Hochzeitsbrot und rote Nelken

Die Frauen aus Bonndorf und Wutach, die die Feier vorbereitet hatten, freuten sich sehr, dass so viele Besucherinnen ihrer Einladung gefolgt waren, war dies doch auch das Thema des Gottesdienstes: „Kommt – alles ist bereit!“.

Auf einem Gabentisch nach slowenischer Art befanden sich Honig, Trauben, selbstgebackenes slowenisches Hochzeitsbrot, Bosman genannt, ein Krug Wein und rote Nelken. Dieses Motto nimmt Bezug auf das Gleichnis mit dem Festmahl aus dem Lukasevangelium, in dem ein reicher Mann zu einem Fest einlädt, seiner Einladung jedoch niemand folgt.

Land erholt sich nach Krieg schnell

Pfarrerin Ina Geib begrüßte zu Beginn alle Frauen und zeigte dann Bilder aus Slowenien, begleitet von Informationen über das Themenland des diesjährigen Weltgebetstags. Die meisten der Bilder zeigten die herrliche Landschaft, Seen und Berge.

Sie berichtete auch über die Nachbarländer und den Krieg, der auf dem Balkan herrschte. Slowenien war von den Konflikten in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, die in den 1990er Jahren zum Krieg führten, nicht betroffen. Bereits 1991 erklärte die Republik ihre Unabhängigkeit. Überall herrschte Angst vor einem Bürgerkrieg.

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Glücklicherweise kam es nicht dazu und nach Gründung der Republik erholte sich das Land rasch. Bereits zuvor hatten Bodenschätze, vor allem Salz, der Region Reichtum verschafft. Heute ist die Wirtschaft stabil und die Bevölkerung lebt in relativem Wohlstand.

Blick auf slowenische Bräuche

Nach dem Vortrag sang der Chor unter Leitung von Sonja Vosseler. Viele der Lieder stammten aus Slowenien. In einem Rollenspiel trugen die Frauen des Orga-Teams Texte von Frauen aus Slowenien vor. Marlene Kech zitierte aus dem Lukasevangelium.

Der Text wirft viele Fragen auf, über die in einer kurzen Meditation nachgedacht werden konnte. Ingrid Spielberger stellte ein Projekt vor, dem die Spenden zugute kommen. Jedes Jahr gehen die weltweit gesammelten Gelder an Partnerorganisationen des WGT, die sich für das Mitspracherecht von Frauen engagieren. In Slowenien gehört der volkstümliche Tanz zu beinahe jedem Fest. So wurden auch die Gottesdienstbesucherinnen zu einem Tanz eingeladen.

Sonja Vosseler spielte auf dem Akkordeon, begleitet von Annette Rittner-Fischer am E-Piano, Eva Maria Beringer und Barbara Färber an der Querflöte. Am Ende ging es in den Pfarrsaal. Dort warteten Tee und Gebäck, Poticia, ein slowenisches Hefegebäck mit Walnussfüllung, und das Hochzeitsbrot auf die Gäste.