgedrückt – über das Sportliche hinaus. Er überzeugte als Fußballlehrer, Motivator, Sprücheklopfer und seine Redezeiten konnten sogar mit denen des SVE-Vorsitzenden mithalten. „Trainergott“ steht eingraviert auf der Rückenlehne jener beinahe thronhaften Holzbank, die Schweizer vom Verein als Abschiedsgeschenk überreicht bekam.

Potenzial für höheren Tabellenplatz

In seiner Laudatio erinnerte SVE-Boss Stefan Kech an ihr erstes Treffen. Schon nach wenigen Sätzen sei ihm mit Guardiolascher Gewissheit klar gewesen: „Schweizer oder nix.“ Die dritte und vorläufig letzte Saison unter Schweizer schloss der SVE nach einem Sieg am letzten Spieltag als Tabellensechster der Kreisliga B ab. Es wäre mehr drin gewesen, darin waren sich Schweizer, Kech und Spielführer Mario Kienzle einig. Immer mal wieder ließ die Mannschaft ihr Potenzial aufblitzen, etwa bei den Kantersiegen in den Derbys gegen den SV Mundelfingen (7:1) oder den TuS Blumberg (8:0). In der vergangenen Saison feierte der SV Ewattingen die Herbstmeisterschaft und war guter Dinge. Aber auch da folgte auf die Winterpause dann der Einbruch.

Arvin Davitian kommt als Nachfolger

Dass er das große Ziel, den Aufstieg, in den drei Jahren nicht erreichte, dürfte im Verein keinen mehr gewurmt haben als den Trainer. Das Gefühl, die Mannschaft brauche einen neuen Impuls, hatte ihn im Frühjahr dazu bewogen, den Weg für einen neuen Mann freizumachen. Sein Nachfolger heißt Arvin Davitian, ist 34 Jahre alt und hatte die zweite Mannschaft des BSV Schwenningen 2015/2016 zur Meisterschaft geführt. Parallel zu seiner Aufgabe in Ewattingen absolviert er die Trainerausbildung für die B-Lizenz. Bereits vor Wochen hatte Axel Schweizer seinen Wechsel zum SV Aasen bekannt gegeben. Trotz seines Abschieds wird er ein Blau-Weißer bleiben. Als Zeichen seiner engen Verbundenheit hat er einen Mitgliedsantrag gestellt.

Zukunft von Sohn Andi noch offen

Wie sich sein Sohn Andi entscheiden wird, ist noch offen. Er ringt mit sich, ob er kommende Saison weiterhin für den SV Ewattingen stürmen oder zu seinem Heimatverein, dem SV Tuningen, zurückkehren soll. „Wir wünschen uns natürlich sehr, dass er bleibt“, sagte Vereinschef Stefan Kech.